Dziedzic: Für Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem

Grüne Enquete zu Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser zur Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen

Wien (OTS) - "Das Wissen rund um die gesundheitliche Versorgung von lesbischen, bisexuellen, schwulen, trans* und intergeschlechtlichen (LGBTI) Menschen in Österreich ist äußerst gering. Sowohl als Patient_innen, wie auch als Fachpersonal, scheinen LGBTI im Gesundheitsbereich völlig inexistent zu sein", stellt Ewa Dziedzic, Bundesrätin und LGBTI Sprecherin der Grünen, fest. Aus diesem Grund veranstalten die Grünen heute eine öffentliche Enquete mit dem Thema „Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser zur Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen“. Gelebte Diversität im Gesundheitsbereich ist noch ein relativ unbekanntes Feld. Vor allem, wenn es um die Diversitätskategorie "sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität" geht.

Homosexualität wurde lange kriminalisiert und pathologisiert – bis 1992 führte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheit im Diagnoseschlüssel auf. Trans* Menschen erleben diese Pathologisierung nach wie vor und mussten sich in Österreich bis 2009 vor einer Geschlechtsangleichung sterilisieren lassen. Inter*geschlechtliche Menschen kämpfen darum, überhaupt wahrgenommen zu werden und fordern ein Ende der geschlechtszuweisenden Operationen im Baby und Kindesalter.

Im englischen Sprachraum gibt es zahlreiche Veröffentlichungen zu LGBTI- Gesundheit. In Österreich findet sich nichts dergleichen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier von einer sehr heterogenen Gruppe sprechen, die aber die Unsichtbarkeit ihrer Bedürfnisse gemeinsam hat. Grundsätzlich gehen Expert_innen im Gesundheitswesen von einer heterosexuellen Lebensweise ihrer Patient_innen aus“, erläutert Dziedzic und weiter: „Es gibt nun die Möglichkeit sich zu outen und möglicherweise Diskriminierung zu erfahren oder zu schweigen. Schweigen beeinträchtigt den Kontakt und verhindert eine adäquate Gesundheitsversorgung oder verunmöglicht eine therapeutische Behandlung.“ Subtile oder offene Diskriminierungserfahrungen sind ein Stressfaktor und beeinträchtigen längerfristig gesehen die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von LGBTI Menschen.

„Die Rahmen-Gesundheitsziele 1, 2 und 9 des Gesundheitsministeriums bieten die Möglichkeit auch speziell auf die Bedürfnisse von LGBTI Menschen einzugehen. Konkrete Veränderungen müssen folgendes umfassen: Eine Aufnahme von LGBTI Themen in Ausbildungen von medizinischem Fachpersonal und Therapeut_innen, mehr Forschung und Informationsbroschüren sowie den Einbezug von LGBTI Personen in diese Prozesse“, fordert die Grüne LGBTI Sprecherin in Bezug auf die Rahmen-Gesundheitsziele
(http://www.gesundheitsziele-oesterreich.at/die-10-ziele/).
Nähere Infos zur Enquete der Grünen „Diversität im Gesundheitsbereich: Wegweiser zur Gesundheitsversorgung für LGBTI Personen“ sind auf der Website der Grünen zu finden:
https://www.gruene.at/themen/lesben-schwule-trans-und-intersexuelle/enquete-diversitaet-im-gesundheitsbereich

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