- 16.11.2016, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "Geschürte Ängste" von Markus EBERT
Ausgabe vom 17. November 2016
Utl.: Ausgabe vom 17. November 2016 =
Linz (OTS) - Es gelte, zwischen „geschürten“ und „berechtigten“
Ängsten zu unterscheiden, sagt Bundespräsidentschaftskandidat
Alexander Van der Bellen. Da ist ihm nicht zu widersprechen,
abgesehen davon, dass er das sehr mit Blickwinkel FPÖ gemeint hat.
Doch die Sache ist weiter gefasst zu betrachten. Bei steigender
Arbeitslosigkeit ist die Angst um den Job ebenso berechtigt wie die
Angst um den Verlust der eigenen Identität bei unkontrollierter
Zuwanderung. Ängsten begegnet man mit verständlichen Antworten.
Schwierig wird das freilich dort, wo bewusst mit Ängsten gespielt
wird — wie etwa derzeit im Gesundheitsbereich. Wenn in Wien oder NÖ
Ärztevertreter den Sparkurs-Teufel an die Wand malen, dann müssen sie
besonders auf die Nebenwirkungen achten. Herr und Frau
Durchschnittsösterreicher versteht — völlig zu Recht — wenig von der
Komplexität des Gesundheitssystems, aber natürlich sehr viel davon,
ob er oder sie entsprechend versorgt ist. Letzteres ist in Österreich
gewährleistet, und zwar selbst dann, wenn etwa das Ausgabenwachstum
bei den Gesundheitsausgaben gedämpft wird. Nichts anderes ist mit der
Spitalsreform in Oberösterreich passiert, und dennoch ist kein Fall
eines unbehandelten Patienten bekannt.
Wer Ängste schürt, spekuliert mit der sachlichen Unbedarftheit seines
Gegenüber. Doch in gesellschaftspolitischen Fragen die Menschen aufs
Glatteis zu führen, ist unehrenhaft.
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