• 18.11.2016, 14:59:14
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  • OTS0207

UNICEF Österreich zum internationalen Tag der Kinderrechte

Immer noch Millionen Fälle von Kinderrechtsverletzungen täglich

Utl.: Immer noch Millionen Fälle von Kinderrechtsverletzungen
täglich =

Wien (OTS) - UNICEF zieht heute, am internationalen Tag der
Kinderrechte, eine erschreckende Bilanz: Obwohl seit der Annahme der
UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 viele Fortschritte für das
Wohlergehen der Kinder erzielt wurden, werden jeden Tag die Rechte
von Millionen von Kindern immer noch missachtet.

Jedes Kind ist mit dem gleichen und unabdingbaren Recht auf
Gesundheit, Bildung und einer geschützten Kindheit zur Welt gekommen.
Dies sind die Grundlagen einer sicheren Zukunft und Erfolg im
Erwachsenenalter. Weltweit gibt es jedoch Millionen von Kindern, die
diese Rechte nicht wahrnehmen können. Somit wird ihnen alles
vorenthalten, was sie für eine gesunde und bestmögliche Entwicklung
brauchen.

Ein Säugling ohne nachgeburtliche Betreuung wird die ersten Tage
schwer überleben. Ein Kind ohne Schutzimpfungen oder sauberes
Trinkwasser stirbt wahrscheinlich vor seinem fünften Geburtstag oder
lebt sein Leben lang mit gesundheitlichen Einschränkungen. Ein Kind
ohne ausreichende Ernährung wird nie sein volles körperliches und
geistiges Potenzial erreichen, wodurch Lernen und zukünftige
Arbeitsperspektiven eingeschränkt sind. Ein Kind ohne Ausbildung wird
es kaum schaffen die notwendigen Fähigkeiten für eine erfolgreiche
Karriere zu erhalten, oder die eigenen Kinder eines Tages in die
Schule zu schicken. Ein Kind ohne Schutz vor Konflikten, Gewalt,
Missbrauch, Ausbeutung, Kinderarbeit oder Kinderheirat wird mit
großer Wahrscheinlichkeit sein Leben lang verängstigt sein, was
schwere Konsequenzen zur Folge hat.

Wir sehen solche Fälle überall – Verlust und Missbrauch grundlegender
Rechte von Kindern werden meist von einer Generation zur nächsten
weitergegeben. Dies hat zur Folge, dass ganze Bevölkerungsgruppen
sozial benachteiligt sind.

„In Zeiten wie diesen sind durch Konflikte, Krisen und vernichtende
Armut Millionen Kinder - wie auch deren Zukunft und Rechte - einem
großen Risiko ausgesetzt. Daher ist der Schutz der Kinderrechte
dringender als je zuvor – und der Schlüssel, um stärkere und
stabilere Gesellschaften aufzubauen“, so David Hagen,
Kinderrechtsexperte von UNICEF Österreich. „Wir müssen diese
Kinderrechtsverstöße beenden, indem wir vor allem die ärmsten Kinder
erreichen. Andernfalls zahlen wir den Preis eines langsameren
Wachstums, größerer Ungleichheit und weniger Stabilität.“

In Österreich wurde die Kinderrechtskonvention am 6. August 1992
ratifiziert und ist am 05. September 1992 in Kraft getreten. Sie
formuliert weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern über
alle sozialen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Unterschiede
hinweg. Die Kinderrechtskonvention ist der am meisten ratifizierte
Menschenrechtsvertrag der Welt und setzt erstmals grundlegende
Standards für eine gesunde, geschützte und angemessene Kindheit für
jedes Kind.

Seit dem 16. Februar 2011 sind einige Kinderrechte der UN-Konvention
in der österreichischen Bundesverfassung verankert. Durch das
„Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder“ wurden die
grundlegenden Rechte von Kindern in Österreich massiv gestärkt.

Die Situation der Kinder weltweit:

Obwohl in den vergangenen Jahrzehnten ein deutlicher Fortschritt für
Kinder erzielt wurde, sterben immer noch beinahe sechs Millionen
Kinder jährlich an Ursachen, die eigentlich vermeidbar wären. Des
Weiteren sterben Kinder aus ärmeren Haushalten doppelt so oft vor
ihrem fünften Geburtstag als Kinder aus reicheren Ländern.

Beinahe 50 Millionen Kinder sind von ihrem Zuhause entwurzelt – 28
Millionen davon mussten aufgrund von Konflikten und Kriegen flüchten.
Kinder in belagerten Gebieten wie in Syrien, dem Irak und dem Norden
von Nigeria sind häufig Kinderrechtsverstößen ausgesetzt – oftmals
sind ihre Schulen, Krankenhäuser und ihr Zuhause unter Beschuss.
Weltweit leben 250 Millionen Kinder in Ländern, die von Konflikten
betroffen sind.

Fast 385 Millionen Kinder leben in extremer Armut und über 250
Millionen haben keine Möglichkeit in die Schule zu gehen und zu
lernen. Fast 300 Millionen Kinder leben in Gebieten mit stark
verunreinigter Luft – das ist nahezu jedes siebte Kind weltweit. Die
Luftverschmutzung in diesen Gebieten ist sechsmal höher als
internationale Richtlinien erlauben.

Wenn die Trends der vergangenen 15 Jahre bis 2030 anhalten, werden
bis dahin circa 167 Millionen Kinder in extremer Armut leben. Etwa 69
Millionen Kinder unter fünf Jahren werden zwischen 2016 und 2030 an
vermeidbaren Krankheiten sterben – das sind 3.6 Millionen pro Jahr.
Weitere 60 Millionen Kinder im Grundschulalter werden vermutlich
nicht in die Schule gehen.

Seit 70 Jahren – für jedes Kind

70 Jahre ist es nun her, dass das Kinderhilfswerk UNICEF aus den
Trümmern des Zweiten Weltkriegs entstanden ist. Herbert Hoover,
ehemaliger Präsident der USA, zeigte sich damals erschüttert über das
Elend in Europa nach dem Krieg: „Von der russischen Grenze bis zum
Ärmelkanal gibt es heute 20 Millionen Kinder, die nicht nur schwer
unterernährt sind, sondern zunehmend an Tuberkulose, Rachitis und
Blutarmut leiden. Wenn Europa eine Zukunft haben soll, dann muss
etwas für diese Kinder getan werden.“ Daraufhin gründeten die
Vereinten Nationen am 11. Dezember 1946 das Kinderhilfswerk UNICEF
mit der Aufgabe, den kranken und hungernden Kindern im verwüsteten
Europa so lange zu helfen, bis die schwerste Zeit überwunden war.
Nach 70 Jahren Erfahrung in Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe
setzt sich UNICEF auch heute noch dafür ein, dass Kinder überleben
und eine wohlbehaltene Kindheit erhalten. Zu den zentralen Aufgaben
gehören Gesundheit, Ernährung, Bildung, Wasser und Hygiene sowie der
Schutz der Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung, Gewalt und Konflikten.

Weltweit waren noch nie so viele Kinder auf der Flucht wie im Jahr
2016, denn Konflikte und extreme Wetterbedingungen zwingen immer mehr
Kinder ihr Zuhause zu verlassen. 2.3 Millionen syrische Mädchen und
Buben mussten bereits ihre Heimat verlassen. Und die Zahl der
Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, steigt weiter an.
Derzeit lebt rund eines von neun Kindern weltweit in Krisenregionen.
Deshalb ist die von UNICEF geleistete Nothilfe heute wichtiger denn
je.

„Jedes Kind hat das Recht gesund, beschützt und stark aufzuwachsen,
in die Schule zu gehen und eine faire Chance im Leben zu haben. Unser
Einsatz und unsere Verpflichtung gegenüber den Kinderrechten gelten
für jedes Kind.“
Dr. Gudrun Berger, Geschäftsführerin UNICEF Österreich

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