Wiener Tierschutzverein: Eier - Tierqual durch die Hintertür

WTV zum Welt-Eier-Tag: Österreichs hohe Standards werden durch Dumping-Produkte aus Osteuropa zunichte gemacht.

Vösendorf (OTS) - Freitag ist Ei-Tag: Heute wird offiziell der Welt-Eier-Tag begangen. Was Eier aus Österreich betrifft, so ist dies ein Tag zum Feiern, zumindest auf den ersten Blick:
Tierschutzbewegungen wie der Wiener Tierschutzverein (WTV) haben gemeinsam mit der österreichischen Landwirtschaft in der Eierproduktion viel erreicht: Österreich hat in punkto Legehennenhaltung das höchste Level innerhalb der EU, die Eierdatenbank garantiert wahrheitsgemäße Angabe der Herkunft und der Haltungsart. So gibt es etwa in der Produktion von Eiern und Geflügel seit Längerem eine Zusammenarbeit zwischen Bäuerinnen und Bauern, den Interessensvertretungen der Landwirtschaft, der AMA und Tierschutzvereinen. „So kann der Bevölkerung garantiert werden, dass die Kontrollen österreichischer Legehennen bei jenen Betrieben, die unter dem Gütezeichenprogramm „tierschutzgeprüft“ produzieren, zuverlässig sind. Nur durch dieses Qualitätssicherungs-System konnten in diesem Segment höhere Preise für die Produzentinnen und Produzenten gesichert werden“, so die WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic, die auch ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung ist.

Das Gelbe vom Ei?

Dennoch ist in Sachen Eier in Österreich und der EU bei weitem nicht alles in Ordnung: Denn die Tierquälerei kommt durch die Hintertür:
Skrupellose Investoren haben die durch die Arbeit der Tierschutzorganisationen mühsam errungenen Fortschritte jenseits der EU-Grenzen ausgenutzt, indem sie nicht nur mit EU-Geldern sondern teilweise auch mit österreichischen Geldern der Hypo-Alpe-Adria die in der EU seit 2013 verpönten Legebatterien billig aufgekauft und in der Ukraine aufgestellt haben. Im Klartext bedeutet das:
Österreichisches Geld und EU-Geld wurde dazu eingesetzt, die wirtschaftliche Existenz von vielen österreichischen Klein-Erzeugern zu zerstören, Arbeitsplätze in der Landwirtschaft zu vernichten, die Fortschritte in Sachen Tierschutz zu konterkarieren und gleichzeitig in den ausländischen Orten, wo diese gigantischen, schrecklichen Hühnerbatterien errichtet wurden, Umwelt und Gesundheit der Menschen zu gefährden.
„Die Folge: Hohe Investitionen und im Ergebnis nur Leid, Schäden und politische Frustration. Deshalb setzen sich alle redlichen Tierschützerinnen und Tierschützer vehement gegen alle Freihandelsabkommen ein, die ohne Bedachtnahme auf den Tierschutz nur dem Profit skrupelloser Tierqual-Konzerne dienen und gleichzeitig die heimische Landwirtschaft in die Ecke drängen“, so Petrovic.

Eier, vor allem solche, die bei der Verarbeitung von industriell hergestellten Nahrungsmitteln als Ei-Pulver oder Flüssig-Ei Verwendung finden, kommen immer häufiger aus riesigen qualvollen Dumping-Produktionen mit Batterie-Anlagen, die bis zu 25 Millionen Legehennen umfassen. So landen diese Eier schließlich auch auf den Tellern der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten. Besonders ärgerlich ist für die WTV-Präsidentin, dass diese unfaire und schädliche Konkurrenz unter dem Motto der billigen Lebensmittel immer noch als etwas Positives dargestellt wird.

Prost Mahlzeit

„Die tierquälerisch erzeugten Dumping-Eier kommen uns alle teuer zu stehen. Den Profit streifen die skrupellosen Eierbarone ein, den Schaden tragen wir alle. Durch höhere Zahlungen für Arbeitslose, für immer größere Verkehrsbelastungen (Abgase, Stau), durch Landflucht und die Verödung ganzer Regionen und durch schlechte Nahrungsmittel. Der Stress und das Adrenalin der gequälten Hühner bleibt in den Nudeln, Schnitten und Fertiggerichten hängen. Prost Mahlzeit und Pfui zu so einem falsch verstandenen Freihandel“, so Petrovic abschließend.

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Mag. (FH) Oliver Bayer
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