Internationale Schlepperorganisation ausgehoben

13 Festnahmen bei koordiniertem Zugriff in Österreich und Deutschland

Wien (OTS) - In den frühen Morgenstunden des 9. November 2016 konnten in einem koordinierten Zugriff insgesamt 13 Personen in Österreich und Deutschland festgenommen werden. Das Landeskriminalamt (LKA) Wien führte in Kooperation mit dem Joint Operational Office zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt (BK) Wien seit dem Frühjahr 2016 operative Ermittlungen gegen eine international agierende Schleppergruppierung durch.

Aufgrund von Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft Wien erfolgte in den frühen Morgenstunden des 9. November 2016 der koordinierte Zugriff an sieben Zieladressen in Wien. An der Durchführung beteiligten sich insgesamt rund 100 Beamte des österreichischen BK, des LKA Wien sowie der Direktion für Sondereinheiten (DSE). Dabei konnten fünf Personen aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen werden. Zu zwei weiteren Personen laufen zurzeit Überprüfungen wegen möglicher Tatbeteiligungen. Bei den Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Computer, Mobiltelefone und andere Beweismittel sichergestellt. Die Beschuldigten werden nach den Beschuldigtenvernehmungen in die Justizanstalt Wien eingeliefert werden.

Vorgehensweise der Schlepper

Die Schlepperorganisation spezialisierte sich auf Schleppungen von irakischen, syrischen und türkischen Staatsangehörigen von der Türkei über die unterschiedlichsten Routen nach Österreich, wobei anschließend die Weiterschleppung nach Deutschland erfolgte. Die Hauptverantwortlichen dieser Schlepperorganisation sind in der Türkei und entlang der bestehenden Schlepperrouten am Balkan ansässig und sind seit Jahren für Schleppungen nach und über Österreich verantwortlich.

Als Zielland der Schleusungen war in erster Line Deutschland vorgesehen. Für die jeweiligen Schleppungen wurden Summen zwischen 5.000 und 6.000 Euro verlangt. Im Zuge der Ermittlungen konnten dieser international verzweigten Schlepperorganisation in Österreich bis dato zumindest 30 Schleusungen, bei denen zumindest 200 Personen geschleppt wurden, nachgewiesen werden. Die Summe des dabei erwirtschafteten Gewinns dürfte somit bei mehr als einer Millionen Euro liegen. Wie viele Schleppungen tatsächlich geplant und durchgeführt worden sind, ist noch Gegenstand der Ermittlungen

Kooperation mit Deutschland

Zeitgleich erfolgten im Rahmen der Operation – die Bestandteil der Europol Initiative European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (EMPACT) ist – in Deutschland, acht Hausdurchsuchungen und sechs Verhaftungen seitens der deutschen Polizeibehörden. Bei diesem koordinierten Zugriff waren über 300 Exekutivbeamte von verschiedenen Polizeieinheiten in Deutschland im Einsatz. Die Ermittlungen werden fortgeführt.

„Ich gratuliere allen Beteiligten zu den internationalen Ermittlungen, die heute schlussendlich zu diesen Festnahmen geführt haben“, so Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka. „Diese Kooperation zeigt, dass organisierte Schlepperei nur europaweit bekämpft werden kann. Sie ist daher ein Musterbeispiel des internationalen Austausches und erfolgreicher operativer Maßnahmen.“

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