Willi: Rupprechter muss beim Alpenschutz Flagge zeigen

Grüne: Durchlavieren geht nicht

Wien (OTS) - In zehn Tagen übernimmt Österreich den Vorsitz bei der Alpenkonvention. Diese ist das wichtigste Übereinkommen zum Schutz der Alpen und völkerrechtlich verbindlich. „Es wundert mich nicht, dass in Zeiten des Klimawandels die ungelösten Konflikte bei der touristischen Nutzung der Alpen hochkochen. Leider ist manchen Wirtschaftsvertretern das Gefühl für eine verträgliche Balance zwischen ihren Nutzungsinteressen und den Grenzen von Wachstum und Naturzerstörung abhandengekommen. Wenn man den obersten Seilbahner Franz Hörl poltern hört, weiß jeder, worum es geht“, kommentiert der grüne Tourismussprecher Georg Willi.

„Auch Umweltminister Rupprechter scheint Schwierigkeiten zu haben, sich zwischen den Wünschen der Seilbahner und seinen Pflichten als oberster Umweltpolitiker Österreichs zu entscheiden. Gerade jetzt wären aber klare Worte und Handlungen gefragt, nicht wolkiges Nachhaltigkeits-Geplauder wie heute früh. Sonst steuert der Minister mit der Vorsitzführung Österreichs auf eine Blamage zu", stellt Willi klar.

Das Anliegen der im Alpenschutz engagierten Umweltverbände, in einer Nachdenkpause die oft rücksichtslosen Skierschließungen bis in sensibelste Lagen und letzten unerschlossenen Geländekammern zu überdenken, teilen die Grünen vollinhaltlich: Blindes Weitertun wie bisher beim Ausbau und Zusammenschluss von Skigebieten ist auch wirtschaftlich keine Option angesichts des Klimawandels und seiner Folgen für Schneebedeckung und Geländestabilität im Hochgebirge.

„Grundlegend neue Konzepte für einen 'Wintertourismus mal mit, mal ohne Schnee' sind nötig, auch wenn das manche in der Seilbahnbranche nicht wahrhaben wollen. Es ist an der Zeit, zur Kenntnis zu nehmen, dass die wirtschaftlichen Heilsversprechen der Liftkaiser selten eintreffen. Das beweisen Tiroler Täler, in denen trotz Gletschererschließung die Abwanderung zugenommen hat, statt sich wie zuvor versprochen ins Gegenteil zu kehren. Ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb – immer weniger, aber immer größere und höher gerüstete Skigebiete mit immer höheren Tarifen bringen die leistbaren ‚Familienskigebiete‘ unter Druck – ist auch familienpolitisch nicht sinnvoll. Ein Umweltminister, der diesem Amt gerecht werden will, muss wissen, auf welche Seite er sich in diesem harten Konflikt zwischen Geld und Zukunft zu stellen hat. Umso mehr, wenn er für zwei Jahre oberster politischer Anwalt der Alpen wird, so wie Rupprechter demnächst", unterstreicht Willi.

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