• 12.10.2016, 09:00:17
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  • OTS0024

WIFO: Österreichische Klima- und Energiestrategie benötigt neue Zugänge

Wien (OTS) - Der Umgang mit Energie wird sich in den nächsten Jahren
grundlegend ändern. Mit der Energie- und Klimastrategie, die derzeit
erarbeitet wird, ist Österreich jedoch nicht in der Lage, diese
Umwälzungen zu bewältigen. In einem aktuellen "Policy Brief"
plädieren das WIFO und das Wegener Center für neue Zugänge.

Der Umgang mit Energie, so wie wir ihn bisher kannten, könnte sich
in wenigen Jahren grundlegend verändern. Die integrierte Energie- und
Klimastrategie für Österreich, die derzeit erarbeitet wird, baut
jedoch auf einem konventionellen Verständnis des Energiesystems auf.
Damit ist es nicht möglich, die kommenden Umwälzungen im Umgang mit
Energie ausreichend zu verstehen. Zu diesem Ergebnis kommen das
Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und das
Wegener Center der Universität Graz in einem aktuellen "Policy Brief"
(Link siehe unten).

Die Veränderungen im Energiesystem zeichnen sich schon jetzt ab:
Gebäude werden nicht nur weitgehend energetisch autonom, sondern
übernehmen eine Rolle als Teil der Infrastruktur für das nächste
Energiesystem. Mobilität erfordert nicht länger immer
Verkehrsbewegungen. Es entstehen Geschäftsmodelle, die mit
konventionellen Energieversorgungsunternehmen kaum Ähnlichkeit haben.

"Unser derzeitiger Zugang zum Energiesystem eignet sich vor diesem
Hintergrund nicht, um eine konstruktive und langfristig tragfähige
Perspektive zu entwickeln", sagt WIFO-Expertin Angela Köppl.
"Österreich fokussiert zu stark auf die Frage nach der Bereitstellung
von Energie. Und vergisst dabei, sich damit zu beschäftigen, welchen
Nutzen Energie künftig stiften muss. Das ist aber die eigentlich
relevante Frage."

Das WIFO plädiert für neue Zugänge: "Sonst verbauen wir uns
wichtige Chancen auf den Umbau des Energiesystems", so Köppl. Die
Überlegungen zu einer zeitgemäßen Klima- und Energiestrategie müssen
sich stärker an den mit Energie verbundenen Dienstleistungen bzw.
Funktionalitäten orientieren. Diese müssten - anders als derzeit - am
Anfang aller Reformüberlegungen stehen, sagt Köppl. Darunter fallen
thermische Funktionalitäten (etwa der Bedarf, Räume unter Nutzung von
Niedrigtemperaturtechnologien auf einem bestimmten Temperaturniveau
zu halten) ebenso wie mechanische Funktionalitäten (der Bedarf an
Antrieben im Transport und stationären Anwendungen in Unternehmen)
und spezifisch elektrische Funktionalitäten. Der grundlegende Umbau
des Energiesystems, so die Studie, wird auch mit massiven
Investitionen in die Infrastruktur verbunden sein.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der folgenden
WIFO-Publikation:
Angela Köppl, Stefan Schleicher (WIFO), Karl W. Steininger (Wegener
Center), Policy Brief: Energie umfassend verstehen - Die energetische
Wertschöpfungskette: Von den Funktionalitäten zur Primär-Energie,
http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/59049

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