• 12.10.2016, 09:05:16
  • /
  • OTS0029

Wirtschaftsbund Wien: Klare Mehrheit der Selbstständigen in Währing gegen das Parkpickerl, neues Modell gefordert

Fünf Wochen nach Einführung des Parkpickerls im 18. Bezirk zeigen sich die Betriebe unzufrieden. Wirtschaftsvertreter schlagen neues Verkehrskonzept vor.

Utl.: Fünf Wochen nach Einführung des Parkpickerls im 18. Bezirk
zeigen sich die Betriebe unzufrieden. Wirtschaftsvertreter
schlagen neues Verkehrskonzept vor. =

Wien (OTS) - Der Wirtschaftsbund Wien hat in einer Umfrage zur
Einführung des Parkpickerls in Währing die dort ansässigen
Unternehmen nach ihrer Meinung befragt. Knapp 2400 Betriebe aus dem
18. Bezirk wurden dabei zu ihrer Einstellung gegenüber der neuen
Parkraumbewirtschaftung befragt. „Damit Währing nicht zum reinen
Wohnbezirk verkommt und ein belebter Bezirk mit genügend
Arbeitsplätzen, Geschäften und städtischer Infrastruktur bleibt, ist
es wichtig auf die Interessen der Betriebe einzugehen. Die
Verkehrspolitik im Bezirk geht alle etwas an. Bewohner ebenso wie
Unternehmerinnen und Mitarbeiter. Es ist unfair durch die Einführung
des Parkpickerls, trotz zweier Bürgerbefragungen mit negativem
Ausgang, andere Bezirke wie Döbling unter Druck zu setzen“, fasst
Walter Seemann, Obmann des Wirtschaftsbundes in Währing die Situation
zusammen. „Die heutigen Zahlen zeigen uns, dass die Unternehmer und
Unternehmerinnen, ebenso wie die Bezirksbewohner, die Einführung des
Parkpickerls zweimal abgelehnt hätten“, so Seemann.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

90% der Unternehmer fühlen sich durch die Einführung der
Parkraumbewirtschaftung direkt betroffen.

58,2% der befragten Selbstständigen sprechen sich gegen die
Einführung des Parkpickerls in Wien Währing aus.

Sollten nach der Einführung des Parkpickerls auch Anrainerparkzonen
in Währing eingeführt werden, fordern knapp drei von vier Unternehmen
(72,6%) die Öffnung der Anrainerparkplätze für die ansässigen
Wirtschaftstreibenden und ihre Mitarbeiter.

„Der Status Quo der Parkgenehmigungen bringt für die ansässigen
Selbstständigen größtenteils Schikanen mit sich. Die Beantragung ist
überaus bürokratisch und zeit- sowie kostenintensiv“, sagt dazu
Wirtschaftsbund Wien Direktor, Christoph Biegelmayer. Er fordert,
dass für die Selbstständigen die unbürokratische Beantragung einer
Parkgenehmigung direkt durch eine Registerabfrage möglich sein soll.
„Derzeit müssen Betriebe für eine Genehmigung bei der MA 65 ein
Fahrtenbuch über sechs Wochen führen, 15 Rechnungen über
Wareneinkäufe oder Honorarnoten vorlegen und eine ausführliche
Begründung verfassen. Wir müssen weg von dieser Bringschuld der
Selbstständigen, hin zu einer Servicekultur der Stadt Wien“, so
Biegelmayer

Änderung der Wiener Verkehrspolitik gefordert

Angesichts der unterschiedlichen „Schrebergartenlösungen“ der
einzelnen Bezirke, schlägt Biegelmayer eine unbürokratische Lösung im
Sinne der Wirtschaftstreibenden vor: „Die stufenweise Ausdehnung der
Kurzparkzonen auf ganz Wien ist weder fair noch sinnvoll. Die ÖVP
Wien, Autofahrerclubs und einzelne Bezirksvertretungen haben bereits
mehrere Verbesserungsvorschläge eingebracht. Das vorgestellte
Zonenmodell, mit einer Flexibilisierung bei der Höchstparkdauer und
Gebührenstaffelungen in Verbindung mit Verbesserungen auch für
Pendler, wäre eine sinnvolle Alternative und besser, als immer neue
Schrebergartenlösungen und einzelne Bezirksparkinseln. Eine
Gleichstellung der Wirtschaftstreibenden mit den ansässigen
Bezirksbewohnern natürlich vorausgesetzt. Es braucht eine
Gesamtlösung für Wien und einen klaren Paradigmenwechsel in der
Verkehrspolitik“, so Biegelmayer.

Der Wirtschaftsbund Wien stört sich im Besonderen daran, dass die
Ausgaben für verkehrspolitisch sinnvolle Maßnahmen, wie zum Beispiel
für den Bau von Garagen und Park & Ride Anlagen oder die Überprüfung
der grünen Welle, kontinuierlich sinken. Die Gesamteinnahmen aus der
Parkometerabgabe, die in Wien für die Erleichterung des
innerstädtischen Verkehrs eigentlich zweckgebunden werden, sind seit
dem Jahr 2010 um 66 Prozent gestiegen.

„Wenn man sich die Verteilung aber im Detail anschaut, wofür genau
diese Mittel verwendet werden, sieht man, dass anscheinend nur die
Förderung des Rad- und des öffentlichen Verkehrs wichtig sind,
schließlich sind das die einzigen Bereiche, in denen steigende
Ausgaben verzeichnet werden. Für den Bau von Garagen und Park & Ride
Anlagen oder die Überprüfung der grünen Welle wird prozentual immer
weniger ausgegeben. Hier wird von Rot und Grün einseitige
Klientelpolitik auf Kosten der Autofahrer und der auf den Transport
angewiesenen Selbstständigen gemacht. Da schauen wir nicht weiter
zu“, gibt Biegelmayer einen Ausblick über die kommende Arbeit in der
Interessenvertretung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WBW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel