- 03.10.2016, 10:25:49
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Mensdorff-Pouilly bei Rebhuhn- und Entenjagd erwischt: Abbruch
VGT erstattet Anzeige: Aussetzen von Rebhühnern, tierquälerischer Abschuss von gezüchteten Enten – keine Weidgerechtigkeit!
Utl.: VGT erstattet Anzeige: Aussetzen von Rebhühnern,
tierquälerischer Abschuss von gezüchteten Enten – keine
Weidgerechtigkeit! =
Wien (OTS) - Der Herbst bricht an, die ersten Jagdgäste trafen
letztes Wochenende bei Mensdorff-Pouilly ein. Von AnrainerInnen
alarmiert wollten TierschützerInnen die Federwildjagd in Luising
dokumentieren. In einer österreichischen Voliere waren eine Woche
davor noch zahlreiche Rebhühner eingesperrt gewesen. Am Jagdtag waren
sie weg – ausgesetzt! Tatsächlich brach eine englischsprachige
Jagdgesellschaft, begleitet von Alfons Mensdorff-Pouilly, am frühen
Morgen aus seinem Schloss in Luising auf, um an der ungarischen Seite
der Pinka, die dort die Grenze nach Österreich markiert, auf
Rebhühner zu schießen. Doch aufgrund der Tierschutz-Kameras wurde die
Jagd abgebrochen. Am Nachmittag um 15 Uhr ein zweiter Versuch.
Diesmal fuhr die Kolonne von Jagdgästen, geführt von
Mensdorff-Pouilly, über die grüne Grenze – was in diesen Tagen
gesetzwidrig ist! – nach Österreich zurück und nahm um den
künstlichen Ententeich Stellung. Dann wurden einige Enten, die vorher
durch eine Fütterung einige 100 m vom Teich weggelockt worden waren,
zurückfliegen gelassen und die Jagdgäste schossen sie aus dem Himmel.
Die verschreckten Zuchtenten flogen verzweifelt im Kreis, wussten
nicht wohin, und wurden dabei ständig beschossen. Erst als die
Tierschutzkameras in Stellung waren, brach man wiederum rasch ab.
Einige Dutzend Enten waren zu dem Zeitpunkt aber schon tot.
Der VGT wird heute Anzeige erstatten. Erstens ist es nach dem
burgenländischen Jagdgesetz nicht erlaubt, Rebhühner um diese
Jahreszeit noch auszusetzen. Zweitens kann man diese Enten nicht als
ausgesetzt betrachten, sie leben hinter einem elektrisch geladenen
Zaun und werden gefüttert. Drittens lockt man sie zum Abschuss mit
Futter aus dem Teich und lässt sie in Kleingruppen wieder zurück
fliegen. Das ist eine Jagdform, die überhaupt nicht weidgerecht ist.
Und nicht zuletzt schert sich Mensdorff-Pouilly um die momentan
geltenden Grenzkontrollen überhaupt nicht. Eine Anfrage des VGT im
Innenministerium hat ergeben, dass niemand für das Übertreten der
grünen Grenze eine Ausnahmegenehmigung hat. Nur Mensdorff-Pouilly
glaubt, wie immer, über dem Gesetz zu stehen.
VGT-Obmann Martin Balluch: „Diese Jagden bei Mensdorff-Pouilly auf
Zuchtvögel sind abscheulich. Findet die Güssinger Bezirksjägerschaft
wirklich nichts dabei, harmlose Zuchtenten derart zu beschießen oder
Rebhühner in Kistln auszusetzen? Da geht es weder um die Reduktion
einer Überpopulation – die Enten stammen aus einer Zucht – noch um
Fleischproduktion – da könnte man die zahmen Enten mit dem Messer
töten. Nein, die Tiere sollen im Flug abgeknallt werden, weil es so
großen Spaß macht. Dabei wird in Kauf genommen, dass die meisten
Tiere nicht gut getroffen und die Verletzten oft von Jagdhunden
angegriffen werden. Das ist horrende Tierquälerei. Landesrätin Verena
Dunst hätte in ihrem neuen Jagdgesetz das Verbot der Jagd auf
Zuchtenten vorschreiben müssen, aber leider ist ihr Tierschutz
offenbar kein Anliegen. Im neuen Jagdgesetz kommt Tierschutz
jedenfalls mit keinem Wort vor!“
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