• 08.11.2016, 10:42:10
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  • OTS0078

PZV-Studie 2015: Gesamtmarkt weiter rückläufig, langfristige Versicherungsverträge boomen aber. Rendite sehr heterogen.

Wien (OTS) - Die Zahl der Verträge der „Prämienbegünstigten
Zukunftsvorsorge“ (PZV) war 2015 das dritte Jahr in Folge rückläufig.
Der Bestand sank um 5,4% auf 1.505.623 Verträge zum Jahresultimo.
Dabei ging der Bestand bei den Versicherungsunternehmen um 4,5%
zurück, bei den Kapitalanlagegesellschaften (KAG) gar um 23,3%. Der
starke Rückgang bei den KAGs liegt darin begründet, dass diese sich
aus diesem Produkt zurückziehen, seit 2010 kein Neugeschäft mehr
machen und die bestehenden Verträge bei einer Laufzeit von
ausschließlich 10 Jahren nun großteils auslaufen. Auch die
abgegrenzten Prämien bzw. Nettoeinzahlungen gaben im Jahresvergleich
um 5,0% auf € 975 Mio. nach. Bei den Versicherungen war das
Prämienvolumen um 4,4% auf € 940 Mio. rückläufig, bei den KAGs um 20%
auf € 35,9 Mio. Die durchschnittlichen jährlichen Einzahlungen pro
Vertrag haben sich in den vergangenen drei Jahren bei +/- € 640
stabilisiert. Die Nettozuflüsse ließen das in der PZV verwaltete
Vermögen 2015 um
+1,3% auf € 8,2 Mrd. steigen. 2014 hat die Steigerung aber noch +4,3%
betragen. Bei den KAGs gingen die Vermögenswerte um 32% auf € 364
Mio. (2014: € 534 Mio.) zurück, bei den Versicherern stiegen sie um
3,6% auf € 7,8 Mrd. (2014: € 7,5 Mrd.).

Rendite einzelner Produkte extrem unterschiedlich
Die Veranlagungsperformance auf das Gesamtkapital – also kumulierte
Kundenprämien plus staatliche Prämien – war vor Kosten 2015 mit +5,9%
klar positiv. Nach Kosten ist der Ertrag der einzelnen Produkte
jedoch sehr heterogen: Knapp mehr als die Hälfte schließen sogar
negativ ab. Dies zeigt eine Vergleichsrechnung über den 10-jährigen
Zeitraum zwischen 2006 und 2015 mit monatlichen Einzahlungen von €
100 und einem eingezahlten Gesamtbetrag inklusive staatlicher Prämie
von € 12.801. Von 33 in dieser gesamten Periode verfügbaren Produkten
erzielten weniger als die Hälfte positive Erträge (Mittel + € 466),
während 18 Produkte eine negative Entwicklung nach Kosten zu
verzeichnen hatten (Mittel - € 721 Euro). Der Grund dafür liegt
hauptsächlich in der sehr unterschiedlichen Kostenstruktur der
einzelnen Produkte, insbesondere in der Darstellung der gesetzlich
geforderten Garantie auf das eingezahlte Kapital.

Die Kapitalgarantie wird entweder durch Derivate (24,3%), externe
Garantiegeber (31,2%), interne Modelle (24,9%) oder Mischformen davon
(19,6%) dargestellt. Die Zahl der Verträge, bei denen die
ertragswirksame Aktienquote unter 1% gedrückt werden musste, um
zumindest das eingezahlte Kapital garantiert wieder auszahlen zu
können, lag Ende 2015 bei 36.108 oder 2,4 % aller aufrechten
Verträge. 2014 waren dies noch 97.302 Verträge oder 6,1%. Das Problem
dieser sogenannten „ausgestoppten Verträge“ betrifft insbesondere die
KAGs, bei denen der Anteil 16,6% beträgt, während es bei
Versicherungsunternehmen nur knapp 2% der Verträge trifft.
Um insgesamt mehr Transparenz in die sehr heterogenen
Kostenstrukturen der einzelnen Anbieter zu bringen, hat die FMA mit
01.01.2016 die Informationspflichten in der Lebensversicherung
verschärft und die Verwendung einer einheitlichen Tabelle für die
Kostenoffenlegung verordnet.
Die Konsolidierung auf dem Markt der prämienbegünstigten
Zukunftsvorsorge wird sich sehr wahrscheinlich auch in den kommenden
Jahren fortsetzen. Die PZV wird dabei aber immer stärker tatsächlich
zum langfristigen Aufbau einer Altersversicherung verwendet und
weniger als staatlich geförderte Spar- und Anlageform. Verträge mit
Laufzeiten bis 15 Jahre gehen massiv zurück, Verträge mit Laufzeiten
von 25 Jahren und mehr machen bereits 70% aller aus. Knapp mehr als
ein Viertel der Verträge laufen sogar länger als 45 Jahre.

Staatliche Förderung
Die staatliche Förderung betrug in den vergangenen vier Jahren 4,25%
der eingezahlten Prämie. 2010 betrug sie noch 9%, 2011 8,5%. Die
höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung ist von € 2.495,12
(2014) auf € 2.561,22 (2015) gestiegen. Die höchstmögliche staatliche
Prämie für 2016 liegt mit € 113,77 erneut über dem Vorjahreswert (€
108,85) aber deutlich unter dem Höchstwert 2009 von € 210,35.

Die gesamte Studie finden Sie auf der Website der FMA unter dem Link
https://www.fma.gv.at/publikationen/studie-praemienbeguenstigte-zukun
ftsvorsorge/

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