- 28.09.2016, 08:00:16
- /
- OTS0004
WIFO: Österreich holt im Standort-Ranking des World Economic Forum vier Plätze auf
Wien (OTS) - Erstmals seit Jahren rückt Österreich im Global
Competitiveness Ranking des World Economic Forum auf. Es liegt nun
auf dem weltweit 19. Rang. Vor allem hinsichtlich der
Staatsverschuldung macht Österreich Plätze gut. Ein großes Defizit
bleibt das Steuer- und Abgabensystem.
Der Standort Österreich wird wieder attraktiver. Zu diesem
Ergebnis kommt der heute veröffentliche Global Competitiveness Report
2016-17 des World Economic Forum (WEF) in Genf. Österreich rückte im
Ranking um vier Plätze auf und liegt nun auf Rang 19. Das Ranking
beurteilt alljährlich die Wettbewerbsfähigkeit in 138 Ländern. Das
Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) ist als
österreichischer Partner des WEF an der Studie beteiligt. Das Ranking
beruht auf statistischen Quellen internationaler Organisationen sowie
auf einer umfassenden Manager-Befragung in den teilnehmenden Ländern.
Österreich holte in der Einschätzung des WEF vor allem
hinsichtlich des makroökonomischen Umfeldes auf: Bezüglich der
Staatsverschuldung verbesserte sich die Platzierung um 37 Plätze auf
den 37. Rang, bezüglich der Entwicklung der Finanzmärkte um 13 Plätze
auf den 34. Rang. Neu berücksichtigt wurde ein Indikator zur Bonität
der Länder. Hier nimmt Österreich den 14. Rang ein.
Der neue Leiter des WIFO, o.Univ.-Prof. Dr. Christoph Badelt, will
die jährlichen Schwankungen im Ergebnis des Global Competitiveness
Report nicht überbewerten. Dennoch zeigt er sich erfreut, dass sich
das Stimmungsbild in den österreichischen Unternehmen erstmals seit
vier Jahren wieder verbessert hat. Der Bericht gibt auch Hinweise auf
eine Verbesserung von Strukturfaktoren, die langfristig wirken: So
wird die Ausbildungsqualität in mathematischen und
naturwissenschaftlichen Fächern besser eingeschätzt als früher (30.
Rang, zuvor 37. Rang). Hinsichtlich der Ausstattung der Schulen mit
Internetzugang erreichte Österreich den 26. Rang (+7 Plätze).
Bezüglich der Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal mit
technischer oder wissenschaftlicher Ausbildung nimmt Österreich den
27. Rang ein. Damit wurden im vergangenen Jahr 10 Plätze, innerhalb
der letzten zwei Jahre sogar 26 Plätze gutgemacht.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren werden heuer kaum
bemerkenswerte Verschlechterungen einzelner Indikatoren berichtet.
Besonders negativ wird jedoch weiterhin das Steuer- und Abgabensystem
gesehen. Hinsichtlich der davon ausgehenden Anreize für Investitionen
sowie für Arbeit und Beschäftigung liegt Österreich nur auf den
Plätzen 120 und 133. Dr. Michael Peneder, Projektleiter am WIFO,
betont daher, dass Österreich zur nachhaltigen Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit weiter vor bekannten Herausforderungen steht.
Dazu gehören insbesondere eine Reform des Steuer- und Abgabensystems
mit einer effektiven Entlastung des Faktors Arbeit sowie die
konsequente Stärkung des Innovations- und Ausbildungssystems.
International blieben die Spitzenplätze auch heuer nahezu
unverändert. Die Schweiz nimmt weiterhin den ersten Rang ein vor
Singapur und den USA, den Niederlanden, Deutschland und Schweden.
Überraschend ist die Verbesserung Großbritanniens um 3 Plätze auf den
7. Rang. Dies sei, so Peneder, darauf zurückzuführen, dass die in der
Studie verwendeten Umfragedaten zu Beginn des Jahres, also noch vor
der Brexit-Entscheidung, erhoben wurden.
Technische Anmerkung
Das World Economic Forum in Genf erstellt seit dem Jahr 2004 den
Global Competitiveness Index (www.weforum.org/gcr). Dieser beruht
sowohl auf statistischen Quellen internationaler Organisationen als
auch einer umfassenden Manager-Befragung (Executive Opinion Survey).
Wettbewerbsfähigkeit wird dabei als die Gesamtheit der Institutionen,
Politiken und Determinanten definiert, welche das
Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen. Gerade in den Rängen 4
bis 25 können wegen der großen Leistungsdichte geringe Schwankungen
bereits eine Verschiebung um mehrere Plätze zur Folge haben. Diese
sollte man daher für einzelne Jahre nicht überschätzen, sondern in
ihrer langfristigen Entwicklung beobachten. Das WIFO ist
österreichischer Partner des WEF und hat wie in den vergangenen
Jahren die Umfragedaten unter den österreichischen Managern erhoben.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO






