- 09.11.2016, 08:39:54
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Erfolgreiches Trainingsprojekt für ältere Menschen an der MedUni Wien
Größter europäischer Public Health-Kongress im Austria Center Vienna – 30 Projekte der MedUni Wien werden präsentiert
Utl.: Größter europäischer Public Health-Kongress im Austria Center
Vienna – 30 Projekte der MedUni Wien werden präsentiert =
Wien (OTS) - In Österreich sind aktuellen Studien zufolge rund elf
Prozent der über 65-Jährigen gebrechlich („frail“), 41 Prozent sind
von einer Vorstufe betroffen. „Frailty“ ist ein geriatrisches
Syndrom, das aus einer Kombination geringer Muskelmasse und/oder
Muskelkraft, Unter, Über- oder Fehlernährung und chronischer
Entzündung besteht und mit enormen Gesundheitsproblemen für die
Betroffenen verbunden ist. Ein von der MedUni Wien realisiertes
Trainingsprogramm zur Reaktivierung dieser Gruppe konnte
bemerkenswerte Erfolge erzielen – und wurde nun wie auch andere
erfolgreiche MedUni Wien-Projekte im Rahmen des größten europäischen
Public Health-Kongresses (EPH/„All for Health, Health for All) im
Austria Center Vienna präsentiert.
„Es hat sich gezeigt sich, dass körperliches Training und die
Thematisierung ernährungsrelevanter Aspekte mit Hilfe von
ehrenamtlichen Laien im Zuhause der Betroffenen positive Effekte auf
den körperlichen Zustand haben. Von besonderer Bedeutung ist vor
allem der soziale Aspekt“, fasst Thomas E. Dorner vom Institut für
Sozialmedizin der MedUni Wien zusammen. Dorner ist in dieser Woche
zugleich Präsident der Konferenz.
Da viele von Gebrechlichkeit betroffene Menschen alleine leben und
kaum ihre Wohnung verlassen, sind Ernährungs- und Bewegungsprogramme,
die auf soziale Unterstützung setzen, ein gutes Mittel zur Vorbeugung
und Reduktion von Gebrechlichkeit. Die MedUni Wien (Institut für
Sozialmedizin) initiierte daher gemeinsam mit dem Wiener Hilfswerk
und der Sportunion Österreich das Projekt „Gesund fürs Leben“. Das
Projekt wurde vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds
gefördert. Das Setting: Ehrenamtliche, geschulte Freiwillige besuchen
gebrechliche mangelernährte Personen (Durchschnittsalter 83 Jahre)
zweimal wöchentlich in ihren Wohnungen und trainieren gemeinsam mit
den gebrechlichen Personen (Krafttraining mit einem Theraband) und
thematisieren Ernährungsaspekte.
Das Ergebnis: Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung im
Frailty-Status und beim Mangelernährungsrisiko. Dorner: „Die
Prävalenz eines mangelhaften Ernährungsstatus verringerte sich in der
Trainings- und Ernährungsgruppe um 25 Prozent, die der Frailty um 17
Prozent. Das zeigt, dass gesunde Ernährung und körperliche Aktivität
vor allem im Alter eine besondere Bedeutung zur Förderung der
Gesundheit und des Wohlbefindens und der Aufrechterhaltung der
Selbständigkeit haben.“
30 Projekte der MedUni Wien vorgestellt
Insgesamt werden im Rahmen der internationalen Konferenz im Austria
Center Vienna 30 erfolgreiche Public Health-Projekte an der
Medizinischen Universität präsentiert – das reicht von
Themenbereichen wie „Raucherentwöhnung und Lebensqualität“, etwa bei
HIV-PatientInnen; „Onkologische Rehabilitation in Österreich“; über
Studien zur erhöhten Risikobereitschaft von SUV-Fahrern im
Straßenverkehr; zu geschlechtsspezifischem Selbstmanagement bei
Diabetes; zu Bewegungsempfehlungen für Personen ab 50 Jahren; bis hin
zur Erfassung von unterschiedlichen Risikofaktoren für Suizid und der
Analyse von Personen, die ein stationäres Heilverfahren (Kur) in
Anspruch genommen haben oder der Entwicklung eines
Bewegungs-Monitorings für Österreich.
Public Health – ein ganz zentrales Thema an der MedUni Wien
„Wir haben an der MedUni Wien ein großes Zentrum für Public Health
aufgebaut – mit sehr erfolgreichen interdisziplinären
Forschungsschwerpunkten und vielen starken internationalen
Kooperationen. Public Health ist auch in der Lehre zentral vertreten,
und zwar beginnend im ersten Studienjahr im Medizinstudium über einen
mehrwöchigen Kleingruppenunterricht und Vorlesungen im 4.
Studienjahr, bis hin zum Absolvieren eines Teils des
Klinisch-Praktischen Jahres am Zentrum für Public Health. Zudem
bietet die MedUni Wien seit über zehn Jahren einen spezifischen
Universitätslehrgang Master of Public Health in Prävention und
Gesundheitsförderung an und ein Doktoratsstudium. Wir können uns über
diese Entwicklungen freuen und die deutliche Präsenz auf
international renommiertesten Kongressen wie diesem spiegelt die
Bedeutung des Standortes MedUni Wien ebenso wider“, sagt Anita
Rieder, Vizerektorin für Lehre an der Medizinischen Universität Wien.
9. Europäische Public Health-Konferenz 2016 in Wien (EPH)
“All for Health, Health for All”. 9.-12. November 2016, Austria
Center Vienna. Alle Infos: https://ephconference.eu/.
Gleichzeitig findet auch die 19. Wissenschaftliche Tagung der
Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) unter dem
Titel „Integrierte Gesundheit – Integrierte Versorgung“ statt
(9./10.11.). www.oeph.at.
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