• 10.11.2016, 14:31:32
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Gewerbe und Handwerk: Duale Ausbildung als volkswirtschaftlicher Pluspunkt

Bundesspartenkonferenz thematisiert geplante Reformvorhaben – Digitalisierung mehr in den Fokus der Betriebe bringen

Utl.: Bundesspartenkonferenz thematisiert geplante Reformvorhaben –
Digitalisierung mehr in den Fokus der Betriebe bringen =

Wien (OTS) - „Mehr Wettbewerb, ein modernes Betriebsanlagenrecht und
Entlastungen für Unternehmerinnen und Unternehmer – die Reform der
Gewerbeordnung wird wesentliche Impulse für den Wirtschaftsstandort
Österreich mit sich bringen. Die Möglichkeiten für Unternehmen werden
durch die Ausweitung der Nebenrechte deutlich liberaler. Gleichzeitig
bleibt für den Konsumenten gewahrt, dass er sich auf die
Qualifikation und die Qualität, die ihm angeboten wird, verlassen
kann“, betonte heute, Donnerstag, die Obfrau der Bundessparte Gewerbe
und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster, im Rahmen der
Bundesspartenkonferenz in Eisenstadt. Als „wirklich großer Schritt“
seien die Neuerungen im Betriebsanlagenrecht zu werten, denn hier
werde der Bürokratie ein „ordentliches Scheibchen“ abgeschnitten.

Die duale Ausbildung ist untrennbar mit dem Meister verbunden,
international gesehen ist dies das Erfolgsmodell das von anderen
Ländern nachgefragt wird. „Wo sonst sollte die Mehrzahl der
heimischen Jugendlichen ausgebildet werden, als in den Betrieben?“,
so die Obfrau. Gerade angesichts einer Ausbildungspflicht bis 18
müsse man die Betriebe stärken. Die Arbeitslosenquote beträgt nach
Angaben des AMS bei Personen mit Pflichtschulabschluss derzeit 27
Prozent. Sobald jemand aber einen Lehrabschluss hat, sinkt die Quote
auf sieben Prozent. „Eindrucksvolle Zahlen, die belegen, wie wertvoll
eine Ausbildung auf betrieblicher Ebene ist“, so
Scheichelbauer-Schuster.

Mahrer: Digitalisierung ist große Chance für Gewerbe- und
Handwerksbetriebe

Staatssekretär Harald Mahrer betonte in seiner Keynote die besondere
Bedeutung der Digitalisierung, die noch mehr in den Fokus der
Betriebe rücken müsse. „Wir wollen Österreich in die Gruppe der
Innovation Leader führen und dafür ist es notwendig das Potential der
Digitalisierung stärker zu nutzen. Gerade für Gewerbe- und
Handwerksbetriebe bieten die neuen Technologien eine große Chance, um
im stärker werdenden internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein.
Daher starten wir eine neue Digitalisierungs-Offensive, die speziell
unsere KMU fit für die Zukunft machen soll. Dafür werden wir fünf
Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stellen.“ Das neue Programm
„go.digital“, in Anlehnung an das von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA
(AWO) betreute und vom BMWFW finanzierte Programm "go.international",
wird 2017 starten und soll nach zwei Jahren evaluiert und im Falle
einer positiven Beurteilung verlängert werden. Das Programm soll in
drei Clustern aufgebaut werden, um die genannten Herausforderungen
gezielt zu adressieren: Awareness (Aufbau einer
Informationsplattform, Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit),
Transformation (Gezielte Förderung von Beratungsleistungen zur
Entwicklung einer Digitalen Strategie für das Unternehmen) und
Qualification & Know how (Gezielte Förderung der Qualifizierung von
Mitarbeitern, Umsetzung von Innovationszentren für KMU - „Digital
Innovation Hubs“).

Qualifikation der Mitarbeiter und Qualität der Produkte machen
Gewerbe und Handwerk aus

„Wer Gewerbe und Handwerk sagt, meint die Qualifikation unserer
Mitarbeiter und die Qualität der angebotenen Produkte unserer
Betriebe“, so die Obfrau. Das zeige auch die aktuell publizierte
Befragung der WK Steiermark, 66 Prozent der befragten Unternehmen
gehen bei einer umfassenden Liberalisierung von mangelnder
Professionalität der Mitbewerber aus. „Wir stehen dazu, dass mit der
Ausweitung der Nebenrechte um 30 Prozent bereits ein großes Ventil
geöffnet wird, damit sich Betriebe freier am Markt bewegen können.
Damit einhergehen wird ein deutlicher Rückgang an Gewerbescheinen und
Gewerbeanmeldungen, insgesamt eine Entlastung in Höhe von 30
Millionen Euro pro Jahr“, erläuterte die Obfrau.

„Wir haben zuletzt entscheidende Tage für das österreichische Gewerbe
und Handwerk erlebt. Dass die Bedeutung des reglementierten Bereichs
anerkannt wurde und damit die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung,
die die duale Fachkräfteausbildung für den Standort hat, ist ein
positives Signal. Dies gilt es zu verstärken, denn die Mehrzahl der
heimischen Jungunternehmer kommt aus der dualen Ausbildung, die
Hälfte unserer Jugendlichen wird in den Betrieben ausgebildet“, so
Scheichelbauer-Schuster abschließend. (PWK848/US)

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