- 03.11.2016, 08:00:01
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Greenpeace-Marktcheck: Supermärkte müssen Plastiksackerl-Flut eindämmen
Einwegtragetaschen aus Papier oder Maisstärke sind keine sinnvollen Alternativen
Utl.: Einwegtragetaschen aus Papier oder Maisstärke sind keine
sinnvollen Alternativen =
Wien (OTS) - Der Greenpeace-Marktcheck hat im November die
Supermärkte beim „Sackerl-Test“ unter die Lupe genommen. Mittels
Fragebögen und Testkäufen wurde bewertet, was der Handel unternimmt,
um den Überfluss an Plastiksackerl und damit Plastikmüll zu
vermeiden. Denn bereits im Mai 2016 haben sich alle Supermärkte
freiwillig verpflichtet und die "Vereinbarung 2016 - 2025 zur
Vermeidung von Tragetaschen" unterschrieben. Der Lebensmittelhandel
muss bei seinen Bemühungen deutlich ambitionierter werden, so das
Ergebnis vom Greenpeace-Marktcheck. Testsieger ist Hofer mit der Note
"Gut" - auch weil Hofer bei den Testkäufen am besten abgeschnitten
hat. Ein "Ausgezeichnet" und "Sehr gut" konnte Greenpeace bei diesem
Test nicht vergeben.
Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace: "Der Plastik-Flut
muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Eine freiwillige
Selbstverpflichtung ist gut, aber die Unterschrift allein ist nicht
ausreichend.“ Jetzt müssen die Supermärkte das Plastik-Problem auch
tatsächlich angehen: Dazu braucht es vor allem mehr wiederverwendbare
Taschen. Diese gibt es aus ökologischer Sicht in unterschiedlicher
Qualität: „Wir fordern von den Supermärkten, bei der Wahl der
Mehrwegtaschen von vornherein auf umweltfreundliche Materialien zu
setzen“, sagt Kaller. Ein weiterer wichtiger Schritt wurde vom Handel
bereits gesetzt: Ab 2017 wollen Hofer, Lidl und die REWE-Supermärkte
(Billa, Merkur, PennyMarkt) ganz auf das Plastik-Sackerl verzichten.
Papiertragetaschen hingegen sollen weiterhin erhältlich sein, was aus
Sicht von Greenpeace eine klare Fehlentscheidung ist. Denn auch diese
werden meist nur einmalig benutzt und haben durch den hohen
Energieeinsatz bei der Produktion keine bessere Ökobilanz als
klassische Plastiksackerl. Die umweltfreundlichere Lösung sind
stabile Taschen, die erneut verwendet werden können.
Um die Angaben der Supermärkte im Fragebogen zu kontrollieren, hat
Greenpeace in 75 Filialen österreichweit Testkäufe durchgeführt. Es
hat sich gezeigt, dass die Angaben nicht immer mit der Realität
übereinstimmen: Beispielsweise gaben mehrere Märkte an, die KundInnen
mittels Broschüren und Plakaten über das Plastik-Problem zu
informieren. In der Praxis sind diese kaum zu finden. Sehr wohl
möglich ist, dass KundInnen ihre mitgebrachten Knotenbeutel für den
Kauf von Obst und Gemüse wieder verwenden.
Wie der Test zeigt, wird die Umsetzung der freiwilligen Vereinbarung
durch den Lebensmittelhandel noch sehr zögerlich umgesetzt. Hier muss
zwar noch nachgebessert werden, aber auch der restliche Handel muss
endlich aktiv werden. „Um die Umweltbelastung durch Plastiksackerl zu
verringern, müssen auch Branchen wie der Textil-und Elektronikhandel
mit den Supermärkten gleichziehen und die freiwillige
Selbstverpflichtung unterzeichnen", fordert Nunu Kaller.
Tabelle mit den Ergebnissen finden Sie unter:
http://bit.ly/2f8IlC8
Bildmaterial finden Sie unter:
http://bit.ly/2fe6lsK
Dieses steht unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen Nutzung
kostenlos zur Verfügung
(© Greenpeace / Georg Mayer)
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