- 06.11.2016, 10:00:01
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Kalliauer kritisiert Personalabbau trotz Gewinnen und hohen Ausschüttungen bei der Papierfabrik Steyrermühl
Linz (OTS) - AK-Präsident Kalliauer kritisiert den geplanten Abbau
von 125 Beschäftigten in der Papierfabrik Steyrermühl scharf. „Der
Mutterkonzern UPM hat in den ersten drei Quartalen des heurigen
Jahres sein Ergebnis vor Steuern und Zinsen um fast ein Drittel
gesteigert. Auch das Werk in Steyrermühl hat im Vorjahr einen
ordentlichen Gewinn erwirtschaftet. In dieser Situation den Abbau
fast eines Drittels der Belegschaft in Steyrermühl wegen angeblich
mangelnder Nachfrage zu beschließen, ist menschenverachtend“, so der
AK-Präsident.
Laut eigenen Angaben steht der Mutterkonzern der Papierfabrik
Steyrermühl UPM blendend da. Der vom Konzern selbst veröffentlichte
Zwischenbericht zu den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 trägt
den Titel: Verbesserung der Performance im zweiten Halbjahr 2016
fortgesetzt - hervorragendes, saisonal starkes drittes Quartal“
In diesem Bericht finden sich folgende Angaben:
• Starker operativer Cashflow auf Rekordniveau
• Der operative Cashflow ist von 795 Mio. Euro auf 1.281 Mio. Euro
gestiegen
• Das vergleichbare EBIT stieg um 28 Prozent von 699 Mio. Euro auf
859 Mio. Euro
• Auch im Werk Steyrermühl ist die Entwicklung wirtschaftlich
positiv: Der Jahresüberschuss (Jahresergebnis nach Steuern) lag im
Jahr 2015 bei 3,14 Millionen Euro. Auch 2014 hätte es einen Gewinn
gegeben, wenn nicht die Abwertung einer Tochtergesellschaft das
Ergebnis verzerrt hätte.
„An der Papierfabrik Steyrermühl lässt sich exemplarisch ein
bedenklicher Trend ablesen, der die Unternehmenspolitik in
Aktiengesellschaft insgesamt kennzeichnet. Statt das erwirtschaftete
Geld in den Bestand der Unternehmen und die Sicherung der
Arbeitsplätze zu investieren, wird es in hohem Maß Ausmaß an die
Eigentümer ausgeschüttet“, sagt Kalliauer. Während bei der
Papierfabrik Steyrermühl die Investitionen in Sachanlagen im Jahr
2015 mickrige 2.347 Euro pro Beschäftigtem ausmachten (insgesamt 1,03
Mio. Euro) betrugen die Gewinnausschüttung an die Eigentümer 68.493
Euro pro Beschäftigtem (insgesamt 30,0 Mio. Euro)!
Mit dieser einseitigen radikalen Ausrichtung der
Unternehmensstrategien an den Rendite-Interessen der Aktionäre, die
zu Lasten der Beschäftigten und auch der langfristigen
Unternehmensinteressen geht, muss endlich Schluss gemacht werden“,
sagt der AK-Präsident und fordert eine Rücknahme der
Personalabbaupläne in der Papierfabrik Steyrermühl.
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