• 07.11.2016, 11:45:34
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  • OTS0101

Dziedzic: Für Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem

Grüne Enquete zu Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser zur Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen

Utl.: Grüne Enquete zu Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser
zur Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen =

Wien (OTS) - "Das Wissen rund um die gesundheitliche Versorgung von
lesbischen, bisexuellen, schwulen, trans* und intergeschlechtlichen
(LGBTI) Menschen in Österreich ist äußerst gering. Sowohl als
Patient_innen, wie auch als Fachpersonal, scheinen LGBTI im
Gesundheitsbereich völlig inexistent zu sein", stellt Ewa Dziedzic,
Bundesrätin und LGBTI Sprecherin der Grünen, fest. Aus diesem Grund
veranstalten die Grünen heute eine öffentliche Enquete mit dem Thema
„Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser zur
Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen“. Gelebte Diversität im
Gesundheitsbereich ist noch ein relativ unbekanntes Feld. Vor allem,
wenn es um die Diversitätskategorie "sexuelle Orientierung und
Geschlechtsidentität" geht.

Homosexualität wurde lange kriminalisiert und pathologisiert – bis
1992 führte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als
Krankheit im Diagnoseschlüssel auf. Trans* Menschen erleben diese
Pathologisierung nach wie vor und mussten sich in Österreich bis 2009
vor einer Geschlechtsangleichung sterilisieren lassen.
Inter*geschlechtliche Menschen kämpfen darum, überhaupt wahrgenommen
zu werden und fordern ein Ende der geschlechtszuweisenden Operationen
im Baby und Kindesalter.

Im englischen Sprachraum gibt es zahlreiche Veröffentlichungen zu
LGBTI- Gesundheit. In Österreich findet sich nichts dergleichen.
"Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier von einer sehr heterogenen
Gruppe sprechen, die aber die Unsichtbarkeit ihrer Bedürfnisse
gemeinsam hat. Grundsätzlich gehen Expert_innen im Gesundheitswesen
von einer heterosexuellen Lebensweise ihrer Patient_innen aus“,
erläutert Dziedzic und weiter: „Es gibt nun die Möglichkeit sich zu
outen und möglicherweise Diskriminierung zu erfahren oder zu
schweigen. Schweigen beeinträchtigt den Kontakt und verhindert eine
adäquate Gesundheitsversorgung oder verunmöglicht eine therapeutische
Behandlung.“ Subtile oder offene Diskriminierungserfahrungen sind ein
Stressfaktor und beeinträchtigen längerfristig gesehen die psychische
Gesundheit und das Wohlbefinden von LGBTI Menschen.

„Die Rahmen-Gesundheitsziele 1, 2 und 9 des Gesundheitsministeriums
bieten die Möglichkeit auch speziell auf die Bedürfnisse von LGBTI
Menschen einzugehen. Konkrete Veränderungen müssen folgendes
umfassen: Eine Aufnahme von LGBTI Themen in Ausbildungen von
medizinischem Fachpersonal und Therapeut_innen, mehr Forschung und
Informationsbroschüren sowie den Einbezug von LGBTI Personen in diese
Prozesse“, fordert die Grüne LGBTI Sprecherin in Bezug auf die
Rahmen-Gesundheitsziele
(http://www.gesundheitsziele-oesterreich.at/die-10-ziele/).
Nähere Infos zur Enquete der Grünen „Diversität im
Gesundheitsbereich: Wegweiser zur Gesundheitsversorgung für LGBTI
Personen“ sind auf der Website der Grünen zu finden:
https://www.gruene.at/themen/lesben-schwule-trans-und-intersexuelle/enquete-diversitaet-im-gesundheitsbereich

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