• 26.09.2016, 13:47:42
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  • OTS0138

Österreichische Baudienstleistungen im Ausland gefragt

Umfrage unter Architektur-, Ingenieur- und Ziviltechnikerunternehmen - Deutschland und Skandinavien beliebteste Zukunftsmärkte

Utl.: Umfrage unter Architektur-, Ingenieur- und
Ziviltechnikerunternehmen - Deutschland und Skandinavien
beliebteste Zukunftsmärkte =

Wien (OTS) - Eine von AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, Austrian Development
Agency (ADA) sowie dem Verband der Ziviltechniker- und
Ingenieurbetriebe (VZI) in Auftrag gegebene Umfrage legt jetzt die
erfolgreichsten Schwerpunktländer und Tätigkeitsfelder sowie die
Herausforderungen für österreichische Betriebe bei Bau- und
Consultingaufträgen im Ausland offen. „Die Umfrageergebnisse
bestätigen unser Bild als Verband, der die Interessen der großen
Architektur-, Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe vertritt. Das
Tätigkeitsfeld der Österreicher im Ausland ist breit, die Abgaben in
Österreich sind jedoch hoch und der Anteil der Wertschöpfung, der im
Inland gehalten werden kann, ist aus unserer Sicht gering. Um im
internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, brauchen wir in
Österreich ein neues Zusammenrücken der Wirtschaft“, fordert Andreas
Gobiet, Präsident des Verbands der Ziviltechniker- und
Ingenieurbetriebe (VZI).

Die Umfrageergebnisse waren Grundlage einer hochkarätig besetzten
Podiumsdiskussion am 20. September in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ) in Wien.
Ob Architektur, innovative Gebäudetechnik, Vermessung, Tunnelbau,
Wasser oder Energieeffizienz – die Expertise österreichischer
Architektur-, Ingenieur- und Ziviltechnikerunternehmen ist weltweit
gefragt. Die Exportleistungen kommerzieller Dienstleistungen,
darunter des Architektur- und Ingenieurwesens, betrugen 2015 über 35
Milliarden Euro bzw. rund zehn Prozent des BIP. Von
volkswirtschaftlicher Relevanz ist dies deshalb, weil jeder Euro an
Architektur- und Ingenieurdienstleistungen rund sechs Euro an
Warenlieferungen ins Ausland nach sich zieht.

Rund 95 Prozent der befragten Architektur-, Ingenieur- und
Ziviltechnikerunternehmen gaben an, bereits im Ausland tätig gewesen
oder derzeit tätig zu sein. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die
Tätigkeit im Ausland auch für kleine Büros ein Thema ist, denn rund
ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, weniger als zehn
Mitarbeiter zu beschäftigen“, so Michael Otter, stellvertretender
Leiter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA.

Top-Regionen: Europa, Asien, Afrika

Für rund 80 Prozent der im Ausland tätigen Befragten ist der
europäische Raum der erfolgreichste; etwas mehr als die Hälfte der
Unternehmen nannte den asiatischen Raum und etwas weniger als ein
Drittel ist oder war in Afrika und Nordamerika tätig. An vierter
Stelle liegen mit weniger als zehn Nennungen Lateinamerika und
Ozeanien.

Als derzeitige Schwerpunktländer in Europa liegen Zentral- und Ost-
bzw. Südosteuropa (CEE/SEE-Länder) und Deutschland ganz vorne.
Interessant ist: Bei den zukünftigen Wunschgebieten innerhalb Europas
sind Deutschland gefolgt von Skandinavien, Schweiz und England vorne,
die CEE/SEE-Länder rücken jedoch an letzte Stelle.

Dabei halten sich sowohl in Europa als auch in den Fernmärkten
öffentliche und private Auftraggeber die Waage, österreichische
Unternehmen werden nach eigener Einschätzung von beiden gleichermaßen
beauftragt.

Top-Bereiche: Hoch- und Tiefbau, Energieconsulting, Wasserbau-
und Umwelttechnik

Mit 22 und 17 Prozent stellen der Hoch- und Tiefbau den größten
Anteil dar, gefolgt von Energieconsulting mit 15 Prozent, Wasserbau-
und Umwelttechnik mit zwölf Prozent, Vermessungswesen sowie
Industrielle- und Gebäudetechnik mit jeweils neun und acht Prozent
sowie Raum- und Landschaftsplanung mit fünf Prozent.

Finanzierung, Arbeitsrecht und lokale Rahmenbedingungen als
größte Hürden

Von rund 48 Prozent der Befragten wird die Finanzierung von Projekten
als größtes Hindernis betrachtet, gefolgt von den Bestimmungen des
österreichischen Arbeitsrechts und lokalen Rahmenbedingungen, die
Projekte oftmals verhindern. Hinter letzterem verbirgt sich das
Stichwort Korruption: Während sich rund die Hälfte der Befragten als
unverwundbar im Hinblick auf Korruption einschätzte, gaben jeweils
knapp 30 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sich in
korruptionsanfälligen Märkten grundsätzlich nicht für Aufträge zu
bewerben bzw. sind der Überzeugung, dass Projekte aufgrund
diesbezüglicher lokaler Rahmenbedingungen in der Vergangenheit
bereits gescheitert sind.

Hoher Konkurrenzdruck aus Schwellenländern

Der Blick in die Zukunft ist immerhin für rund 40 Prozent der
Befragten eher pessimistisch: Sie schätzen die zukünftigen Chancen,
zu Aufträgen im Ausland zu kommen, deutlich schlechter ein als heute.
Als häufigster Grund dafür wird der Konkurrenzdruck von
Billigstanbietern, insbesondere aus den Schwellenländern, genannt.
Ebenso angeführt werden hohe Steuern und Abgaben, die das
Honorarvolumen österreichischer Dienstleister nach oben schrauben und
diese damit im internationalen Wettbewerb benachteiligen.

Jene, die in eine positive Zukunft blicken, setzen auf
zukunftsweisende Technologien wie BIM, Lebenszyklusbetrachtungen im
Planungsprozess und das hohe Know-how aus Österreich, das
insbesondere in Entwicklungsländern gefragt ist. „Wenn wir bis 2030
weltweit Armut bekämpfen und Hunger beseitigen wollen, müssen wir
alle an einem Strang ziehen. Mit der Technologie und dem Fachwissen
österreichischer Betriebe können wir eine große Hebelwirkung erzielen
und so noch mehr für die Menschen in Entwicklungsländern erreichen.
Die Umfrageergebnisse haben uns darin bestärkt, die Zusammenarbeit
mit österreichischen Dienstleistungsbetrieben in Zukunft weiter
auszubauen,“ betont ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter.

Die Ergebnisse der Umfrage können unter [email protected] kostenlos
angefordert werden. (PWK686/SR)

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