• 28.10.2016, 11:56:07
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  • OTS0108

Oesterreichs Energie kritisiert deutsche Vorbereitungen für Strom-Engpassmanagement an der Grenze

E-Wirtschaft fordert weitere Verhandlungen für bessere Lösung

Utl.: E-Wirtschaft fordert weitere Verhandlungen für bessere Lösung =

Wien (OTS) - Als „ falsche und voreilige Aktion wider den Geist des
europäischen Strombinnenmarkts“ kritisierte Wolfgang Anzengruber,
Präsident von Oesterreichs Energie und Verbund-CEO die Entscheidung
der deutschen Bundesnetzagentur, die deutschen
Übertragungsnetzbetreiber mit der Vorbereitung eines
Engpassmanagements im grenzüberschreitenden Stromaustausch mit
Österreich zu beauftragen: „Deutschland, das die Probleme im
europäischen Übertragungsnetz ursächlich ausgelöst hat, versucht so
den selbst verursachten Schaden auf kleinere Länder abzuwälzen.“ Alle
betroffenen österreichischen Akteure, so Anzengruber, bedauern diese
Entscheidung zutiefst und würden sämtliche zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten ausschöpfen, um diese einseitige und unverständliche
Maßnahme des großen Nachbarn noch abzuwenden.

Ärgerlich aus Sicht der österreichischen E-Wirtschaft ist zudem, dass
die deutsche Regierung mit ihrer Entscheidung den Verband der
Europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) präjudiziert. Dieser
allein trägt die Verantwortung für die Prüfung ob es einen Engpass
zwischen Deutschland und Österreich gibt. Die ENTSO-E hat das
Ergebnis ihres „Bidding Zone Review“ erst für das vierte Quartal 2017
angekündigt. Anzengruber: „Jetzt stehen wir vor einer einseitigen
Entscheidung Deutschlands, die politisch aber nicht sachlich
motiviert ist. Österreich hat Kompromissvorschläge unterbreitet, die
Oesterreichs Energie unterstützt. Wir hoffen, dass die Gespräche der
Regulatoren weitergeführt werden und dass noch eine bessere Lösung
für die österreichischen Stromkunden gefunden werden kann.“

Oesterreichs Energie will gemeinsam mit allen anderen Akteuren in den
laufenden Gesprächen mit Deutschland dafür kämpfen, eine bessere
Lösung zu erwirken. Anzengruber: „Immerhin können wir darauf
verweisen, dass aufgrund von Schaltmaßnahmen der
Übertragungsnetzbetreiber und verschiedener Maßnahmen an den
deutschen Grenzen zu Polen und Tschechien bereits eine Verbesserung
der Netzsituation bewirkt werden konnte.“ Auch Deutschland habe
sinnvolle Maßnahmen, wie etwa eine Synchronisation von Netzausbau und
dem Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt. Österreich stehe zudem
bereit, das Übertragungsnetz zwischen den beiden Ländern binnen
kurzer Frist auf österreichischer Seite zu verstärken. Oesterreichs
Energie fordert in diesem Sinne Deutschland auf, statt einer
Aufsplittung der einzig funktionierenden grenzübergreifenden
Preiszone in Europa auf eine bessere und vollständige
Marktintegration hinzuarbeiten, so Anzengruber.

Über Oesterreichs Energie

Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten
Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und
Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir
eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen
und informieren die Öffentlichkeit über Themen der
Elektrizitätsbranche.
Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000
Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und
betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die
Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte
2014 rund 65 Milliarden Kilowattstunden, davon 68,7 Prozent aus
nachhaltiger Wasserkraft.

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