- 14.10.2016, 11:31:21
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Ärztekammer: Augenärztliche Versorgung über der Donau sichern
Schließung der Augenabteilung im Donauspital ohne Ausbau des niedergelassenen Bereichs führt zu Unterversorgung
Utl.: Schließung der Augenabteilung im Donauspital ohne Ausbau des
niedergelassenen Bereichs führt zu Unterversorgung =
Wien (OTS) - Laut Plänen des Wiener Krankenanstaltenverbunds soll in
absehbarer Zeit die Augenabteilung im SMZ-Ost/Donauspital geschlossen
werden. Die Ärztekammer fürchtet nun einen Versorgungsengpass für die
mehr als 300.000 Bewohner jenseits der Donau und fordert den Ausbau
von augenärztlichen Kassenplanstellen. ****
„Die gesamte augenärztliche Versorgung in Floridsdorf und
Donaustadt würde dann auf den Schultern von nur zwölf
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten lasten. Ohne zusätzliche
Kassenverträge sowie ein Bekenntnis zur Stärkung der augenärztlichen
Versorgung in Wien schaffen die Stadt und die Wiener
Gebietskrankenkasse einen blinden Fleck in beiden Bezirken“, warnt
Helga Azem, Vorsitzende der Fachgruppe Augenheilkunde und Optometrie
der Ärztekammer für Wien.
Schon derzeit versorgen die fünf Augenärzte in Wien-Floridsdorf
und die sieben in Wien-Donaustadt überdurchschnittlich viele
Patienten. Im Schnitt kommen auf einen Augenarzt pro Bezirk 20.222
Einwohner. In der Donaustadt sind es aber 25.753 Einwohner, und in
Floridsdorf sogar 31.197 Einwohner. „Jetzt die augenärztliche
Versorgung trotz großer Bautätigkeit und starkem Zuzug in beiden
Bezirken, vor allem auch durch die Seestadt Aspern, weiter
auszudünnen, ist mehr als kurzsichtig“, so Azem.
Um aktuell, aber auch auf lange Sicht, die augenärztliche
Versorgung jenseits der Donau zu gewährleisten, brauche es dringend
zusätzliche Kassenplanstellen für Einzel- und Gruppenpraxen sowie
auch eine Ausweitung des Leistungsspektrums. Dazu gehörten
Leistungen, die bisher nur in der Augenabteilung des Donauspitals
angeboten wurden, wie beispielsweise kleinere augenchirurgische
Operationen. Azem: „Im Gegensatz zu den anderen
Sozialversicherungsträgern fehlen bei der Wiener Gebietskrankenkasse
die entsprechenden Honorarpositionen, um solche Leistungen auch
abrechnen zu können.“ Die niedergelassenen Augenärzte in Wien wären
jedenfalls bereit, erweiterte Leistungen in ihren Ordinationen
anzubieten.
Da auch im Krankenhaus Nord keine Augenambulanz geplant ist,
brauche es ein schnelles Handeln: „Wir sehen die wachsende
Bevölkerung und spüren die steigende Nachfrage. Dafür benötigen wir
aber Ärztinnen und Ärzte, die auch mehr Leistungen anbieten können“,
appelliert Azem: „Die Wiener Gebietskrankenkasse und die Stadt sind
jetzt gefragt. Wir fordern rasche Sondierungsgespräche und danach ein
rasches Handeln.“ (lsd)
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