Mensdorff-Pouilly freut sich im Kurier-Interview über Tierschützer: deshalb Sperrzone?

In Wahrheit verlagert er Zuchtvogeljagd nach Ungarn; „Alles legal?“ - VGT sah ihn kürzlich bei Verhandlung Gesetzwidrigkeit bzgl. Wasserentnahme zugeben

Wien (OTS) - Mensdorff-Pouilly läuft wieder zu seiner Höchstform auf. Steht er argumentativ in der Ecke, dann tut er das, was er am Besten kann: JournalistInnen oder PolitikerInnen einladen, ein bisschen die Welt der Schönen und Reichen im Schloss genießen lassen, das Gefühl geben, in der High Society auch ein bisschen dabei zu sein, und schon wendet sich das Blatt. In einem Interview im Kurier behauptet er, dass die Präsenz der TierschützerInnen ihm viel mehr Jagdgäste brächte. Vermutlich hat er im letzten Jahr deshalb während seiner Jagden auf einer polizeilichen Sperrzone bestanden. Interessant in diesem Zusammenhang auch, dass Mensdorff-Pouilly seine Jagden zunehmend nach Ungarn verlagert. Zum Kurier meint er dennoch „es ist alles legal“. Dabei gab es im letzten und vorletzten Jahr eine Reihe von Verwaltungsstrafen wegen seiner Zuchtvogeljagden, zuletzt weil er für seinen künstlichen Ententeich illegal Wasser aus dem nahen Strembach entzogen hatte.

Deshalb fragt der VGT Herrn Mensdorff-Pouilly:

  • Warum flüchtet die Jagdgesellschaft vor Tierschutzkameras? Warum werden die TierschützerInnen nicht eingeladen, offen mitzufilmen, wenn nichts zu verbergen ist?
  • Wofür wurden die Rebhühner benutzt, die Ende September noch in den Volieren waren, und am Jagdtag am 1. Oktober nicht mehr? Zu diesem Zeitpunkt ist selbst im Burgenland das Aussetzen von Rebhühnern nicht mehr erlaubt.
  • Wozu dient die Voliere neben den Ententeichen, in denen die Tiere ihr Futter bekommen, wenn sie gar nicht gefangen sind, sondern jederzeit wegfliegen können? Wie kommt es, dass genau zur Jagd im regelmäßigen zeitlichen Abstand aus dieser Voliere kleine Gruppen von Zuchtenten zum Teich zurückfliegen, und dadurch einzeln abgeschossen werden können?
  • Wozu gibt es heute noch Fasane in den österreichischen Volieren, wo doch das Aussetzen dieser Tiere nicht mehr erlaubt ist? Und warum sind dieselben Volieren am Ende der Schusszeit völlig leer? Wo sind die Tiere hin verschwunden?
  • Und warum findet man momentan keinen einzigen Fasan und kein einziges Rebhuhn im österreichischen Teil des Jagdreviers, und kaum kommen die Jagdgäste am Wochenende, dann sind die Felder auf österreichischer Seite wie mit Zauberhand bummvoll mit diesen Zuchtvögeln?
  • Und warum sind etwa 25 Fasankisten fix im Jagdrevier montiert, wenn sie nicht zum – illegalen – Aussetzen von Zuchttieren verwendet werden?

„Wenn Herr Mensdorff-Pouilly nichts zu verbergen hat“, so VGT-Obmann Martin Balluch, „dann kann er uns doch sicher alle diese Fragen beantworten. Und wenn unsere Präsenz nur noch mehr Jagdgäste in sein Revier bringt, na dann braucht er uns ja nicht zu klagen und keine Sperrzone fordern, sondern uns einfach zur Jagd einzuladen und mitfilmen zu lassen. Dann werden wir ja sehen, ob die Jagd legal ist oder nicht.“

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
Kampagnenleitung
01 929 14 98
medien@vgt.at
http://vgt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VGT0001