- 01.11.2016, 22:00:01
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Neues Volksblatt: "5,4 Prozent" von Markus EBERT
Ausgabe vom 2. November 2016
Utl.: Ausgabe vom 2. November 2016 =
Linz (OTS) - ÖGB-Chef Erich Foglar hatte Glück: Seine Forderung nach
einer Erhöhung der Mindestsicher von 838 auf 883 Euro löste zwar
Widerspruch aus, der große Sturm der Entrüstung baute sich aber nicht
auf — dazu war das verlängerte Wochenende wohl nicht der geeignete
Termin.
Aber so einfach kann man Foglars Vorschlag nicht zu den Akten legen,
man muss ihn vielmehr in Relation zur Lebenswelt setzen. Dies umso
mehr, als auch SPÖ-Sozialminister Alois Stöger für Foglars Vorstoß
Verständnis aufbringt, er die angedachte Erhöhung aber in der
derzeitigen Situation für „unrealistisch“ hält. Man darf schon
ängstlich gespannt sein, wie schnell Stöger die Lage anders
einschätzt.
Also: Die Erhöhung der Mindestsicherung um 45 Euro wäre ein Anstieg
um 5,4 Prozent. Nur zur Erinnerung: Die Metaller-Gehälter stiegen
heuer ebenso um 1,5 Prozent wie jene der Handelsangestellten; Zahlen,
die nicht nur für sich sprechen, sondern dem obersten Gewerkschafter
auch geläufig sein sollten. Umso erstaunlicher ist es, dass er die in
den unteren Einkommensbereichen ohnehin nicht sehr große Differenz
zwischen Arbeitseinkommen und Einkommen aus Sozialleistungen noch
geringer machen will. Denn noch geringer wird damit der Anreiz, den
Umstieg von der Mindestsicherung ins Erwerbsleben aktiv anzugehen.
Wobei Foglar eines gar nicht verraten hat — wie er nämlich die 5,4
Prozent finanzieren will.
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