SPÖ-Klubtagung (5) - Drozda: Digitalen Wandel kreativ gestalten

Presseförderung neu aufstellen

Wien (OTS/SK) - Die Digitalisierung der Arbeitswelt wirft viele sozialpolitische Fragen auf, stellte Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien, heute, Montag, in seinem Impulsreferat zum Thema „Arbeitswelt 4.0 und innovatives Wirtschaften“ bei der SPÖ-Klubtagung im Wiener Museumsquartier fest. Bisher ergebe die Prognose über die Chancen und Problemstellungen im Zusammenhang mit „Industrie 4.0“ noch ein sehr uneinheitliches Bild, so der Minister. Klar sei, dass die Digitalisierung in nahezu allen Bereichen zu großen Veränderungen führen wird, neue Betätigungsfelder und Arbeitsformen entstehen werden. „Wir dürfen uns diesen Entwicklungen nicht verschließen, sondern müssen den staatlichen Gestaltungsspielraum nützen, um darauf zu reagieren“, machte Drozda deutlich. ****

Industrielle Ressourcen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, ist Drozda überzeugt. „Eine gute Industrie ist ein wichtiger Faktor“, den man weit weniger schnell aufbauen kann als digitale Strukturen. Dennoch bestehe bei der Digitalisierung und der Gestaltung der Digitalisierung in Österreich Nachholbedarf, betonte der Minister: „Wir müssen mit einer klugen Wirtschaftspolitik die notwendigen Rahmenbedingungen für Innovationen bereitstellen. Wenn uns das gelingt, müssen wir den digitalen Wandel nicht fürchten.“

Der Medienminister nannte als Beispiel die Neugestaltung der Presseförderung. Hier bestehe eine grundsätzliche Herausforderung im Umgang mit der Vielzahl an Online-Plattformen, die keine eigenen redaktionellen Inhalte mehr herstellen. „Viele Menschen informieren sich heute nur noch über Facebook, wo keine Unterscheidung mehr zwischen Information und Meinungen gemacht wird.“ Gleichzeitig stehen traditionelle Medienhäuser unter dem Druck, ihre Inhalte auch online zu Verfügung zu stellen. Der Medienbereich erlebe eine Beschleunigung, es gehe darum, „möglichst viel Traffic“ auf der eigenen Seite zu generieren. Verlagshäuser verlieren ihre herkömmlichen Einnahmequellen in Form von Werbeschaltungen und Abonnements und geraten finanziell zunehmend unter Druck.

„Die Bundesregierung hat sich daher entschlossen, die Medienförderung neu aufzustellen und dabei die journalistischen Arbeitsplätze in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärte Drozda. Die neue Förderung sei „plattformunabhängig“, maßgeblich für eine Medienförderung sei, ob es sich um ein redaktionell gestaltetes Produkt handelt oder nicht.

Medienhäuser erhalten zudem spezielle Förderungen, um sich dem veränderten Marktumfeld anzupassen, etwa im Bereich „Big Data Journalism“. Neue Formen des Journalismus erforderten zudem neue und verbesserte Weiterbildungsinitiativen. Drozda appelliert, „den digitalen Wandel kreativ zu gestalten“ und neue Lösungsansätze für sozialpolitische Fragen zu finden. (Schluss) up/sc

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