NEUSTART SCHULE Bilanz: 365 Tage nach der Bildungsreform vom 17.11.15

Mehr Autonomie, weniger Bürokratie und Aufwertung der Elementarbildung: Das waren die Kernpunkte der Ankündigung vor einem Jahr. NEUSTART SCHULE zog Bilanz.

Wien (OTS/PdI) - Heute vor einem Jahr wurden die Vorschläge für die Bildungsreform vorgelegt und mit einem „high five“ zwischen der damaligen Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Staatssekretär Harald Mahrer bejubelt. NEUSTART SCHULE zieht Bilanz:
Das Bildungsressort wird inzwischen von Sonja Hammerschmid geführt. Der damalige Zeitplan, die Reform bis Sommer 2016 umzusetzen, wurde zwar nicht eingehalten. Dafür konnten mit dem Ausbau der Ganztagsschule neue Elemente für die Bildungsreform beschlossen werden.

Positiv bewertete die Initiative das derzeit in Begutachtung befindliche Schulautonomiepaket. Mit der Idee der Schulcluster wurde ein praktikables Modell für die Umsetzung von Autonomie vor Ort geschaffen. Allerdings brauche es ein verlässliches Anreizsystem für die Schulen, sich tatsächlich in einem Cluster zu organisieren. „Insgesamt ist die Schulautonomie aber der Weg in die Zukunft. Es braucht mehr Freiraum für die Schulen, weil die Menschen vor Ort am besten wissen, was ihre Kinder brauchen“, wie NEUSTART SCHULE-Initiator Christian Friesl betonte.

Ebenfalls bereits in Begutachtung war die Errichtung einer Innovationsstiftung für Bildung. Sie soll mit zunächst 50 Millionen Euro dotiert werden und innovative Projekte in Feldern wie Digitalisierung und Begabtenförderungen unterstützen.

Erste Pakete abgearbeitet

Im April wurde als erster Teilerfolg das Schulrechtspaket beschlossen, erste Änderungen seien bereits in Kraft getreten: die Einführung von Sprachstartkursen sowie die Möglichkeit für jahrgangsübergreifenden Unterricht und Notenverzicht für die ersten drei Volksschulklassen. Neu sei auch, dass beim Eintritt in die Volksschule eine Dokumentation des Entwicklungsstandes vorgelegt werde, um den Übergang zu erleichtern.

Im Bereich der Elementarbildung wurde im August ein Konzept für einen neuen Bildungskompass präsentiert. In welchen Bundesländern damit gestartet wird und welche Kosten aufkommen werden, werde jedoch noch diskutiert. „Abgesehen vom Bildungskompass sind noch weitere Punkte offen, die zügig umgesetzt werden sollten: das verpflichtende zweite Kindergartenjahr und ein bundesweit einheitlicher Qualitätsrahmen“, so Friesl

Poltische Gräben überwinden

Die Pakete Bildungsdirektionen und Modellregionen seien aktuell ebenfalls noch in Bearbeitung, ihre Präsentation wurde bis Jahresende angekündigt. Abzuwarten bleibe, ob bei beiden heiklen Themen politische Gräben überwunden werden können. Das werde beispielsweise nötig sein, um statt der willkürlichen 15-Prozent-Grenze für die Etablierung von Modellregionen Alternativkriterien zu finden, wie Friesl ausführte.
Anfang November sei mit dem Ausbau der Ganztagschulen erfreulicherweise ein Paket vorgestellt worden, das im November 2015 nicht angekündigt worden war: Die Regierung einigte sich auf ein attraktives 750-Millionen-Paket für Infrastrukturmaßnahmen, Freizeitbetreuung und Personalkosten.

Fazit: Bewegung aber noch viele offene Fragen

Die Initiative begrüßte insgesamt, dass in den vergangenen Monaten Bewegung in die Bildungspolitik gekommen sei. Friesl abschließend:
„Autonomiepaket und Ganztagsschule sind sicher Meilensteine in der Bildungspolitik und ein Erfolg für alle, die sich dafür eingesetzt haben. Neben den ausständigen Reformpaketen noch offen ist eine Reihe großer inhaltlicher Fragen. Dazu gehören die Definition von Bildungszielen, die Qualitätssteigerung in der Pflichtschule, die Einführung einer Bildungspflicht und Maßnahmen gegen Schulabbruch. Diese Punkte sollten bald angepackt werden.“

Über NEUSTART SCHULE

NEUSTART SCHULE ist eine Initiative der Industriellenvereinigung und ihrer Partner (u.a. Rotes Kreuz, Hilfswerk, Caritas, Bildung Grenzenlos), die Bewegung in die österreichische Bildungspolitik bringt. Sie thematisiert die Zukunft von Bildung in Österreich und wird bisher von über 22.500 Personen unterstützt. Ziel von Neustart Schule ist es, mit der Unterstützung von Partnern, ExpertInnen und der Bevölkerung auf die Notwendigkeit einer Bildungsreform aufmerksam zu machen und die Politik dafür zu gewinnen. Weitere Informationen unter www.neustart-schule.at und auf Facebook unter www.facebook.com/neustartschule.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Tina Dworschak
Industriellenvereinigung, Bereich Bildung & Gesellschaft
Projektleitung „Neustart Schule“
Schwarzenbergplatz 4, 1031 Wien
Mobil: +43 664-8412950, Mail: t.dworschak@iv-net.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0003