- 24.10.2016, 13:28:14
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NEOS: Kostenerstattung für Wahlärzte darf nicht fallen
Gerald Loacker: „Anstatt beim Patienten zu sparen, müssen endlich Mehrgleisigkeiten und Parallelstrukturen beseitigt werden“
Utl.: Gerald Loacker: „Anstatt beim Patienten zu sparen, müssen
endlich Mehrgleisigkeiten und Parallelstrukturen beseitigt
werden“ =
Wien (OTS) - Wie die Ärztekammer in einem Brief an die Ärzteschaft
erklärt, soll im Rahmen der aktuellen Finanzausgleichsverhandlungen
eine massive Leistungskürzung im Gesundheitswesen beschlossen werden.
So ist laut ÄK beabsichtigt, die Kostenerstattung für
Wahlarztleistungen entfallen zu lassen. „Der Gedanke, den
Kostenersatz für wahlärztliche Hilfe zu streichen, geht vollkommen am
eigentlichen Problem vorbei. Immerhin sind die Krankenkassen für die
Verknappung des Angebots an Kassenärzten verantwortlich. Damit
produzieren sie längere Wartezeiten und überfüllte Ordinationen und
drängen die Patientinnen und Patienten weg von den Kassenärzten zu
den Wahlärzten“, zeigt sich NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker
verärgert. Jetzt auch noch die Kostenerstattung für Menschen zu
kappen, die Zwangsversicherungsbeiträge zahlen, schlage dem ganze den
Boden aus, so Loacker: „Mit einer eiskalten Leistungskürzung bei
gleich hohen Beiträgen wollen die Kassen wieder einmal beim Patienten
sparen. Wer zum Wahlarzt geht, entlastet bereits jetzt durch hohe
Privatzahlungen das Kassensystem. Statt einer weiteren Verschiebung
von Gesundheitskosten in den Privatbereich müssen endlich
Mehrgleisigkeiten und Parallelstrukturen in der Sozialversicherung
beseitigt und die Zahl der von den Kammern entsendeten
Kassenfunktionäre reduziert werden, die sich monatlich am
Versichertengeld bedienen.“
NEOS bereiten parlamentarische Anfrage vor
Mit einer parlamentarischen Anfrage wird der NEOS-Gesundheitssprecher
nun erheben, wie hoch der Anteil der Kosten für wahlärztliche
Versorgung am Gesamtaufwand der Krankenkassen ist. „Die Ansage von
SPÖ-Gesundheitssprecher Spindelberger im letzten Sommer, Wahlärzte
überhaupt verbieten zu wollen, war wohl nur ein Testballon für einen
längst geplanten Einschnitt ins System“, vermutet Loacker. „Dabei
geht es offensichtlich mehr um einen Kampf zwischen Kassen und Ärzten
als um die Patientenversorgung selbst.“
Das Gesundheitsministerium sei nun in der Verantwortung, endlich eine
Modernisierung der Versorgung umzusetzen, so Loacker: „Flexible
Formen der Zusammenarbeit machen etwa die Arbeit als niedergelassener
Arzt attraktiver. Ärzte müssen Ärzte anstellen dürfen, damit
Teilzeitarbeit auch im niedergelassenen Bereich besser möglich wird.
Primärversorgungszentren, in denen Angehörige verschiedener
Gesundheitsberufe den Patienten zum Mittelpunkt machen - indem sie
ihre Leistungen gemeinsam anbieten - wären im Interesse der
Versicherten. Hier muss es rasch eine Einigung zwischen Kassen,
Bundesländern, Ärztekammer und Ministerium geben.“
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