Mittelfristige WIFO-Prognose: Arbeitslosigkeit steigt bis 2019/20 weiter

Wien (OTS) - Die Arbeitslosenquote wird bis 2019/20 auf 9,8% steigen, in erster Linie weil das Arbeitskräfteangebot aus dem In- und Ausland wächst. Eine leichte Entspannung zeichnet sich erst im Jahr 2021 ab.

Das Wirtschaftswachstum gewinnt in Österreich in den kommenden fünf Jahren zwar etwas an Kraft, die Arbeitslosigkeit wird aber weiter steigen. Den Höchstwert dürfte die Arbeitslosenquote 2019/20 mit 9,8% erreichen (gemäß AMS-Definition; 6,2% der Erwerbspersonen nach Eurostat). Damit wären in Österreich im Jahresdurchschnitt 406.000 Personen arbeitslos, um 194.000 mehr als im Jahr 2008. Zu diesem Ergebnis kommt die mittelfristige Prognose des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO).

Übersicht 1: Arbeitsmarkt - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)

Die leicht verbesserte Wirtschaftslage ermöglicht in den kommenden Jahren zwar eine weitere Ausweitung der Beschäftigung (+1,0% im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021), eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt ergibt sich dadurch aber nicht: Das Arbeitskräfteangebot (+1,1% pro Jahr) erhöht sich stärker als die Beschäftigung. Einer der Hauptgründe dieser Entwicklung ist der Anstieg der Zahl ausländischer Arbeitskräfte einschließlich Asylberechtigter. Diese Entwicklung wirkt der Alterung der inländischen Erwerbsbevölkerung entgegen: Der Rückgang der inländischen Bevölkerung unter 50 Jahren wird durch die Zuwanderung kompensiert. Mittelfristig wächst die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 0,4% pro Jahr.

Aber auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigt weiter. Zudem zeigen die verschärften Eintrittsbedingungen für die Früh- bzw. Invaliditätspension weiterhin ihre Wirkung: Der Neuzugang zur vorzeitigen Alterspension betrug im Jahr 2013 noch gut 38.000 Personen und wird bis 2021 auf rund 24.000 Personen nachlassen. Gleichzeitig steigt die Bevölkerungszahl in der für die vorzeitige Alterspension relevanten Altersgruppe. Trotz dieser Entwicklungen wird sich die demographische Schere zwischen Aktiven und Personen im Ruhestand mit dem Ausscheiden der ersten geburtenstärkeren Jahrgänge der 1950er-Jahre aber weiter öffnen.

Erst ab dem Jahr 2021 könnte sich die Arbeitsmarktsituation wieder leicht entspannen: Die Arbeitslosenquote dürfte bis 2021 dank der Konjunkturerholung auf 9,7% sinken.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 10/2016 (http://monatsberichte.wifo.ac.at/59078)

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Rückfragen bitte am Donnerstag, dem 3. November 2016, zwischen 10 und 16 Uhr an Dr. Josef Baumgartner, Tel. (1) 798 26 01/230, Josef.Baumgartner@wifo.ac.at bzw. Mag. Julia Bock-Schappelwein, Tel. (1) 798 26 01/265, Julia.Bock-Schappelwein@wifo.ac.at

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