- 23.11.2016, 11:55:13
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Gewalt erkennen – Gewalt verhindern: Ringvorlesung „Eine von fünf“ startet wieder an der MedUni Wien
Verein AÖF organisiert gemeinsam mit dem Department für Gerichtsmedizin und der Volksanwaltschaft eine Vorlesung über Gewaltschutz von Frauen während der „16 Tage gegen Gewalt“
Utl.: Verein AÖF organisiert gemeinsam mit dem Department für
Gerichtsmedizin und der Volksanwaltschaft eine Vorlesung über
Gewaltschutz von Frauen während der „16 Tage gegen Gewalt“ =
Wien (OTS) - Bereits zum 7. Mal führt der Verein Autonome
Österreichische Frauenhäuser – AÖF gemeinsam mit dem Department für
Gerichtsmedizin der MedUni Wien die interdisziplinäre Ringvorlesung
„Eine von fünf“ im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt“ durch. 2016
erstmals auch mit der Volksanwaltschaft. „Eine von fünf“ ist nicht
nur Titel der Lehrveranstaltung, sondern zugleich Hinweis auf das
Ausmaß von Gewalt an Frauen in Österreich. 2017 werden vom Verein AÖF
weitere Projekte im Gesundheitsbereich umgesetzt.
Volksanwaltschaft erstmals Kooperationspartnerin
2016 wird die interdisziplinäre Ringvorlesung erstmals gemeinsam mit
der Volksanwaltschaft durchgeführt. Die Volksanwaltschaft bezieht
damit eine klare Stellung gegen Gewalt und widmet sich dem Schutz von
Frauen vor Gewalt. VertreterInnen der Volksanwaltschaft gestalten in
der Lehrveranstaltung die Themenbereiche „Besonders gefährdete
Frauen“, „Ältere und Pflegebedürftige“, „Flucht und Menschenhandel“
sowie „Strafvollzug und justizieller Frauenschutz“ aktiv mit.
„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass die Volksanwaltschaft unsere
Ringvorlesung unterstützt. Volksanwältin Gertrude Brinek und ihr Team
sind sehr engagiert in der Zusammenarbeit und bereichern das
Programm. Und wir freuen uns, dass ‚Eine von fünf‘ dadurch noch mehr
Aufmerksamkeit bekommt“, hält Geschäftsführerin des Vereins AÖF Maria
Rösslhumer fest.
„Eine von fünf“ Frauen ist in Österreich von Gewalt betroffen
Der Lehrveranstaltungstitel „Eine von fünf“ gibt einen Hinweis auf
das Ausmaß von Gewalt an Frauen in Österreich. Denn jede fünfte in
Österreich lebende Frau ist von sexueller und/oder körperlicher
Gewalt betroffen, hat die Studie der Europäischen Grundrechtsagentur
gezeigt.
Breite Sensibilisierung als Beitrag zur Prävention von Gewalt
an Frauen
Das gemeinsame Ziel der Lehrveranstaltung ist die breite
Sensibilisierung zum Thema (häusliche) Gewalt an Frauen, um weitere
tätliche Übergriffe zu verhindern.
Viele Betroffene suchen in Ambulanzen oder Ordinationen medizinische
Hilfe. Aus Scham, Angst oder Schuldgefühlen geben sie allerdings
nicht immer die eigentlichen Ursachen ihrer Beschwerden an. Das
Erkennen von Gewaltfolgen als Auslöser von Krankheitssymptomen und
Beschwerden ist wichtig für die fachgerechte ärztliche und
pflegerische Behandlung der Leidtragenden und gleichzeitig
grundlegend für die Prävention von weiteren Gewalttaten.
Ein fundiertes Hintergrundwissen über die Dynamiken und Folgen von
Gewalt sowie über spezialisierte Hilfseinrichtungen, bei denen
Betroffene professionelle Hilfe und Unterstützung bekommen, ist auch
für andere Berufsgruppen wichtig. Es ist daher besonders erfreulich,
dass sich zusätzlich zu angehenden MedizinerInnen auch viele bereits
in Gesundheitsberufen Tätige sowie Studierende aus unterschiedlichen
Studienrichtungen wie Rechtswissenschaften, Bildungswissenschaften
und Soziologie zur Lehrveranstaltung angemeldet haben.
Gewaltschutz für Frauen in allen Lebenslagen: 7 Tage – 7
Themen – 24 Vortragende
„Eine von fünf“ wird zwischen 25.11. und 15.12.2016 am Department für
Gerichtsmedizin in Wien abgehalten. Insgesamt referieren an 7
Vorlesungstagen 24 Vortragende zu 7 verschiedenen Schwerpunkten rund
um den Schutz von Frauen vor Gewalt in allen Lebenslagen. Sowohl
ExpertInnen von der Volksanwaltschaft als auch aus der
Opferschutzarbeit und dem medizinischen Bereich bringen Inputs aus
Theorie und Praxis.
Hand in Hand mit der Gerichtsmedizin – „Eine von fünf“ bereits
zum 7. Mal an der MedUni Wien
Die interdisziplinäre Ringvorlesung findet bereits zum 7. Mal am
Department für Gerichtsmedizin der MedUni Wien unter der Leitung von
Andrea Berzlanovich statt. Gemeinsam mit dem Verein AÖF organisiert
sie die Lehrveranstaltung als Beitrag zur internationalen Kampagne
„16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“. Berzlanovich arbeitet
seit vielen Jahren an der Bewusstseinsbildung unter (angehenden)
Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften zum Thema häusliche Gewalt
und an der Verbesserung der Beweis- und Spurensicherung bei der
ärztlichen Untersuchung von Gewaltbetroffenen. Sie ist auch
Kommissionsmitglied der Volksanwaltschaft.
Laut Berzlanovich sollten alle im Gesundheitsbereich Tätigen
gewaltbedingte Verletzungen sowie Beschwerden bei PatientInnen
erkennen und gerichtsverwertbar dokumentieren können: „Die
Betroffenen müssen nach der medizinischen und pflegerischen
Versorgung an weiterbetreuende Hilfs- und Beratungseinrichtungen
überwiesen werden.“
Auftaktveranstaltung am 24.11.2016 in der Volksanwaltschaft
Zum Auftakt der „16 Tage gegen Gewalt“ und der Ringvorlesung „Eine
von fünf“ laden der Verein AÖF, das Department für Gerichtsmedizin
der MedUni Wien und die Volksanwaltschaft am 24.11.2016 ab 16 Uhr in
die Volksanwaltschaft ein.
„16 Tage gegen Gewalt“: Verein AÖF beteiligt sich seit 1992
„16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ ist eine internationale
Kampagne, die auf das Recht von Frauen und Mädchen auf ein
gewaltfreies Leben aufmerksam macht. Zwischen dem 25. November, dem
Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem
Internationalen Tag für Menschenrechte, finden weltweit Aktionen
statt. Die Kampagne wurde 1991 vom ersten Women's Global Leadership
Institute initiiert. Der Verein AÖF beteiligt sich seit 1992 an den
„16 Tagen gegen Gewalt“.
Verein AÖF setzt 2017 weitere Projekte im Gesundheitsbereich
um
Der Verein AÖF setzt bereits seit mehreren Jahren spezifische
Angebote zur Sensibilisierung für den Gesundheitsbereich. Im Rahmen
von zwei EU-Projekten kann dieser Schwerpunkt ab 2017 weiter
ausgebaut werden. Ein Ergebnis der Europäischen Grundrechtsagentur
hat gezeigt, dass unter den Frauen, die von Gewalt betroffen sind,
besonders viele Schwangere sind. Ein Projekt setzt hier an: Es werden
Fortbildungen zum Thema häusliche Gewalt für GynäkologInnen und
Hebammen organisiert. Das zweite Projekt widmet sich einem Thema, das
auch in Österreich noch vielfach tabuisiert ist: Gewalt an älteren
Menschen im Pflegebereich. Im Rahmen dieses Projekts werden ebenfalls
Fortbildungen für im Berufsfeld Tätige angeboten.
Mehr Informationen zur interdisziplinären Ringvorlesung „Eine von
fünf“ online unter:
www.aoef.at/index.php/aktuelle/ringvorlesung-eine-von-fuenf
Bei Fragen rund um Gewalt an Frauen: Frauenhelpline 0800 / 222 555 –
anonym, kostenlos, rund um die Uhr – Informationen zum
Beratungsangebot online unter: www.frauenhelpline.at
Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF ist seit 1988
das Netzwerk der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser in
Österreich. 15 Häuser in den Bundesländern Burgenland,
Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind
mit dem Verein AÖF assoziiert. Die Autonomen Österreichischen
Frauenhäuser sind überparteiliche und überkonfessionelle
Einrichtungen, in denen alle Frauen, die von häuslicher Gewalt
betroffen oder bedroht sind, und ihre Kinder rasche und
unbürokratische Hilfe, Schutz, Unterstützung und Beratung bekommen.
Der Verein AÖF leistet als Netzwerk der Autonomen Österreichischen
Frauenhäuser Informations- und Sensibilisierungsarbeit und setzt sich
für den gleichen Zugang von Frauen zu Rechten und Ressourcen ein.
www.aoef.at
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