• 09.11.2016, 09:42:54
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  • OTS0037

E-Wirtschaft enttäuscht über voreilige Entscheidung der EU-Regulatoren zu Strompreiszone

Oesterreichs Energie für gemeinsames Vorgehen aller österreichischen Akteure bei entscheidenden Verhandlungsrunden

Utl.: Oesterreichs Energie für gemeinsames Vorgehen aller
österreichischen Akteure bei entscheidenden Verhandlungsrunden =

Wien (OTS) - Als voreilige und enttäuschende Entscheidung
kommentierte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs
Energie, der Interessenvertretung der heimischen
Elektrizitätswirtschaft, den mehrheitlichen Beschluss des Board of
Regulators der EU-Regulierungsagentur ACER zur Einführung eines
Engpassmanagements für die grenzüberschreitenden Stromtransporte
zwischen Deutschland und Österreich. Es gebe keinen technischen
Engpass zwischen Deutschland und Österreich. Die Regulatoren setzten
sich somit über europäisches Recht hinweg und überschreiten mit
dieser Entscheidung zudem ihre Kompetenzen. Anzengruber begrüßte
ausdrücklich die Ankündigung der E-Control, beim Beschwerdeausschuss
von ACER Beschwerde dagegen einzulegen, sobald der Direktor von ACER
die endgültige Entscheidung getroffen und publiziert hat.

Aus Sicht von Oesterreichs Energie ist ACER weder für die Aufteilung
von Strom-Gebotszonen zuständig noch gebe es eine ausreichende
Begründung für einen derartigen Schritt. Wie ein Rechtsgutachten
kürzlich bestätigte, stehen Marktteilnehmern sogar
Schadenersatzklagen gegen ACER offen. Anzengruber: „Die Frage um die
es aktuell geht, fällt in die Zuständigkeit des Verbands der
Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E).ENTSO-E hat für das
vierte Quartal 2017 bereits ein „Bidding Zone Review“ angekündigt.
Wenn es einen Engpass gebe, so Anzengruber, liege dieser innerhalb
Deutschlands und nicht zwischen Deutschland Österreich.

Gemeinsame Lösung auf dem Verhandlungsweg suchen

Eine Lösung für die zeitlich befristeten Probleme im Stromtransport
von Norden nach Süden sollte auf dem Verhandlungsweg und nicht über
Zwangsmaßnahmen zum Nachteil der Stromkunden angestrebt werden,
fordert Oesterreichs Energie. Anzengruber: „Noch ist Zeit genug, für
Kompromisse.“ Jetzt gelte es, die Gespräche mit den deutschen
Behörden zu intensivieren und Alternativ-Lösungen zu vereinbaren.
Oesterreichs Energie werde in diesem Sinn die Vorgangsweise der
Regulierungsbehörde und des Wirtschaftsministeriums unterstützen.

Zeit dafür ist vorhanden: Die Übertragungsnetzbetreiber haben zehn
Monate Frist, das Engpassmanagement zu erarbeiten, das danach noch
von den Regulatoren genehmigt werden muss. Eine von ACER geplante
Zusammenlegung der Regionen „Central-East Europe“ und „Central-West
Europe“ sieht Oesterreichs Energie im Hinblick auf das Funktionieren
der Märkte positiv. Anzengruber: „Größere Märkte“ sind liquider und
bieten mehr Chancen als enge, kleine Märkte.

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