- 09.11.2016, 12:41:47
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- OTS0161
Internationale Schlepperorganisation ausgehoben
13 Festnahmen bei koordiniertem Zugriff in Österreich und Deutschland
Utl.: 13 Festnahmen bei koordiniertem Zugriff in Österreich und
Deutschland =
Wien (OTS) - In den frühen Morgenstunden des 9. November 2016 konnten
in einem koordinierten Zugriff insgesamt 13 Personen in Österreich
und Deutschland festgenommen werden. Das Landeskriminalamt (LKA) Wien
führte in Kooperation mit dem Joint Operational Office zur Bekämpfung
der Schlepperkriminalität im Bundeskriminalamt (BK) Wien seit dem
Frühjahr 2016 operative Ermittlungen gegen eine international
agierende Schleppergruppierung durch.
Aufgrund von Festnahmeanordnungen der Staatsanwaltschaft Wien
erfolgte in den frühen Morgenstunden des 9. November 2016 der
koordinierte Zugriff an sieben Zieladressen in Wien. An der
Durchführung beteiligten sich insgesamt rund 100 Beamte des
österreichischen BK, des LKA Wien sowie der Direktion für
Sondereinheiten (DSE). Dabei konnten fünf Personen aufgrund
bestehender Haftbefehle festgenommen werden. Zu zwei weiteren
Personen laufen zurzeit Überprüfungen wegen möglicher
Tatbeteiligungen. Bei den Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche
Computer, Mobiltelefone und andere Beweismittel sichergestellt. Die
Beschuldigten werden nach den Beschuldigtenvernehmungen in die
Justizanstalt Wien eingeliefert werden.
Vorgehensweise der Schlepper
Die Schlepperorganisation spezialisierte sich auf Schleppungen von
irakischen, syrischen und türkischen Staatsangehörigen von der
Türkei über die unterschiedlichsten Routen nach Österreich, wobei
anschließend die Weiterschleppung nach Deutschland erfolgte. Die
Hauptverantwortlichen dieser Schlepperorganisation sind in der Türkei
und entlang der bestehenden Schlepperrouten am Balkan ansässig und
sind seit Jahren für Schleppungen nach und über Österreich
verantwortlich.
Als Zielland der Schleusungen war in erster Line Deutschland
vorgesehen. Für die jeweiligen Schleppungen wurden Summen zwischen
5.000 und 6.000 Euro verlangt. Im Zuge der Ermittlungen konnten
dieser international verzweigten Schlepperorganisation in Österreich
bis dato zumindest 30 Schleusungen, bei denen zumindest 200 Personen
geschleppt wurden, nachgewiesen werden. Die Summe des dabei
erwirtschafteten Gewinns dürfte somit bei mehr als einer Millionen
Euro liegen. Wie viele Schleppungen tatsächlich geplant und
durchgeführt worden sind, ist noch Gegenstand der Ermittlungen
Kooperation mit Deutschland
Zeitgleich erfolgten im Rahmen der Operation – die Bestandteil der
Europol Initiative European Multidisciplinary Platform Against
Criminal Threats (EMPACT) ist – in Deutschland, acht
Hausdurchsuchungen und sechs Verhaftungen seitens der deutschen
Polizeibehörden. Bei diesem koordinierten Zugriff waren über 300
Exekutivbeamte von verschiedenen Polizeieinheiten in Deutschland im
Einsatz. Die Ermittlungen werden fortgeführt.
„Ich gratuliere allen Beteiligten zu den internationalen
Ermittlungen, die heute schlussendlich zu diesen Festnahmen geführt
haben“, so Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka. „Diese Kooperation
zeigt, dass organisierte Schlepperei nur europaweit bekämpft werden
kann. Sie ist daher ein Musterbeispiel des internationalen
Austausches und erfolgreicher operativer Maßnahmen.“
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