E-Wirtschaft: Energie- und Klimastrategie als Chance für den Standort Österreich nützen

Oesterreichs Energie Kongress diskutiert Energiezukunft und Digitalisierung der Elektrizitätswirtschaft in Salzburg

Wien (OTS) - Neben den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz sind aus Sicht der E-Wirtschaft für die in Ausarbeitung befindliche Energie- und Klimastrategie Österreichs insbesondere Fragen der Versorgungssicherheit und der künftigen Energiekosten entscheidende Erfolgskriterien. „Wir brauchen Markt und Wettbewerb, damit sich Investieren in die Zukunft der Stromversorgung wieder lohnen kann“, erklärte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs Energie anlässlich der Eröffnung des wichtigsten Branchentreffs der E-Wirtschaft in Salzburg. Vom 28 bis 29. September diskutieren über 500 Teilnehmer bei Oesterreichs Energie Kongress Fragen der Energiewende und Digitalisierung der Branche.

„Mit „Empowering Austria“, der Stromstrategie von Oesterreichs Energie haben wir einen Fahrplan für die Energiezukunft. Es gilt, die Energie- und Klimastrategie als Chance für den Standort Österreich zu begreifen und entsprechend zu nützen“, so Anzengruber.

Nach der Liberalisierung der E-Wirtschaft sieht Oesterreichs Energie die vor elf Jahren in Kraft getretene Klimakonvention der Vereinten Nationen, die 2015 in die Beschlüsse von Paris mündete, als entscheidenden Wendepunkt der Energieversorgung. Anzengruber: „Was wir heute erleben, ist der Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters.“ Die alten Technologien werden unwirtschaftlich, die Welt des Stroms verändert sich. Die E-Wirtschaft will an vorderster Linie tätig sein, die neuen Techniken nutzen und eng mit den neuen Marktteilnehmern zusammenarbeiten, um treibende Kraft der Veränderung, nicht Getriebene zu werden.

Strom ist durch nichts ersetzbar

Die längerfristigen Aussichten der E-Wirtschaft sieht Anzengruber positiv. In Zukunft werde man mehr Strom brauchen, enorme zusätzliche Speicherkapazitäten benötigen und komplett neue digitale Technologien ausrollen: „Über die Zukunft des Stroms braucht man sich keine Sorgen zu machen, denn Strom ist durch nichts ersetzbar“, so der Präsident von Oesterreichs Energie. Ziel der Interessenvertretung der E-Wirtschaft sei jetzt die Schaffung eines durchgängig marktbasierten Stromsystems, eine Reduktion der Abgaben- und Kostenbelastung im gesamten Stromsystem und der Erhalt der gemeinsamen Preiszone Deutschland-Österreich.

Oesterreichs Energie hat einen Plan für die Zukunft, die Stromstrategie „Empowering Austria“, die auch als Namensgeber für den Kongress in Salzburg fungiert. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie: „ Die Bezeichnung „Empowering Austria“ macht mehrfach Sinn: Erstens zusätzliche, neue und erneuerbare Energie für Österreich, zweitens Übertragung von Zukunftschancen auf alle, die am innovativen Energiesystem der Zukunft mitwirken wollen und drittens eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts.“ Diese Ziele sollten sich auch in der geplanten Energie- und Klimastrategie wiederfinden. Die Stromstrategie der E-Wirtschaft könnte zudem nicht nur als Beitrag zur Erreichung der Klimaziele dienen, sondern auch zum Motor für die Konjunktur in Österreich werden. Schmidt: „Empowering Austria ist eine Vorwärtsstrategie und das wird man am Kongress spüren.“

Große Bedeutung räumt der Kongress der E-Wirtschaft 2016 auch dem Thema Digitalisierung ein. Schmidt: „Die E-Wirtschaft will Partner der Prosumer sein und das immer komplexere System aus Stromerzeugern und -verbrauchern intelligent steuern damit alle Teilnehmer mit ihren Anlagen davon profitieren können.“ Die Digitalisierung werde es möglich machen, die Einzelteile der neuen Stromwelt so zur Wirkung zu bringen, dass das System auch unter den neuen Rahmenbedingungen stabil bleibt. Ziel der E-Wirtschaft ist ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Branche und Kunden zum Nutzen des Gesamtsystems und der einzelnen Prosumer.

Vom Erzeuger zum Produktentwickler und Full-Service-Dienstleister

„Das traditionelle Geschäftsmodell der Energieversorger nach dem Motto „Erzeugen, Verkaufen, Liefern, Verbrauchen“ hat ein Ablaufdatum“, erklärte Leonhard Schitter, Vorsitzender von Oesterreichs Energie Forschung & Innovation und Vorstandssprecher der Salzburg AG: „Daher müssen die Unternehmen der E-Wirtschaft zu Full-Service-Dienstleistern und zur Solution Companies werden.“ Die Energiebranche müsse sich vom Infrastrukturanbieter zum Lösungsmanager entwickeln.

Schitter sieht Salzburg und die Salzburg AG als modernes Labor der Energiewende, in dem permanent integrierte Dienstleistungen entwickelt und angeboten werden. Energiewende bestehe aus drei Faktoren: Integration der Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Digitalisierung, allesamt Bereiche in denen die Salzburg AG beispielgebend aktiv ist. Schitter: „Wir befinden uns in der größten technologischen Veränderung seit der flächendeckenden Versorgung mit Elektrizität. Mit Strom alleine wird in Zukunft kaum noch Geld zu verdienen sein. Die Energiebranche muss sich rasch neue Geschäftsfelder suchen.“

Forschung sieht der Vorsitzende von Oesterreichs Energie Forschung und Innovation als unverzichtbare Basis für die Zukunft, sei es im Rahmen von Oesterreichs Energie als auch in jedem einzelnen Mitgliedsunternehmen. Die Investitionen im Bereich Forschung & Innovation von Oesterreichs Energie und seiner Mitglieder beliefen sich 2015 auf rund 22 Mio. Euro. Die Forschungsschwerpunkte lagen im Jahr 2015 in den Bereichen Speichersysteme, Energieeffizienz, erneuerbare Energiequellen, ökonomische und ökologische Aspekte der Energienutzung und Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur hin zu smarten Systemen. Top-Forschungsthemen bei Oesterreichs Energie in den vergangenen Jahren waren unter anderen Datensicherheit im Zusammenhang mit dem Smart-Meter-Ausbau, Energieeffizienz, die Netze der Zukunft, E-Mobilität und Ladeinfrastruktur sowie strategische Wasserkraftplanung.

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