- 05.10.2016, 09:31:06
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Forschungsprojekt bei Konferenz für Magnetresonanz ausgezeichnet

Die Früherkennung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson mithilfe eines „Eisen-Atlas“ des menschlichen Gehirns steht im Mittelpunkt eines gemeinsamen Forschungsprojektes an der FH Kärnten mit der Medizinischen Universität Wien und der Friedrich Schiller Universität Jena.
„Erhöhte Eisenkonzentrationen im menschlichen Gehirn können auf altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson hinweisen. Und das schon Jahre bevor die ersten Symptome auftreten und es zum Ausbruch kommt",
erklärt Günther Grabner, Lehrender und Forscher am Studiengang Radiologietechnologie der FH Kärnten, die Hintergründe des Forschungsprojekts zur Analyse von Eisenkonzentrationen. Als Partner der Medizinischen Universität Wien und der Friedrich Schiller Universität Jena erstellt er einen sogenannten „Eisen-Atlas", der lokale Eisenkonzentrationen im Gehirn darstellt.
Ziel ist es, mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) die Konzentration von Eisen sichtbar und auswertbar zu machen. Aktuelle Berechnungsmethoden kommen klinisch nur eingeschränkt in Frage, daher werden an der Medizinischen Universität Wien Gehirne mittels MRT bildgebend und histologisch untersucht und lokale Eisenkonzentrationen bestimmt und Eisenfärbungen durchgeführt. An der FH Kärnten werden diese Färbungen 3D rekonstruiert und in einem Eisenatlas dargestellt. Die weiteren Berechnungen zur Eisenkonzentration erfolgen an der Friedrich Schiller Universität Jena.
Herausragende Leistung ausgezeichnet
Dass das Gemeinschaftsprojekt bereits international bekannt ist, beweist nicht zuletzt die Einladung zur Präsentation bei der weltweit größten Fachkonferenz für MRT, der ISMRM in Singapur. Am 1. Oktober wurde das Forschungsprojekt außerdem bei der ESMRMB, der größten europäischen Konferenz für Magnetresonanz, für hochwertige wissenschaftliche Leistungen und Erkenntnisse ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang wurden im Rahmen des Forschungsprojekts die Ergebnisse zu histologischen Hirngewebeuntersuchungen post mortem gewürdigt. Im Allgemeinen werden zur Verifizierung von Ablagerungen histologische Gewebeuntersuchungen post mortem durchgeführt, das Gehirn wird vorher meist in Formalin fixiert, um den Zersetzungsprozess nach dem Tod zu stoppen. Im Hinblick darauf wurde der Effekt der Formalinfixierung auf MRT-Daten untersucht und festgestellt, dass zwar die Relation der Eisenkonzentrationen in unterschiedlichen Gehirnregionen erhalten bleibt, jedoch leichte Änderungen durch die Gewebefixierung und deren Dauer auftreten können und somit die Ergebnisse beeinflussen.
Rückfragen & Kontakt
FH Kärnten
Dr. Günther Grabner
Hochschullehre am Studiengang Radiologietechnologie
T: +43 (0)5 90500-3582
T: + 43 664 540 45 22
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