- 10.10.2016, 09:23:40
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ÖGB-Anderl : Frauen arbeiten 82 Tage „gratis“ – eine Blamage
Equal Pay Day österreichweit am 11. Oktober
Utl.: Equal Pay Day österreichweit am 11. Oktober =
Wien (OTS) - „Und wieder einmal führt uns der Equal Pay Day die
großen Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern vor Augen:
Frauen bekommen für gleichwertige Arbeit 10.928 Euro weniger als
Männer. Das ist eine echte Blamage“, sagt Renate Anderl,
ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende. Der diesjährige
Equal Pay Day findet österreichweit am 11. Oktober statt. Das
bedeutet, dass Frauen ab diesem Tag bis zum Jahresende statistisch
gesehen gratis arbeiten.
Um die Einkommensschere zu schließen, fordern die ÖGB-Frauen ein
Mindesteinkommen von 1.700 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung und
mehr Einkommenstransparenz. „Zahlreiche Best-Practice-Beispiele
bestätigen, dass Einkommensberichte gute Wirkung zeigen, wenn sich
Geschäftsführung und Betriebsrat gemeinsam damit auseinandersetzen“,
so Anderl. In vielen Bereichen haben BetriebsrätInnen bereits eine
bessere Einstufung für Frauen erreicht. „Wir wissen aber auch, dass
es Betriebe gibt, wo Beschäftigte über Einkommensberichte nicht
informiert werden und diese stattdessen in der Schublade
verschwinden. Daher ist die Forderung von Frauenministerin Sabine
Oberhauser nach einer Offenlegung der Gehälter im Betrieb der
richtige Weg, um tatsächliche Einkommensgereichtigkeit herzustellen“,
sagt sie.
Obwohl Frauen im Bildungsbereich massiv aufgeholt haben und heute
allgemein qualifizierter als Männer sind, sind die Hürden am
Arbeitsmarkt für die meisten nahezu unüberwindbar, spätestens dann,
wenn Frau an die gläserne Decke stößt. „Um eine Gleichstellung von
Frauen und Männern zu erzielen, brauchen wir verpflichtende
Geschlechterquoten und betriebliche Frauenförderpläne", betont die
ÖGB-Vizepräsidentin. Das seien nur einige der Lösungsansätze. "Nach
wie vor wird Vollzeitbeschäftigung in gut dotierten Positionen
vorausgesetzt. Qualifizierte Teilzeit und geteilte Führungsmodelle,
die Eltern ein angemessenes Einkommen und die Vereinbarung von Beruf
und Familie ermöglichen könnten, werden von Unternehmen selten
praktiziert.“
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