Missbrauch: Bures/Schönborn Veranstaltung eine „Geste der Verantwortungslosigkeit“

Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt kritisiert parlamentarische Gedenkveranstaltung und kündigt Protestaktion an.

Wien (OTS) - Eine sogenannte “Geste der Verantwortung” zur sexuellen Gewalt durch Kirche und Staat haben Kardinal Schönborn und Parlamentspräsidentin Doris Bures für den 17.11 im Parlament angekündigt. Die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt forderte mehrfach, diese Veranstaltung, bei der die Opfer nicht mal selbst nicht zu Wort kommen, abzusagen. „Kardinal Schönborn hat seit Aufkommen der Kirchenmissbrauchsskandale die Täter vertreten, indem er die Klasnic-Kommission installiert hat. Diese hat die Opfer mit Almosen abgespeist und hält die Daten der Täter bis heute unter Verschluss“ kritisiert Sepp Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. „Schönborn ist bei dieser Veranstaltung Tätervertreter – eine echte Geste der Verantwortungslosigkeit“ so Rothwangl. Er kündigt eine Protestaktion am selben Tag an: „Wir werden unseren Kardinal-Schlitten fein herausputzen, um 16.00 beim Bundeskanzleramt auffahren und zeigen, dass wir mit unseren Anliegen gehört werden wollen.“
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Schönborns leere Versprechen

Auch habe Schönborn damals, beim Aufkommen der Kirchenskandale, Verjährungsverzicht angekündigt, damit die Justiz die Täter, deren Verbrechen Jahrzehnte zurück liegen, zur Verantwortung ziehen kann. „Dieses Angebot war jedoch ein leeres Versprechen“, zeigt sich Rothwangl enttäuscht. Außerdem sei Schönborn selbst in die Skandale involviert, denn auch er habe persönlich Täter durch Nichthandeln gedeckt, indem er eine Frau, die sich hilfesuchend an ihn wandte, trotz Versprechen nicht half.
https://www.youtube.com/watch?v=lxkzgmGM-2k

Alt-BP Fischer zeigt nur Desinteresse

Nun möchte Parlamentspräsidentin Bures einen Schlussstrich unter das leidige Thema ziehen und so die staatliche Verantwortung abgeben, moniert Rothwangl: „Wir fordern, dass der Staat seine Verantwortung wahrnimmt und eine staatliche Kommission zur Aufklärung der Gewalt-und Sexualverbrechen einsetzt.“ Dass der Staat das Thema nur noch totschweigen will, wird auch durch die Haltung von Altbundespräsident Fischer deutlich, der während seiner Amtszeit nie bereit war, sich mit den Betroffenen an einen Tisch zu setzen („hatte vorher keine Zeit“). Die Klasnic-Kommission zeichnete er mit dem goldenen Verdienstzeichen der Republik aus.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160423_OTS0031/

Erst nach seiner Amtszeit, am 14.11.16, hat Fischer die Plattform -lang nach Ende seiner Amtszeit - empfangen, doch das Gespräch dauerte nur knappe 10 Minuten und war von Unverständnis und Desinteresse von Fischers Seite getragen.

Missbrauchs-Doku: „Die Kinder lassen grüßen“

Wie die Kirche an den Vertuschungen beteiligt war und wie der Staat die Schutzinteresse der Kinder vernachlässigt hat, zeigt die aktuelle Filmdoku „Die Kinder lassen grüßen“. Neun Betroffene schildern in nie dagewesener Offenheit, was ihnen angetan wurde.

Trailer: http://die-kinder-lassen-gruessen.at/#trailer www.die-kinder-lassen-gruessen.at
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