Greenpeace-Umfrage: Glyphosat-Einsatz in Wäldern in ganz Österreich

Minister Rupprechter muss Unkrautvernichter bundesweit verbieten

Wien (OTS) - Der Einsatz von Glyphosat im Wald ist kein regionales Kärntner Problem, sondern betrifft ganz Österreich. Das zeigt eine Umfrage der Umweltschutzorganisation Greenpeace unter großen Forstbetrieben. Nur Wenige verzichten bewusst zur Gänze auf Glyphosat. Um Vorfälle wie den am Montag durch Greenpeace-Proben ans Licht gekommenen Skandal um giftige Himbeeren in einem Wald bei Linsenberg in Zukunft zu verhindern, muss Umweltminister Rupprechter jetzt handeln und den Einsatz von Glyphosat im Wald bundesweit sofort verbieten. Außerdem muss Minister Rupprechter endlich die Konsequenzen aus den gesundheitlichen Bedenken rund um Glyphosat ziehen und für Österreich einen generellen Ausstiegsplan für das Pestizid bis Ende 2017 vorlegen.

„Unsere Umfrage unter neun großen Forstbetrieben in Österreich hat gezeigt: Über Glyphosat-Einsatz wird nicht gerne Auskunft gegeben“, so Hanna Simons, Sprecherin bei Greenpeace in Österreich. Die Umfrage wurde bereits im April gestartet. Forstbetriebe, die auf die erste Anfrage nicht reagiert haben, wurden im November ein weiteres Mal kontaktiert. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat die Antwort auf die Frage, ob Glyphosat eingesetzt wird, entweder aktiv verweigert oder die beiden Schreiben komplett unbeantwortet gelassen. „Nach derzeitigem Wissensstand über die üblichen Forstpraktiken muss davon ausgegangen werden, dass diese über Österreich verteilten Betriebe Glyphosat im Wald einsetzen. Daher ist zu befürchten, dass alarmierende Rückstände, wie wir sie in dem Kärntner Wald festgestellt haben, auch in anderen Wäldern Österreichs zu finden sein könnten“, warnt Simons.

Positiv hervorzuheben sind die Stadt Wien und der Benediktinerstift Admont, die beide bewusst komplett auf den Einsatz von Glyphosat in ihren Wäldern verzichten. Greenpeace begrüßt ebenfalls, dass die Österreichischen Bundesforste als mit Abstand größter Waldbewirtschafter Österreichs ab 2017 kein Glyphosat mehr einsetzen werden. „Diese Beispiele zeigen, dass der Einsatz von Glyphosat im Wald einfach nicht notwendig ist“, sagt Simons. Die Entscheidung über den Einsatz des Pestizids dürfe aber keinesfalls vom einzelnen Waldbesitzer abhängen. „Niemand in Österreich sollte sich um seine Gesundheit sorgen müssen, wenn er in den Wald geht. Es braucht unbedingt eine bundesweite und verbindliche Lösung“, betont Simons und fordert erneut: „Umweltminister Rupprechter muss den Einsatz von Glyphosat im Wald und überall sonst, wo Menschen mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen können, sofort verbieten. Darüber hinaus brauchen wir für Österreich einen generellen Ausstiegsplan für Glyphosat bis Ende 2017.“

Details zur Umfrage unter Österreichs Forstbetrieben finden Sie hier:
http://bit.ly/2gg4vqq

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Sebastian Theissing-Matei
Landwirtschaftssprecher
Greenpeace CEE in Österreich
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