Kalliauer kritisiert Personalabbau trotz Gewinnen und hohen Ausschüttungen bei der Papierfabrik Steyrermühl

Linz (OTS) - AK-Präsident Kalliauer kritisiert den geplanten Abbau von 125 Beschäftigten in der Papierfabrik Steyrermühl scharf. „Der Mutterkonzern UPM hat in den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres sein Ergebnis vor Steuern und Zinsen um fast ein Drittel gesteigert. Auch das Werk in Steyrermühl hat im Vorjahr einen ordentlichen Gewinn erwirtschaftet. In dieser Situation den Abbau fast eines Drittels der Belegschaft in Steyrermühl wegen angeblich mangelnder Nachfrage zu beschließen, ist menschenverachtend“, so der AK-Präsident.

Laut eigenen Angaben steht der Mutterkonzern der Papierfabrik Steyrermühl UPM blendend da. Der vom Konzern selbst veröffentlichte Zwischenbericht zu den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 trägt den Titel: Verbesserung der Performance im zweiten Halbjahr 2016 fortgesetzt - hervorragendes, saisonal starkes drittes Quartal“
In diesem Bericht finden sich folgende Angaben:
• Starker operativer Cashflow auf Rekordniveau
• Der operative Cashflow ist von 795 Mio. Euro auf 1.281 Mio. Euro gestiegen
• Das vergleichbare EBIT stieg um 28 Prozent von 699 Mio. Euro auf 859 Mio. Euro
• Auch im Werk Steyrermühl ist die Entwicklung wirtschaftlich positiv: Der Jahresüberschuss (Jahresergebnis nach Steuern) lag im Jahr 2015 bei 3,14 Millionen Euro. Auch 2014 hätte es einen Gewinn gegeben, wenn nicht die Abwertung einer Tochtergesellschaft das Ergebnis verzerrt hätte.

„An der Papierfabrik Steyrermühl lässt sich exemplarisch ein bedenklicher Trend ablesen, der die Unternehmenspolitik in Aktiengesellschaft insgesamt kennzeichnet. Statt das erwirtschaftete Geld in den Bestand der Unternehmen und die Sicherung der Arbeitsplätze zu investieren, wird es in hohem Maß Ausmaß an die Eigentümer ausgeschüttet“, sagt Kalliauer. Während bei der Papierfabrik Steyrermühl die Investitionen in Sachanlagen im Jahr 2015 mickrige 2.347 Euro pro Beschäftigtem ausmachten (insgesamt 1,03 Mio. Euro) betrugen die Gewinnausschüttung an die Eigentümer 68.493 Euro pro Beschäftigtem (insgesamt 30,0 Mio. Euro)!

Mit dieser einseitigen radikalen Ausrichtung der Unternehmensstrategien an den Rendite-Interessen der Aktionäre, die zu Lasten der Beschäftigten und auch der langfristigen Unternehmensinteressen geht, muss endlich Schluss gemacht werden“, sagt der AK-Präsident und fordert eine Rücknahme der Personalabbaupläne in der Papierfabrik Steyrermühl.

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