- 14.10.2016, 13:10:42
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Wiener Tierschutzverein: Eier - Tierqual durch die Hintertür
WTV zum Welt-Eier-Tag: Österreichs hohe Standards werden durch Dumping-Produkte aus Osteuropa zunichte gemacht.
Utl.: WTV zum Welt-Eier-Tag: Österreichs hohe Standards werden durch
Dumping-Produkte aus Osteuropa zunichte gemacht. =
Vösendorf (OTS) - Freitag ist Ei-Tag: Heute wird offiziell der
Welt-Eier-Tag begangen. Was Eier aus Österreich betrifft, so ist dies
ein Tag zum Feiern, zumindest auf den ersten Blick:
Tierschutzbewegungen wie der Wiener Tierschutzverein (WTV) haben
gemeinsam mit der österreichischen Landwirtschaft in der
Eierproduktion viel erreicht: Österreich hat in punkto
Legehennenhaltung das höchste Level innerhalb der EU, die
Eierdatenbank garantiert wahrheitsgemäße Angabe der Herkunft und der
Haltungsart. So gibt es etwa in der Produktion von Eiern und Geflügel
seit Längerem eine Zusammenarbeit zwischen Bäuerinnen und Bauern, den
Interessensvertretungen der Landwirtschaft, der AMA und
Tierschutzvereinen. „So kann der Bevölkerung garantiert werden, dass
die Kontrollen österreichischer Legehennen bei jenen Betrieben, die
unter dem Gütezeichenprogramm „tierschutzgeprüft“ produzieren,
zuverlässig sind. Nur durch dieses Qualitätssicherungs-System konnten
in diesem Segment höhere Preise für die Produzentinnen und
Produzenten gesichert werden“, so die WTV-Präsidentin Madeleine
Petrovic, die auch ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kontrollstelle
für artgemäße Nutztierhaltung ist.
Das Gelbe vom Ei?
Dennoch ist in Sachen Eier in Österreich und der EU bei weitem nicht
alles in Ordnung: Denn die Tierquälerei kommt durch die Hintertür:
Skrupellose Investoren haben die durch die Arbeit der
Tierschutzorganisationen mühsam errungenen Fortschritte jenseits der
EU-Grenzen ausgenutzt, indem sie nicht nur mit EU-Geldern sondern
teilweise auch mit österreichischen Geldern der Hypo-Alpe-Adria die
in der EU seit 2013 verpönten Legebatterien billig aufgekauft und in
der Ukraine aufgestellt haben. Im Klartext bedeutet das:
Österreichisches Geld und EU-Geld wurde dazu eingesetzt, die
wirtschaftliche Existenz von vielen österreichischen Klein-Erzeugern
zu zerstören, Arbeitsplätze in der Landwirtschaft zu vernichten, die
Fortschritte in Sachen Tierschutz zu konterkarieren und gleichzeitig
in den ausländischen Orten, wo diese gigantischen, schrecklichen
Hühnerbatterien errichtet wurden, Umwelt und Gesundheit der Menschen
zu gefährden.
„Die Folge: Hohe Investitionen und im Ergebnis nur Leid, Schäden und
politische Frustration. Deshalb setzen sich alle redlichen
Tierschützerinnen und Tierschützer vehement gegen alle
Freihandelsabkommen ein, die ohne Bedachtnahme auf den Tierschutz nur
dem Profit skrupelloser Tierqual-Konzerne dienen und gleichzeitig die
heimische Landwirtschaft in die Ecke drängen“, so Petrovic.
Eier, vor allem solche, die bei der Verarbeitung von industriell
hergestellten Nahrungsmitteln als Ei-Pulver oder Flüssig-Ei
Verwendung finden, kommen immer häufiger aus riesigen qualvollen
Dumping-Produktionen mit Batterie-Anlagen, die bis zu 25 Millionen
Legehennen umfassen. So landen diese Eier schließlich auch auf den
Tellern der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten.
Besonders ärgerlich ist für die WTV-Präsidentin, dass diese unfaire
und schädliche Konkurrenz unter dem Motto der billigen Lebensmittel
immer noch als etwas Positives dargestellt wird.
Prost Mahlzeit
„Die tierquälerisch erzeugten Dumping-Eier kommen uns alle teuer zu
stehen. Den Profit streifen die skrupellosen Eierbarone ein, den
Schaden tragen wir alle. Durch höhere Zahlungen für Arbeitslose, für
immer größere Verkehrsbelastungen (Abgase, Stau), durch Landflucht
und die Verödung ganzer Regionen und durch schlechte Nahrungsmittel.
Der Stress und das Adrenalin der gequälten Hühner bleibt in den
Nudeln, Schnitten und Fertiggerichten hängen. Prost Mahlzeit und Pfui
zu so einem falsch verstandenen Freihandel“, so Petrovic
abschließend.
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