- 05.10.2016, 10:00:16
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Umweltdachverband: Die Mär vom Wirtschaftshindernis Natura 2000 – aktuelle Studie schafft Klarheit!
TU-Studie beweist: Vorurteile und Ängste unbegründet – keine signifikant negativen Auswirkungen von Natura 2000 auf Regionalwirtschaft oder Landwirtschaft erkennbar
Utl.: TU-Studie beweist: Vorurteile und Ängste unbegründet – keine
signifikant negativen Auswirkungen von Natura 2000 auf
Regionalwirtschaft oder Landwirtschaft erkennbar =
Wien (OTS) - Bundesweit einheitliche Regelungen könnten Zusammenspiel
zwischen Wirtschaft und Natur stärken
Die europäischen Naturschutzregelungen Fauna-Flora-Habitat- und
Vogelschutzrichtlinie sind Grundlage für die Einrichtung von
mittlerweile mehr als 270 Natura 2000-Gebieten in Österreich. Obwohl
die Richtlinien seit 1995 in Österreich in Kraft sind, bestehen immer
noch Vorurteile und Ängste, wenn es um die Ausweisung neuer Gebiete
und die Umsetzung von Projekten geht. Der UWD beauftragte daher im
Rahmen des von EU und Bund geförderten Gemeinschaftsprojekts
„gREen.watch“ (Projektpartner BirdLife Österreich & WWF Österreich)
die Technische Universität Wien, den Zusammenhang zwischen Natura
2000 und Wirtschaft zu erforschen. Unter Federführung von Michael
Getzner (TU Wien) arbeiteten der Natura 2000-Experte Wolfgang Suske
und Gottfried Haber von der Donau-Uni Krems gemeinsam an diesem
Forschungsprojekt.
Nicht die Richtlinien, sondern die mangelhafte Umsetzung als
Problem
Hintergrund der Beauftragung ist der laufende Fitness-Check der
EU-Naturschutzrichtlinien. „Die Richtlinien selbst sind nicht das
Problem. Viel eher bestätigt die Studie, dass es bei ihrer Umsetzung
Wissensdefizite und insbesondere in Bewilligungsverfahren grobe
Mängel gibt. Wieder einmal zeigt sich, dass neun verschiedene
Implementierungsansätze nicht zielführend sind: weder für den
Naturschutz noch für die Wirtschaft“, sagt Michael
Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des UWD, und fordert eine Reform
der Naturschutzverwaltung im Sinne einer Bundeskompetenz. „Auch diese
Studie stützt die Forderungen von Umweltorganisationen, die
etablierten EU-Naturschutzrichtlinien unverändert zu lassen. Es gilt,
mit bestehenden Vorurteilen aufzuräumen und alle Energie in die
wirkungsvolle Umsetzung zu stecken sowie die Mittelbereitstellung für
EU-Naturschutz zu verbessern, um die biologische Vielfalt
abzusichern“, betont WWF-Naturschutzexperte Christian Pichler.
Christof Kuhn von BirdLife Österreich weist auf die notwendige
Kooperation aller Player hin: „Vorurteile zu beseitigen ist
wesentliche Voraussetzung für eine verbesserte Akzeptanz und
Anwendung der EU-Naturschutzvorgaben. Daher setzen wir uns dafür ein,
den Dialog mit Stakeholdern aus Wirtschaft und Land- und
Forstwirtschaft zu fördern“.
Langzeitanalyse: kein signifikant negativer Natura
2000-Einfluss auf Regionalwirtschaft
Die im Rahmen der Studie durchgeführte Langzeitanalyse zeigt: „Der
Urbanisierungsgrad der Gemeinde ist ausschlaggebender für ihre
Entwicklung als das Vorhandensein eines Natura 2000-Schutzgebiets.
Ein direkter Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Arbeitsstätten
und Arbeitsmarkt und der Ausweisung von Natura 2000-Gebieten konnte
nicht festgestellt werden“, so Getzner. Weiters wird ausgeführt, dass
Europaschutzgebiete einer touristischen Entwicklung nicht im Wege
stehen, sondern diese sogar beflügeln können.
Weiterentwicklung der Land- und Forstwirtschaft auch mit Natura
2000 möglich!
Die Studie beschäftigte sich zudem mit dem Land- und
Forstwirtschaftssektor. Es zeigte sich, dass die Umsetzung von
Projekten im Rahmen der Ländlichen Entwicklung in Gemeinden mit
Natura 2000-Flächen genauso möglich ist wie in Nicht-Natura
2000-Gemeinden. „Die Ausweisung von Natura 2000-Gebieten, die
naturgemäß eher in peripheren und ländlichen Regionen liegen, führt
weder zu spürbaren positiven noch zu wesentlichen negativen
regionalwirtschaftlichen Effekten“, konstatiert Co-Studienautor
Haber.
„Diese Studie belegt: Natura 2000 ist kein Verhinderungsinstrument
und kein Wirtschaftshemmnis“, so Proschek-Hauptmann abschließend.
Link zur Studie:
http://www.umweltdachverband.at/tu-wien-et-al-2016-natura-2000-und-wirtschaft-pdf
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