• 03.10.2016, 10:09:58
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  • OTS0044

AK-Studie zeigt: Eltern geben in Oberösterreich jährlich fast 2.700 Euro für den Schulbesuch ihrer Kinder aus

Linz (OTS) - Eine von der AK Oberösterreich in Auftrag gegebene
Studie zeigt, dass überbordende Schulkosten viele Familien massiv
belasten. Damit wird soziale Ungleichheit beim Bildungszugang
verstärkt. Eltern geben durchschnittlich fast 2.700 Euro pro Jahr und
Haushalt für den Schulbesuch ihrer Kinder aus. „Die Schulen müssen
sich der finanziellen Situation vieler Familien bewusst werden und
Strategien zur Senkung der Kosten entwerfen“, sagt AK-Präsident Dr.
Johann Kalliauer.

Für öffentliche Schulen ist in Österreich die Schulgeldfreiheit
gesetzlich verankert. Trotzdem kostet der Schulbesuch die
oberösterreichischen Eltern pro Schuljahr und Haushalt im
Durchschnitt rund 2.700 Euro. Das zeigt eine von der AK
Oberösterreich beauftragte Studie des Instituts für Berufs- und
Erwachsenenbildungsforschung (IBE). Im Schuljahr 2015/2016 haben in
vier Befragungswellen mehr als 2.000 Eltern an der Online-Befragung
teilgenommen.

Die größten „Schulkostentreiber“ sind Schulveranstaltungen mit mehr
als 800 Euro pro Jahr sowie Ausgaben für Schulmaterialien. Private
Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung betreffen zwar nur einen Teil der
Eltern, diesen aber umso stärker. Die Höhe der Schulkosten hängt von
der Anzahl der Kinder, von der Schulstufe und vom Schultyp ab.

Eltern begegnen der Belastung durch höhere Schulkosten durch striktes
Sparen etwa beim Urlaub oder bei Einkäufen, durch mehr Arbeiten und
Überstunden oder sie verzichten auf die Teilnahme etwa an Schikursen
und kaufen Schulsachen kostenbewusst ein. „Nicht alle Eltern können
ihren Kindern die Schule finanzieren. Sie probieren dennoch alles, um
ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Wir dürfen es
jedenfalls nicht hinnehmen, dass hohe Schulkosten den Weg zur
gewünschten Ausbildung versperren“, betont AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer.

Daten nationaler und internationaler Studien zeigen, dass die soziale
Auslese beim Bildungszugang in Österreich besonders hoch ist. „Es ist
daher höchste Zeit, die Schulkosten zu senken. Das liegt nicht nur im
Interesse der betroffenen Eltern und Kinder, sondern entspricht auch
den Anforderungen einer fairen, an Bildung und Fähigkeiten
orientierten Gesellschaft“, sagt Kalliauer. Bestes Beispiel ist die
Privatnachhilfe: Familien, die es sich leisten können, beanspruchen
außerschulische Nachhilfe für ihre Kinder. Andere Familien können das
nicht. „Somit zementiert die Privatnachhilfe soziale Zugangshürden zu
höherer Bildung ein“, erklärt Präsident Kalliauer.

Schulen und Lehrer/-innen sollen mehr Verständnis für die ungleiche
Finanzkraft der Familien entwickeln. Bescheidenere Anforderungen und
gleichzeitig rationellere Vorgangsweisen bei der Beschaffung können
die Kosten für die Eltern senken.

Die AK fordert daher:

- Zentrale Forderung ist die Einführung einer flächendeckenden,
gebührenfreien ganztägigen Schule. Sie macht teure Nachhilfe
überflüssig, weil Förderung und Ergebnissicherung in der Schule
geschehen. Auch die Kosten für Nachmittagsbetreuung fallen weg.

- Mehr Ressourcen für Schulen mit mehr sozial benachteiligten Kindern
und schwierigen Rahmenbedingungen können zu einem gerechteren
Schulsystem beitragen.

- Die Schulen können durch mehr Kostenbewusstsein Geld sparen helfen.
Die zentrale Beschaffung von Schulmaterialien bringt Kostenvorteile.
Auch braucht es mehr Transparenz, klare Vorgaben und mehr
Mitbestimmung.

- Wenn Schulveranstaltungen einen nachweislichen Nutzen für die
Kinder haben, sollten sie kostenlos für alle Kinder zugängig sein.

- Die Schulbeihilfe muss sozial gerechter werden. Sie sollte bereits
ab der 9. Schulstufe gewährt werden. Nach neun Jahren ohne Erhöhung
muss sie endlich an den Preisindex angepasst, somit um mindestens 18
Prozent erhöht und anschließend jährlich valorisiert werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

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