• 30.09.2016, 10:55:56
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  • OTS0093

Verharmlost Ö1 Religionsabteilung Pädophilie?

Missbrauch wird als „Sex mit Minderjährigen“ bezeichnet

Utl.: Missbrauch wird als „Sex mit Minderjährigen“ bezeichnet =

Wien (OTS) - Eine Entgleisung leistete sich die ORF
Religionsabteilung gestern in der Ö1 Sendung Religion aktuell.
http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=449375&load_day=/programm/konsole/tag/20160929

Im Rahmen einer Sendung zu Schönborns 25jähriger Amtszeit sagte
Redakteur Roberto Talotta wortgemäß, Kardinal Groer werfe man Sex mit
Minderjährigen vor. Unfassbar findet das Sepp Rothwangl, Obmann der
Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt. „Mit Kindern hat man keinen
Sex. Aber Kinder werden leider manchmal Opfer einer Vergewaltigung
bzw. eines Missbrauchs.“ Eine solche Ausdrucksweise stelle eine
Verharmlosung von Gewaltverbrechen dar, so Rothwangl weiter. „Der
Anstand würde es gebietet, dass sich der Religions-Journalist jetzt
bei den Betroffenen entschuldigt.“

Schönborn verteidigte Täter

Weiter sagt Talotta, dass die Vorwürfe gegen Groer nie bewiesen
werden konnten, aber dass Schönborn sie für zutreffend hielt.
„Richtig ist, dass die Vorwürfe durch mehrere Opfer bestätigt wurden,
es jedoch keine strafrechtliche Verfolgung gab, weil die Kirche die
Betroffenen eingeschüchtert und die Fälle vertuscht hat“, so
Rothwangl. Auch habe Schönborn Groer lange Zeit verteidigt, wie diese
Archivaufnahme belegt https://www.youtube.com/watch?v=N0GEGzEFAHU
Rothwangl kündigt eine Beschwerde beim Medienrat an.

Vertuschung bis heute

Die Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Groer waren 1995 vom
ehemaligen Internatsschülder Josef Hartmann im Nachrichtenmagazin
profil erhoben und von Kirchenvertretern wie Schönborn lange
bestritten worden. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung kam es nie,
weil die r.k. Kirche nicht an einer strafrechtlichen Verfolgung ihres
Kardinals interessiert war. Der Fall führte jedoch zu einer ersten
Enttabuisierung des Themas Missbrauch von Kindern durch
Kirchenvertreter, auch wenn die Vertuschung bis heute weitergeht:
Auch jetzt behindert die kircheneigene Klasnic Kommission eine
Aufklärung der zahlreichen bekannt gewordenen Missbrauchsfälle,
schützt die Identität der Täter und speist Opfer mit Almosen ab.
www.betroffen.at

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