- 17.09.2016, 22:00:01
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Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 18. September 2016. Von Carmen Baumgartner-Pötz. "Ein bisschen Pause muss sein".
Innsbruck (OTS) - Wenn schon alles gesagt ist, ist es höchste Zeit,
zu schweigen. Auch und gerade, wenn Wahlkampf ist.
Man sollte sich gerade in der Politik nie zu früh freuen und sich von
übersteigerten Erwartungen fernhalten. Trotzdem gibt es dieser Tage
Grund zur Hoffnung, dass die nächsten Wochen ein wenig entspannter
werden: Die Chefstrategen von Alexander Van der Bellen und Norbert
Hofer wollen sich in Kürze darauf einigen, den Wahlkampf in den
nächsten Wochen nur noch auf Sparflamme laufen zu lassen. Dank des
Kuvertkleberdesasters sind es ja nun noch ganze elf anstatt zwei
Wochen bis zur Wiederholung der Bundespräsidentschaftsstichwahl.
Eine ordentliche Pause würde dem ganzen Land gut tun. Natürlich geht
es den Chefs der Wahlkampfbüros, Lothar Lockl und Herbert Kickl,
nicht nur um Schonung des Wahlvolks bzw. der Kandidaten: Es geht
schlichtweg ums Geld, das knapp wird. Zur Erinnerung: Dieser gefühlt
unendliche Wahlkampf, dem ein Platz in den Geschichtsbüchern ohnehin
schon sicher ist, wurde im vergangenen Dezember von Irmgard Griss
eröffnet. Sie bekannte sich als Erste zur Kandidatur. Bis der
Nachfolger von Heinz Fischer nun endgültig (wobei, wer weiß das
schon?) gewählt wird, gibt’s schon wieder Glühwein und Kekse.
Österreich hatte einen vom intensiven Wahlkampf geprägten Frühling,
einen aufsehenerregenden Kanzlerwechsel gefolgt von einer kleinen
Sommerverschnaufpause, einen heftigen Neustart im Herbst – keine
Pause vom Wahlkampf hält schlichtweg niemand mehr aus, nicht einmal
politisch sehr interessierte Menschen.
In diesem Wahlkampf wurde schon alles gesagt und das mehrfach.
Eigentlich würden abschließende zwei Wochen inklusive eines einzigen
TV-Duells vollkommen reichen, um diesen Marathon zu einem Ende zu
bringen. Ein bisschen hoffen wird man ja noch dürfen.
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