• 18.10.2016, 08:48:18
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Zahlreiche Prominente fordern von Landeshauptmann Pühringer die Ausladung des rechtsextremen Kongresses

Breite Unterstützung für MKÖ und Antifa-Netzwerk

Utl.: Breite Unterstützung für MKÖ und Antifa-Netzwerk =

Wien (OTS) - Elfriede Jelinek, Maria Hofstätter, Erhard Busek, Harald
Krassnitzer, Rudolf Kaske und Anton Pelinka schlossen sich Appell an.

In einem Offenen Brief (siehe Anhang) wenden sich mehr als 60
Persönlichkeiten an Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer:
Sie verlangen von ihm die Ausladung des internationalen
Rechtsextremisten-Kongresses „Verteidiger Europas“, der Ende Oktober
in den Linzer Redoutensälen, den Repräsentationsräumen des Landes,
stattfinden soll.

„Mit vollem Recht protestieren Mauthausen-Überlebende aus vielen
Staaten dagegen, dass Pühringer in Räumen des Landes ein Treffen von
Hetzern und Hasspredigern zulassen will “, betont Willi Mernyi,
Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ). „Die
deutschnationale Burschenschaft „Arminia Czernowitz“, auf die der
Mietvertrag läuft, verwendet ungeniert NS-Symbolik. Und die
„Identitären“, die zum Kongress kommen wollen, gehen immer wieder
gewalttätig gegen Demokraten vor – beispielsweise haben sie auf der
Universität Klagenfurt dem Vorsitzenden der Rektorenkonferenz einen
Schlag in den Bauch versetzt. Der rechtsextreme Kongress in den
Redoutensälen wäre ein Schaden für die Republik und für den Ruf
Oberösterreichs. Landeshauptmann Pühringer trägt die politische
Verantwortung dafür, dass es nicht soweit kommt!“

Kongressveranstalter wollen „Lügenpresse“ den Zutritt
verwehren

„Wie die Kongressveranstalter zur Meinungs- und Pressefreiheit
stehen, zeigt sich schon daran, dass sie unabhängigen Medien – von
ihnen als „Lügenpresse“ beschimpft – den Zutritt verwehren wollen“,
sagt Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und
Rechtsextremismus. „Leute mit dieser antidemokratischen Gesinnung
haben in den Räumen des Landes nichts verloren!“

Das Mauthausen Komitee Österreich und das OÖ. Netzwerk gegen
Rassismus und Rechtsextremismus (Antifa-Netzwerk) haben den Offenen
Brief formuliert. Und dafür breite Unterstützung bekommen: Zu den
Unterzeichnern gehören die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede
Jelinek, die Schriftsteller Marlene Streeruwitz, Robert Menasse,
Karl-Markus Gauß, Gerhard Ruiss, Ludwig Laher und Doron Rabinovici,
die Schauspieler Elisabeth Orth, Maria Hofstätter, Cornelius Obonya,
Karl Markovics, Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer, die
KZ-Überlebenden Käthe Sasso, Marko Feingold und Rudolf Gelbard,
Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske, ÖGB-Präsident Erich Foglar, die
Politikwissenschafter Anton Pelinka, Andreas Maislinger und Thomas
Schmidinger sowie die Rechtsextremismus-Experten Hans-Henning
Scharsach und Andreas Peham. Auch der frühere Vizekanzler und
ÖVP-Bundesparteiobmann Erhard Busek sowie der frühere Zweite
Nationalratspräsident Heinrich Neisser appellieren an ihren
Parteifreund Pühringer.

Aus Oberösterreich haben u.a. der Präsident der Katholischen Aktion,
Bert Brandstetter, die Bundes- und die Landesvorsitzende der
Katholischen Frauenbewegung, Veronika Pernsteiner und Erika
Kirchweger, der oö. Arbeiterkammerpräsident und ÖGB-Landesvorsitzende
Johann Kalliauer, der Rektor der Kunstuniversität Linz, Reinhard
Kannonier, der Historiker Michael John, der Wirtschaftswissenschafter
Walter Ötsch, der Leiter des Bildungshauses Schloss Puchberg, Wilhelm
Achleitner, und der Landesleiter der Pfadfinder, Michael Etlinger,
den Offenen Brief unterschrieben.

Die mehr als 60 Persönlichkeiten fordern im Offenen Brief, dass das
Land Oberösterreich den Mietvertrag mit den Rechtsextremisten
einseitig auflösen soll. In vergleichbaren Fällen in Köln und
Innsbruck ist das geschehen.

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