• 11.11.2016, 11:08:59
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Trotz Trump - Energiewende nicht aufzuhalten!

Bloomberg New Energy Outlook 2016 zeigt neue Führungsrolle der erneuerbaren Energie im Kraftwerksneubau – GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF: An Dekarbonisierung führt kein Weg vorbei

Utl.: Bloomberg New Energy Outlook 2016 zeigt neue Führungsrolle der
erneuerbaren Energie im Kraftwerksneubau – GLOBAL 2000,
Greenpeace und WWF: An Dekarbonisierung führt kein Weg vorbei =

Wien, 11. November 2016 (OTS) - „Es gibt keinen Weg zurück. Das
Pariser Klimaabkommen ist seit einer Woche in Kraft und damit sind
die Ziele der Vereinbarung verbindlich. An der Dekarbonisierung
unserer Energieversorgung führt kein Weg vorbei. Österreich muss im
Zuge der Erarbeitung seiner Energie- und Klimastrategie ambitionierte
Ziele für eine nahezu vollständige Energieversorgung auf Basis
erneuerbarer Energie - mit klaren Zeitplänen, Instrumenten und
Maßnahmen – festlegen“, so GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF im Rahmen
einer gemeinsam mit IG Windkraft und Erneuerbare Energie Österreich
veranstalteten Tagung heute im Wiener Museumsquartier.

Bei der Veranstaltung wird als eine der Diskussionsgrundlagen auch
der aktuelle New Energy Outlook 2016 von Bloomberg New Energy Finance
(BNEF) vorgestellt, der unter anderem den weltweiten Erfolgszug der
erneuerbaren Energie, insbesondere im Bereich Windkraft und
Photovoltaik, beschreibt. 2015 wurde 53,6 Prozent der neuen
Stromerzeugungskapazitäten - exklusive Großwasserkraft - im Bereich
erneuerbarer Energie (134 GW) errichtet. Das sind drei Mal so viele
wie Kohlekraftwerke (42 GW) und auch Gaskraftwerke (40GW). Neben den
weiter voran schreitenden enormen Kostenreduktionen bei Windkraft und
Solarenergie wird auch der Erfolg der Elektromobilität in den
kommenden Jahren als wesentlicher Treiber der erneuerbaren
Energierevolution gesehen. Laut Bloomberg Szenario werden E-Fahrzeuge
im Jahr 2040 35 Prozent der Pkw-Neuzulassungen ausmachen, was den
Strombedarf um 8 Prozent steigern würde und den Ölbedarf um 13
Millionen Barrel pro Tag senken würde.

Für GLOBAL 2000, Greenpeace und WWF stellt der Bericht einen Anlass
dar, in Österreichs Klima- und Energiestrategie auch die
wirtschaftlichen Chancen als Innovationsmotor des Strukturwandels zu
betonen. Eine klare Perspektive schafft auch Sicherheit für
Unternehmen. Wer frühzeitig in der Lage ist, den Strukturwandel zu
gestalten und die Zeichen der Zeit erkennt, wird als Innovationsmotor
auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Immer mehr Unternehmen in
Österreich wollen diesen Weg gehen. Die Bloomberg-Szenarien zeigen
auch, dass wir trotz des Durchbruchs bei erneuerbaren Energieträgern
noch weit davon entfernt sind, den Pariser Klimazielen gerecht zu
werden. Es braucht mehr Anstrengungen, um die Dekarbonisierung des
Energiesektors umzusetzen. Und es braucht konkrete politische
Rahmenbedingungen dafür.

Wichtige Bausteine dieser Strategie sind:

Klare Perspektive: Klimaneutral bis 2050
Ziel ist die nahezu vollständige Dekarbonisierung des Energiesystems
bis zur Mitte des Jahrhunderts. Wichtige Säulen dafür sind die
Reduktion des Endenergieverbrauchs in Österreich um 50 Prozent
gegenüber 2005, die Reduktion der Treibhausgasemissionen um
mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 und der Ausbau der erneuerbaren
Energien auf de facto 100 Prozent des Endenergiebedarfs.

Wichtige Meilensteine: 100 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030
Die Stromversorgung erfolgt bis 2030 bilanziell vollständig auf Basis
erneuerbarer Energie; der Anteil der erneuerbaren Energien steigt auf
mehr als 60 Prozent des Endenergiebedarfs. Ziel ist die Reduktion des
Endenergieverbrauchs um 30 Prozent gegenüber 2005.

Verlässliches und deutliches CO2-Preissignal
Ein wesentliches Instrument zur Zielerreichung sind ansteigende
CO2-Mindestpreise, die vorhersehbare, stabile Rahmenbedingungen
schaffen. Auch auf nationaler Ebene sind entsprechende Preissignale
umsetzbar.

Neuausrichtung steuerlicher Anreize
Beendigung der kontraproduktiven Subventionen (mindestens 4 Mrd. Euro
pro Jahr) wie etwa der steuerlichen Begünstigung von Heizöl oder
Diesel und der Förderung klimaschädlicher Strukturen.
Klimaneutral wird schrittweise zum Standard
Ob in der Mobilität, bei Gebäuden oder in der Kraftwerks-

Infrastruktur: Der schrittweise Ausstieg aus fossiler Energie geht
auch damit einher, insbesondere bei langfristig wirksamen Strukturen
jene Qualitätsstandards zu setzen, die Treibhausgasneutralität
ermöglichen und Lock-In Effekte vermeiden.

Dass man mit ambitionierten Schritten nicht allein ist, beweisen
viele Beispiele:

+ Schweden – Netto-Null-Emissionen bis 2045. Nach der geplanten 40
Prozent Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 (auf Basis
1990) bekennt sich Schweden auch zum Ziel, bis 2045
Netto-Null-Emissionen zu erreichen. 85 Prozent der Emissionen soll
durch eigene Maßnahmen verringert werden sollen, 15 Prozent durch
Offsetting, also durch Investitionen in CO2-einsparenden Maßnahmen,
in anderen Staaten erreicht werden.

+ Dänemark 100 Prozent Strom- und Wärme bis 2035: Dänemark plant in
seiner Energiestrategie, bis 2050 vollständig erneuerbar versorgt und
somit unabhängig von Kohle, Öl und Erdgas zu sein. Im Jahr 2035 soll
der gesamte Strom- und Wärmebedarf auf Basis erneuerbarer Energie
abgedeckt werden. Bereits seit 2013 ist die Installation von Öl- und
Gasheizungen in Neubauten untersagt. Seit dem 1. Januar 2016 gilt
auch bei Sanierungen im Gebäudebestand ein Verbot von Ölheizungen,
sofern Fernwärme zur Verfügung steht.

+ Die Stadt Kopenhagen hat bereits vor einigen Jahren das ehrgeizige
Ziel beschlossen, bis 2025 die erste Stadt zu sein, die bilanziell
klimaneutral ist. 228 Städte aus allen Kontinenten haben sich im Zuge
einer Initiative rund um die Klimakonferenz in Paris zu einer
Treibhausgas-Verringerung im Ausmaß von 13 Gigatonnen
CO2-Äquivalenten bis 2050 bekannt.

+ Norwegen gilt als Vorreiter in Sachen Elektromobilität und sehr
ambitioniert in der Gestaltung der Transformation. Aktuell besitzt
bereits jedes vierte neu zugelassene Modell einen Elektroantrieb;
E-Mobile stellen bereits drei Prozent des Fahrzeugbestands dar. Bis
2030 sollen die Emissionen aus dem Verkehr um die Hälfte gegenüber
den aktuellen Werten halbiert werden. Ziel ist, dass von 2025 an nur
noch elektrisch angetriebene Fahrzeuge verkauft werden dürfen.

+ Immer mehr Staaten und Regionen setzen auf CO2-Preise: Neben der
steigenden Anzahl internationaler CO2-Bepreisungsinstrumente in
großen Wirtschaftsräumen, etwa über Emissionshandelssysteme, sind
zahlreiche nationalstaatlichen Initiativen in der Umsetzung einer
entsprechenden Steuergewichtung erfolgreich. Die höchsten Preise pro
Tonne CO2-Äquivalent laut Weltbank: Schweden (137 US$), gefolgt von
der Schweiz (88 US$) und Finnland (62-66 US$) sowie Norwegen (53
US$). Großbritannien hat 2013 einen CO2-Mindestpreis im Strommarkt
etabliert.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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