- 18.10.2016, 14:00:01
- /
- OTS0181
IMBA beteiligt sich am ersten Welt-Bioethik-Tag
Wien (OTS) - Am 19. Oktober 2016 findet erstmals der „Weltweite Tag
der Bioethik“ (World Bioethics Day) statt. Diese Aktion wurde von der
Unesco ins Leben gerufen. Der Schwerpunkt liegt auf der menschlichen
Würde, aber es soll auch auf die gesellschaftlichen Herausforderungen
aufmerksam gemacht werden, die neue Technologien in Life Sciences und
Biomedizin mit sich bringen. Als eine der Schlüsselfiguren der
Stammzellforschung in Österreich nimmt das IMBA - Institut für
Molekulare Biotechnologie mit einer Veranstaltung für
Stammzellforscherinnen teil.
Neue Technologien wie die Stammzellforschung öffnen unglaubliche
Möglichkeiten für die moderne Medizin. Eines Tages lassen sich damit
möglicherweise Organe nachzüchten oder komplexe Krankheitsbilder wie
Alzheimer oder Parkinson heilen. „Bei aller Bedeutung für die Medizin
bringen diese Technologien aber auch neue ethische Herausforderungen
mit sich, die wir ernst nehmen und diskutieren wollen“, meint Jürgen
Knoblich, Vizedirektor am IMBA – Institut für Molekulare
Biotechnologien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Knoblich war der erste, der aus Stammzellen die embryonale Form eines
menschlichen Gehirns gezüchtet hat, ein sogenanntes Gehirn-Organoid.
Jetzt erforscht er mit Hilfe dieser Organoide die Entstehung von
Krankheiten wie Schizophrenie oder Epilepsie und beschäftigt sich
etwa auch damit, wie es bei Babies zur gefürchteten Mikrozephalie (zu
kleines Gehirn) kommt, wenn sich die Mutter während der
Schwangerschaft mit dem Zika Virus angesteckt hat. „Gerade, weil wir
so spannende Projekte im Labor bearbeiten, muss uns Bioethik ein
besonderes Anliegen sein. Fragen rund um die Verwendung embryonaler
Stammzellen beispielsweise müssen aus verschiedenen Blickwinkeln wie
Wissenschaft, Theologie, Medizin diskutiert und eingeordnet werden.
Das gehört zur Verantwortung, die wir für unsere Gesellschaft haben“,
findet der weltweit renommierte Stammzell-Spezialist.
Jürgen Knoblich selbst hat bereits an einigen Diskussionen und
Veranstaltungen zum Thema Bioethik teilgenommen. Im Rahmen des ersten
Bioethik-Tages organisiert nun das IMBA eine Spezialveranstaltung zum
Thema „genome editing“ (Veränderungen des Erbgutes). Zielgruppe sind
diesmal in erster Linie regional angesiedelte Wissenschaftler_innen,
die für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien
sensibilisiert werden und ein Bewusstsein für die verschiedenen
Dimensionen der Bioethik entwickeln sollen.
Knoblich ergänzt aber: „Wir werden diesem Thema treu bleiben und
freuen uns, schon heute zu einem Bioethik-Symposium bei uns am IMBA
einladen zu können.“ Diese Veranstaltung wird sich an die gesamte
österreichische wissenschaftliche Gemeinde richten, sowie auch der
Öffentlichkeit zugänglich sein. Hochrangige internationale Sprecher
aus dem Feld der Bioethik, unter ihnen Christiane Druml, Ulrich
Körtner oder Annelien Breedenoord, werden zu einem interdisziplinären
Diskurs anregen, über aktuelle ethische Herausforderungen in der
Forschung diskutieren und Best-Practice Beispiele aus anderen Ländern
präsentieren. Voraussichtlicher Termin: 5. April 2017 am IMBA.
Das IMBA
Das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie ist das größte
Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit
dem Fokus auf zukunftsweisende biomedizinische Grundlagenforschung.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Josef Penninger
stellen sich am IMBA 13 Forschungsgruppen den molekularen Rätseln und
unerforschten Gebieten der Molekularbiologie und Medizin, wie etwa in
den Bereichen Krebs, Immunologie und Stammzellforschung. Das weltweit
erste künstliche Mini-Gehirn aus Stammzellen wurde 2013 in der
Forschungsgruppe des Vizedirektors Jürgen Knoblich gezüchtet. Die am
IMBA gewonnen Erkenntnisse bilden somit die Basis für neue Diagnose-
und Therapiemöglichkeiten und ebnen den Weg für eine Medizin der
Zukunft.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IMP






