• 03.10.2016, 10:10:31
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  • OTS0045

Stufenweise Beschäftigung als Erfolgsmodell gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Judith Pühringer (arbeit plus)fordert Etablierung des „Stufenmodells“/Sobotkas Ablehnung von gemeinnütziger Arbeit von AsylwerberInnen „zynisch und absolut nicht nachvollziehbar“

Utl.: Judith Pühringer (arbeit plus)fordert Etablierung des
„Stufenmodells“/Sobotkas Ablehnung von gemeinnütziger Arbeit
von AsylwerberInnen „zynisch und absolut nicht
nachvollziehbar“ =

Wien (OTS) - Die Erfahrungen mit langzeitbeschäftigungslosen Menschen
in Sozialen Unternehmen zeigen: Die Menschen wollen arbeiten, aber
nicht alle schaffen es zu jenen Bedingungen, die der Arbeitsmarkt von
ihnen fordert. Aus diesem Grund startete 2013 mit Mitteln des AMS NÖ
und des Landes NÖ ein Pilotprojekt zur niederschwelligen und
schrittweisen Integration von besonders arbeitsmarktfernen Personen,
viele von ihnen MindestsicherungsbezieherInnen und schon mehrere
Jahre ohne Job. In fünf aufeinander aufbauenden Stufen (Clearing,
stundenweise Beschäftigung, Arbeitstraining, Transitarbeitsplatz,
Nachbetreuung) werden die Frauen und Männer Schritt für Schritt an
den ersten Arbeitsmarkt herangeführt. Ein ähnliches Modell findet
sich auch in der Steiermark.

Konkret sind die Arbeitssuchenden in Sozialen Unternehmen
beispielsweise in der Garten- und Grünlandpflege oder im Verkauf
tätig. Der Erfolg spricht für sich: Knapp ein Drittel schafft ersten
Auswertungen zufolge durch das Angebot die Vermittlung in einen Job
oder in eine Qualifizierungsmaßnahme.

„Damit ist das Stufenmodell ein Erfolgsmodell für die unterstützten
Menschen und für die Arbeitsmarktintegration“, so Judith Pühringer,
Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich.
Die Arbeitsmarktexpertin fordert, dass es künftig langfristig und in
allen Bundesländern angeboten wird: „Begleitend ist es wichtig, auf
jeder Stufe passende dauerhafte Angebote für jene zu schaffen, die
die nächste Stufe, etwa aus gesundheitlichen Gründen, nicht
schaffen“, so Pühringer. Denn: „Eine bezahlte Arbeit ist
unverzichtbar, um Menschen Teilhabe an unserer Gesellschaft zu
ermöglichen. Nimmt Österreich das Menschenrecht auf Arbeit ernst, ist
die Regierung gefordert, dafür zu sorgen dass sich alle mit ihren
Talenten und Fähigkeiten einbringen können. Sei es auf dem ersten
oder einem sogenannten erweiterten Arbeitsmarkt.“

Sobotka-Aussage „zynisch und absolut unverständlich“

Als „zynisch und absolut unverständlich“ kritisiert die
Arbeitsmarktexpertin die jüngste Aussage von Innenminister Wolfgang
Sobotka zur gemeinnützigen Arbeit von AsylwerberInnen: „Wie man
dagegen sein kann, dass Menschen sich während ihres Asylverfahrens um
fünf Euro die Stunde gemeinnützig betätigen, ist für mich nicht
nachvollziehbar“, so Pühringer: „Das widerspricht allem, was wir über
die enorme Bedeutung von möglichst frühzeitigen Integrationsmaßnahmen
wissen.“

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