- 17.10.2016, 13:46:23
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- OTS0137
Schwedische Finanzministerin Andersson lobt CO2-Steuern
Wirtschaftliche Vorreiterrolle und nationaler Klimaschutz vereinbar
Utl.: Wirtschaftliche Vorreiterrolle und nationaler Klimaschutz
vereinbar =
Wien (OTS) - Finanzminister Schelling hat die schwedische
Finanzministerin Magdalena Andersson eingeladen, um von den
Erfahrungen Schwedens bei der Absenkung der Staatschuldenquote von 70
auf 40% zu profitieren. Auch beim Wirtschaftswachstum und bei der
Entwicklung der Beschäftigungsquote sowie bei der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit hat Schweden im letzten Jahrzehnt Österreich
überholt. „Dem steht offenbar nicht entgegen, dass Schweden seit 1991
mehrere ökologische Steuerreformen ohne EU-Gleichklang durchgeführt
hat und dadurch sowohl die CO2-Emissionen abgesenkt als auch den
Anteil erneuerbarer Energien massiv erhöht hat“ betont Erwin Mayer
von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).
Frau Andersson hat schon wiederholt die Vorteile der schwedischen,
ökologischen Steuerreform gelobt und die hohe Akzeptanz für die
Umschichtung bei der Steuerbelastung unterstrichen. Es ist dadurch
nicht die Steuerbelastung angehoben worden, sondern bestehende
Energiesteuern wurden auf CO2-Steuern umgestellt und sukzessive
erhöht. Die Steuern auf Arbeit wurden dabei gleichzeitig stark
reduziert. Die energieintensive Industrie wurde schrittweise
verstärkt in das CO2-Steuermodell integriert, um die Anreize zum
Umstieg auf erneuerbare Energien auszubauen.
Haushalte und Dienstleistungen zahlen in Schweden inzwischen 125 Euro
pro Tonne CO2. Speziell Heizöl wurde deutlich höher besteuert und das
trug wesentlich dazu bei, dass der Anteil von Biomasse im
Wärmebereich von 25% im Jahr 1990 auf 70% im Jahr 2012 angestiegen
ist. „In Österreich geht der Absatz von Heizanlagen mit Biomasse
aufgrund der massiven Steuersubvention von 30 Cent/Liter für fossilen
Heizungsdiesel stark zurück“ kritisiert Erwin Mayer. In Schweden
beträgt der Steuersatz auf Heizöl 42,7 Cent/l währenddessen in
Österreich nur 10,9 Cent/l.
Von 2000 bis 2014 sind die CO2-Emissionen in Schweden um 8% gesunken,
in Österreich nur um 3%. Das Wirtschaftswachstum betrug in Schweden
aber im gleichen Zeitraum 31% gegenüber 21% in Österreich. Auch beim
Ausbau erneuerbarer Energie hat sich Schweden von 38,7% im Jahr 2004
auf 52,6% im Jahr 2014 gesteigert. Österreich hat im selben Zeitraum
nur eine Steigerung von 23,3% auf 33,1% vorzuweisen.
„Schweden ist mit der Umsetzung einer CO2-Steuer erfolgreich den Weg
einer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen
gegangen. Dabei haben sie nicht auf Europa oder Vorgaben aus Brüssel
gewartet, sondern ihr Steuersystem konsequent auf Klimaschutz
ausgerichtet,“ erhofft sich Mayer von den zuständigen
österreichischen Ministern Schelling, Rupprechter und Leichtfried
auch im Klimaschutzbereich eine Orientierung an Schweden.
Quellen:
http://blogs.worldbank.org/climatechange/sweden-decoupling-gdp-growth
-co2-emissions-possible
https://www.carbonbrief.org/the-35-countries-cutting-the-link-between
-economic-growth-and-emissions
http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/table.do?tab=table&init=1&language=e
n&pcode=t2020_31&plugin=1
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