- 10.11.2016, 11:02:39
- /
- OTS0092
Kurt-Rothschild-Preis für Wirtschaftspublizistik an WIFO-Ökonomen Stefan Schiman
Wien (OTS) - Der WIFO-Ökonom Stefan Schiman wird für seine Arbeit
"Zur Wachstumsschwäche und erhöhten Inflation in Österreich" und
deren journalistische Aufbereitung mit einem von sechs von
Karl-Renner-Institut und SPÖ-Parlamentsklub erstmals verliehenen
Kurt-Rothschild-Preisen für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. In
seiner Arbeit zeigt er, dass die Diagnose eines Nachlassens der
Wettbewerbsfähigkeit für die österreichische Volkswirtschaft verfrüht
ist.
Ab 2012 waren in Österreich Hinweise auf ein Nachlassen der
preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu beobachten: Verlangsamung des
Wirtschaftswachstums bei gleichzeitig im Ländervergleich
überdurchschnittlicher Inflation. Eine erhöhte Inflation als Abbild
eines überdurchschnittlichen Anstieges der Arbeitskosten würde die
Ausfuhr hemmen mit negativen Folgewirkungen auf die Binnenwirtschaft.
Wirtschaftspolitisch müsste ein solches Problem durch
Lohnzurückhaltung gelöst werden.
Stefan Schiman zeigt in seinem Artikel in den
WIFO-Monatsberichten, dass viele Elemente dieser Wirkungskette auf
Österreich nicht zutreffen: Der real-effektive Wechselkurs
verschlechterte sich in diesem Zeitraum nicht, die Exporte leisteten
anhaltend positive Wachstumsbeiträge, die Außenhandelsbilanz
verbesserte sich, und die Volkswirtschaft wandelte sich vom
Nettoschuldner zum Nettogläubiger gegenüber dem Rest der Welt. Höher
als im Ausland war die Inflation vor allem im Bereich der
freizeitbezogenen und tourismusnahen Dienstleistungen; dies wird
daher als Folge der kräftigen Nachfrage (zum Teil durch
Tourismusexporte) bei gleichzeitig starker Beschäftigungsausweitung
(d. h. geringer Produktivität) in diesen Wirtschaftszweigen
identifiziert. Ein weiterer Preistreiber, der die verfügbaren
Einkommen dämpfte, sind Wohnungsmieten. Die kräftige Zunahme des
Arbeitskräfteangebotes erschwerte zudem Lohnsteigerungen und schürte
die Angst um den Arbeitsplatz. Die Wachstumsschwäche zeigte sich
daher vor allem in einer lahmenden Konsumnachfrage.
Für seinen Artikel wurde Stefan Schiman nun von
Karl-Renner-Institut und SPÖ-Parlamentsklub mit dem erstmals
vergebenen Kurt-Rothschild-Preis ausgezeichnet. Der 32-jährige
Steirer, der seit 2012 am WIFO forscht, erhält eine von sechs
Auszeichnungen. Der Preis erinnert an das wissenschaftliche Werk von
Univ.-Prof. Dr. Kurt Rothschild und ist mit insgesamt 10.000 €
dotiert. Für das WIFO hat er eine besondere Bedeutung: Rothschild war
nach seiner Rückkehr aus dem Exil von 1947 bis 1966 am WIFO tätig und
blieb dem Institut danach als Konsulent verbunden. Er prägte die
Wirtschaftsforschung in Österreich nachhaltig. Der Jury des
Rothschild-Preises gehörten u. a. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny,
AK-Ökonom Markus Marterbauer sowie die Universitätsprofessoren
Engelbert Stockhammer und Wilfried Altzinger an.
Quellen:
Kurt-Rothschild-Preis:
http://www.renner-institut.at/kurt-rothschild-preis/
Artikel in den WIFO-Monatsberichten:
http://monatsberichte.wifo.ac.at/58688
Blogbeitrag: http://tinyurl.com/nog5mt4
Foto: http://www.wifo.ac.at/stefan_schiman
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO






