- 10.11.2016, 12:15:55
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Der Arbeitsklima Index zeigt: Das Jammern der Unternehmer trägt Früchte – die Beschäftigten sehen pessimistisch in die Zukunft
Linz (OTS) - Das ständige Gejammere von Unternehmern und ihren
Vertretern macht sich in der Stimmung der Arbeitnehmer/-innen
bemerkbar. Der Österreichische Arbeitsklima Index zeigt nämlich, dass
sich der Optimismus der österreichischen und insbesondere der
oberösterreichischen Beschäftigten für die wirtschaftliche Zukunft
des Landes im dramatischen Sinkflug befindet. Stabil ist hingegen die
Einschätzung der Situation im eigenen Betrieb. „Das zeigt, wie absurd
die Kampagne der Unternehmer ist. Sie jammern – trotz hoher Gewinne –
die österreichische Wirtschaft krank“, kritisiert AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer.
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen die Entwicklung des
eigenen Betriebes durchwegs positiv, während die wirtschaftliche
Entwicklung Österreichs immer schlechter beurteilt wird. „Das zeigt
ganz klar: Die Betriebe stehen gut da, erwirtschaften satte Gewinne –
und jammern dennoch die Wirtschaft krank, um den Sozialstaat abräumen
zu können“, meint AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer das niedere Motiv
für das schon seit Monaten anhaltende Wehklagen von
Wirtschaftsvertretern und Unternehmern.
Sowohl bundesweit als auch in Oberösterreich sehen 85 Prozent der
Beschäftigten die betriebliche Entwicklung positiv. Dieser
Prozentsatz ist seit Jahren konstant hoch. Nur während der Finanz-
und Wirtschaftskrise ist er in ganz Österreich auf 80 Prozent und in
Oberösterreich auf 76 Prozent abgesackt. Seither blicken die
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder optimistischer in die
Zukunft ihres Arbeitgebers – und damit auch auf ihre eigene
Jobsicherheit. Besonders zuversichtlich sind übrigens Beschäftigte in
Betrieben mit Betriebsrat.
Ein detaillierter Blick auf die Einschätzung der wirtschaftlichen
Entwicklung Österreichs offenbart deutliche Unterschiede zwischen
Österreich und Oberösterreich. Während der Optimismus bundesweit
langsam, aber kontinuierlich sinkt und seit rund einem Jahr beim
historischen Tiefststand von 54 Prozent ausharrt, ist der Optimismus
der oberösterreichischen Beschäftigten innerhalb von zwei Jahren von
87 auf 52 Prozent hinunter gerasselt. „Das zeigt schon, dass sich die
oberösterreichischen Industriellen aktuell besonders ins Zeug legen,
wenn es darum geht, die Wirtschaft und Österreich als Ganzes als
abgesandelt darzustellen. Dabei steigen in Wirklichkeit die
Gewinnentnahmen doppelt so stark wie die Löhne. Und die Rendite auf
das eingesetzte Eigenkapital beträgt 20 Prozent und mehr“, ärgert
sich Kalliauer.
Die AK fordert daher die Wirtschaftsvertreter auf, endlich mit ihrer
Kampagne aufzuhören. Stattdessen sollen sie dafür sorgen, dass Arbeit
wieder gerecht entlohnt wird. Seit Jahren bleiben die Reallöhne
gleich, aber das Leben wird immer teurer. Gleichzeitig steigen die
Gewinne der großen Unternehmen und die Reichen werden immer reicher.
Die Mittelschicht und die unteren Einkommensschichten dürfen nicht
auf der Strecke bleiben. Denn sie kurbeln mit ihrem Konsum die
Wirtschaft an.
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