Ärztekammer: Augenärztliche Versorgung über der Donau sichern

Schließung der Augenabteilung im Donauspital ohne Ausbau des niedergelassenen Bereichs führt zu Unterversorgung

Wien (OTS) - Laut Plänen des Wiener Krankenanstaltenverbunds soll in absehbarer Zeit die Augenabteilung im SMZ-Ost/Donauspital geschlossen werden. Die Ärztekammer fürchtet nun einen Versorgungsengpass für die mehr als 300.000 Bewohner jenseits der Donau und fordert den Ausbau von augenärztlichen Kassenplanstellen. ****

„Die gesamte augenärztliche Versorgung in Floridsdorf und Donaustadt würde dann auf den Schultern von nur zwölf niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten lasten. Ohne zusätzliche Kassenverträge sowie ein Bekenntnis zur Stärkung der augenärztlichen Versorgung in Wien schaffen die Stadt und die Wiener Gebietskrankenkasse einen blinden Fleck in beiden Bezirken“, warnt Helga Azem, Vorsitzende der Fachgruppe Augenheilkunde und Optometrie der Ärztekammer für Wien.

Schon derzeit versorgen die fünf Augenärzte in Wien-Floridsdorf und die sieben in Wien-Donaustadt überdurchschnittlich viele Patienten. Im Schnitt kommen auf einen Augenarzt pro Bezirk 20.222 Einwohner. In der Donaustadt sind es aber 25.753 Einwohner, und in Floridsdorf sogar 31.197 Einwohner. „Jetzt die augenärztliche Versorgung trotz großer Bautätigkeit und starkem Zuzug in beiden Bezirken, vor allem auch durch die Seestadt Aspern, weiter auszudünnen, ist mehr als kurzsichtig“, so Azem.

Um aktuell, aber auch auf lange Sicht, die augenärztliche Versorgung jenseits der Donau zu gewährleisten, brauche es dringend zusätzliche Kassenplanstellen für Einzel- und Gruppenpraxen sowie auch eine Ausweitung des Leistungsspektrums. Dazu gehörten Leistungen, die bisher nur in der Augenabteilung des Donauspitals angeboten wurden, wie beispielsweise kleinere augenchirurgische Operationen. Azem: „Im Gegensatz zu den anderen Sozialversicherungsträgern fehlen bei der Wiener Gebietskrankenkasse die entsprechenden Honorarpositionen, um solche Leistungen auch abrechnen zu können.“ Die niedergelassenen Augenärzte in Wien wären jedenfalls bereit, erweiterte Leistungen in ihren Ordinationen anzubieten.

Da auch im Krankenhaus Nord keine Augenambulanz geplant ist, brauche es ein schnelles Handeln: „Wir sehen die wachsende Bevölkerung und spüren die steigende Nachfrage. Dafür benötigen wir aber Ärztinnen und Ärzte, die auch mehr Leistungen anbieten können“, appelliert Azem: „Die Wiener Gebietskrankenkasse und die Stadt sind jetzt gefragt. Wir fordern rasche Sondierungsgespräche und danach ein rasches Handeln.“ (lsd)

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