- 28.09.2016, 09:44:50
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E-Wirtschaft: Energie- und Klimastrategie als Chance für den Standort Österreich nützen
Oesterreichs Energie Kongress diskutiert Energiezukunft und Digitalisierung der Elektrizitätswirtschaft in Salzburg
Utl.: Oesterreichs Energie Kongress diskutiert Energiezukunft und
Digitalisierung der Elektrizitätswirtschaft in Salzburg =
Wien (OTS) - Neben den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz sind
aus Sicht der E-Wirtschaft für die in Ausarbeitung befindliche
Energie- und Klimastrategie Österreichs insbesondere Fragen der
Versorgungssicherheit und der künftigen Energiekosten entscheidende
Erfolgskriterien. „Wir brauchen Markt und Wettbewerb, damit sich
Investieren in die Zukunft der Stromversorgung wieder lohnen kann“,
erklärte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs Energie
anlässlich der Eröffnung des wichtigsten Branchentreffs der
E-Wirtschaft in Salzburg. Vom 28 bis 29. September diskutieren über
500 Teilnehmer bei Oesterreichs Energie Kongress Fragen der
Energiewende und Digitalisierung der Branche.
„Mit „Empowering Austria“, der Stromstrategie von Oesterreichs
Energie haben wir einen Fahrplan für die Energiezukunft. Es gilt,
die Energie- und Klimastrategie als Chance für den Standort
Österreich zu begreifen und entsprechend zu nützen“, so Anzengruber.
Nach der Liberalisierung der E-Wirtschaft sieht Oesterreichs Energie
die vor elf Jahren in Kraft getretene Klimakonvention der Vereinten
Nationen, die 2015 in die Beschlüsse von Paris mündete, als
entscheidenden Wendepunkt der Energieversorgung. Anzengruber: „Was
wir heute erleben, ist der Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters.“
Die alten Technologien werden unwirtschaftlich, die Welt des Stroms
verändert sich. Die E-Wirtschaft will an vorderster Linie tätig sein,
die neuen Techniken nutzen und eng mit den neuen Marktteilnehmern
zusammenarbeiten, um treibende Kraft der Veränderung, nicht
Getriebene zu werden.
Strom ist durch nichts ersetzbar
Die längerfristigen Aussichten der E-Wirtschaft sieht Anzengruber
positiv. In Zukunft werde man mehr Strom brauchen, enorme
zusätzliche Speicherkapazitäten benötigen und komplett neue digitale
Technologien ausrollen: „Über die Zukunft des Stroms braucht man sich
keine Sorgen zu machen, denn Strom ist durch nichts ersetzbar“, so
der Präsident von Oesterreichs Energie. Ziel der Interessenvertretung
der E-Wirtschaft sei jetzt die Schaffung eines durchgängig
marktbasierten Stromsystems, eine Reduktion der Abgaben- und
Kostenbelastung im gesamten Stromsystem und der Erhalt der
gemeinsamen Preiszone Deutschland-Österreich.
Oesterreichs Energie hat einen Plan für die Zukunft, die
Stromstrategie „Empowering Austria“, die auch als Namensgeber für den
Kongress in Salzburg fungiert. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von
Oesterreichs Energie: „ Die Bezeichnung „Empowering Austria“ macht
mehrfach Sinn: Erstens zusätzliche, neue und erneuerbare Energie für
Österreich, zweitens Übertragung von Zukunftschancen auf alle, die am
innovativen Energiesystem der Zukunft mitwirken wollen und drittens
eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts.“ Diese Ziele sollten sich
auch in der geplanten Energie- und Klimastrategie wiederfinden. Die
Stromstrategie der E-Wirtschaft könnte zudem nicht nur als Beitrag
zur Erreichung der Klimaziele dienen, sondern auch zum Motor für die
Konjunktur in Österreich werden. Schmidt: „Empowering Austria ist
eine Vorwärtsstrategie und das wird man am Kongress spüren.“
Große Bedeutung räumt der Kongress der E-Wirtschaft 2016 auch dem
Thema Digitalisierung ein. Schmidt: „Die E-Wirtschaft will Partner
der Prosumer sein und das immer komplexere System aus Stromerzeugern
und -verbrauchern intelligent steuern damit alle Teilnehmer mit ihren
Anlagen davon profitieren können.“ Die Digitalisierung werde es
möglich machen, die Einzelteile der neuen Stromwelt so zur Wirkung zu
bringen, dass das System auch unter den neuen Rahmenbedingungen
stabil bleibt. Ziel der E-Wirtschaft ist ein intelligentes
Zusammenspiel zwischen Branche und Kunden zum Nutzen des
Gesamtsystems und der einzelnen Prosumer.
Vom Erzeuger zum Produktentwickler und
Full-Service-Dienstleister
„Das traditionelle Geschäftsmodell der Energieversorger nach dem
Motto „Erzeugen, Verkaufen, Liefern, Verbrauchen“ hat ein
Ablaufdatum“, erklärte Leonhard Schitter, Vorsitzender von
Oesterreichs Energie Forschung & Innovation und Vorstandssprecher der
Salzburg AG: „Daher müssen die Unternehmen der E-Wirtschaft zu
Full-Service-Dienstleistern und zur Solution Companies werden.“ Die
Energiebranche müsse sich vom Infrastrukturanbieter zum
Lösungsmanager entwickeln.
Schitter sieht Salzburg und die Salzburg AG als modernes Labor der
Energiewende, in dem permanent integrierte Dienstleistungen
entwickelt und angeboten werden. Energiewende bestehe aus drei
Faktoren: Integration der Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz,
Digitalisierung, allesamt Bereiche in denen die Salzburg AG
beispielgebend aktiv ist. Schitter: „Wir befinden uns in der größten
technologischen Veränderung seit der flächendeckenden Versorgung mit
Elektrizität. Mit Strom alleine wird in Zukunft kaum noch Geld zu
verdienen sein. Die Energiebranche muss sich rasch neue
Geschäftsfelder suchen.“
Forschung sieht der Vorsitzende von Oesterreichs Energie Forschung
und Innovation als unverzichtbare Basis für die Zukunft, sei es im
Rahmen von Oesterreichs Energie als auch in jedem einzelnen
Mitgliedsunternehmen. Die Investitionen im Bereich Forschung &
Innovation von Oesterreichs Energie und seiner Mitglieder beliefen
sich 2015 auf rund 22 Mio. Euro. Die Forschungsschwerpunkte lagen im
Jahr 2015 in den Bereichen Speichersysteme, Energieeffizienz,
erneuerbare Energiequellen, ökonomische und ökologische Aspekte der
Energienutzung und Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur hin zu
smarten Systemen. Top-Forschungsthemen bei Oesterreichs Energie in
den vergangenen Jahren waren unter anderen Datensicherheit im
Zusammenhang mit dem Smart-Meter-Ausbau, Energieeffizienz, die Netze
der Zukunft, E-Mobilität und Ladeinfrastruktur sowie strategische
Wasserkraftplanung.
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