• 27.09.2016, 15:26:22
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  • OTS0180

Wiener Ärztekammer deponiert 10-Punkte-Programm bei Wehsely

Weitere Vorgangsweise wird in der Kurie heute Abend diskutiert – Steinhart: „Wollen konstruktive Zusammenarbeit in allen Punkten“

Utl.: Weitere Vorgangsweise wird in der Kurie heute Abend diskutiert
– Steinhart: „Wollen konstruktive Zusammenarbeit in allen
Punkten“ =

Wien (OTS) - Heute, Dienstag, traf sich das Präsidium der Wiener
Ärztekammer mit Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely sowie mit der
Obfrau der Wiener Gebietskrankasse (WGKK), Ingrid Reischl, um mehrere
Themen im niedergelassenen Bereich zu besprechen. Seitens der Kurie
niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien wurde dabei ein
„10-Punkte-Programm“ an Wehsely und die WGKK übergeben, das aus Sicht
der Kurie alle wesentlichen niedergelassenen Themen beinhaltet. ****

Johannes Steinhart, Vizepräsident der Ärztekammer für Wien und
Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte nennt dabei auch die
„Grundvoraussetzung“ für das „10-Punkte-Programm“: „Es braucht
zusätzliche finanzielle Mittel, um den medizinischen Standard zu
erhalten und die zusätzlichen Herausforderungen wie das
Bevölkerungswachstum sowie die Auslagerungen aus dem Spitalsbereich,
inklusive neuer Leistungen für die Patientinnen und Patienten, zu
bewältigen.“ Laut Steinhart können diese nur im Rahmen der
Verhandlungen zum Finanzausgleich aufgebracht werden.

Konkret beinhaltet das „10-Punkte-Programm“ folgende Punkte:

1. 300 zusätzliche Kassenfachärzte in Wien. Unmittelbare
Ausschreibung der offenen Gruppenpraxisansuchen. 100 zusätzliche
Kassenplanstellen bis Ende 2016, 200 bis Ende 2018.
2. Kein Ersatz freiberuflicher Ärzte durch Großkonzerne als
Praxisbetreiber und keine Auflösung des Gesamtvertrages
(=Kollektivvertrag) durch das PHC-Gesetz.
3. Ausbau des Ärztefunkdienstes (z.B.: Spezialprojekte wie TEWEB
sollen ökonomisch sinnvoll und medizinisch qualitativ hochstehend im
Ärztefunkdienst umgesetzt werden).
4. Rücknahme des Gesetzes zum Mystery Shopping.
5. Aufhebung sämtlicher ärztlicher Leistungsdeckelungen in
Kassenordinationen, um bereits aufgetretene Engpässe und lange
Wartezeiten zu vermeiden.
6. Stärkung der Hausärzte in der Versorgung – Umsetzung des Wiener
Modells, das eine Vernetzung und Leistungsausweitung der
Allgemeinmedizin vorsieht.
7. Alle EDV-Anwendungen (ELGA, e-Medikation, etc.) müssen
User-freundlich und voll von der öffentlichen Hand finanziert werden
8. Ausbildungsoffensive, um dem drohenden Ärztemangel zu begegnen.
(z.B.: Finanzierung der Lehrpraxis, mehr Studienplätze).
9. Entbürokratisierung der Ordinationen (z.B.: Abschaffung von
ABS).
10. Modernisierung des Leistungsspektrums des Kassenvertrages
(Aufnahme neuer Fachgebiete wie Nuklearmedizin, Onkologie,
Schmerztherapie und Strahlentherapie. Das radiologische Schnittbild
MR, CT sollte in den ärztlichen Gesamtvertrag integriert werden).

Bei allen Unterschieden im Detail, begrüßt Steinhart vor allem
einen Punkt bei dem sich alle drei Verhandlungspartner heute einig
zeigten: „Wien braucht den Ausbau des niedergelassenen Bereichs – und
das ganz ohne Tabuthemen, also endlich auch Gespräche über die
Schaffung neuer Fachgebiete im niedergelassenen Kassenbereich wie
Onkologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie.“

Details zu den angedachten weiteren Verhandlungen zu den Bereichen
Hausarzt und Kinderversorgung, Bedarfsplanung für Wien und gemeinsame
Umsetzung von TEWEB und Stärkung des Ärztefunkdienstes werde er heute
Abend mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Kurie besprechen.
Wichtig ist, dass es hier rasch Ergebnisse gibt, schließlich gehe es
um eine ausreichende Versorgung im niedergelassenen Bereich.
Steinhart fordert eine positive und konstruktive Herangehensweise, um
alle derzeitigen und auch zukünftigen Herausforderungen im Wiener
Gesundheitssystem zu bewältigen.(ast)

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