Karlheinz Töchterle: OECD-Bericht zeigt auf einen Blick – Quantität ist keine Garantie für Qualität

Öffentliche Ausgaben für tertiären Bildungsbereich überdurchschnittlich hoch – Österreichs Hochschulen bleiben für ausländische Studierende attraktiv

Wien (OTS/ÖVP-PK) - „Quantität ist keine Garantie für Qualität“, so ÖVP-Wissenschaftssprecher Dr. Karlheinz Töchterle zum heute von der OECD präsentierten Bericht „Bildung auf einen Blick 2016/Education at a glance 2016“ für den Hochschulbereich. Demnach liegt Österreich bei den Ausgaben für den tertiären Bildungsbereich mit 1,7 Prozent (Anteil am BIP) weiterhin über dem OECD- und EU-Schnitt (1,6 bzw. 1,5 Prozent), jedoch sind die Hochschulabschluss- und die Erfolgsquote deutlich unter dem OECD- und EU-Schnitt. „Wir investieren viel in unsere Hochschulen und es gibt auch zahlreiche Beispiele, wo diese Investitionen fruchten. Es muss uns aber noch besser gelingen, die Mittel in sämtlichen Bereichen gezielt einzusetzen.“

Einmal mehr verweist Töchterle auch auf den hohen öffentlichen und den geringen privaten Finanzierungsanteil. Bei den öffentlichen Ausgaben für den Tertiärbereich (1,7 Prozent im Vergleich zu 1,1 Prozent im OECD-Schnitt und 1,2 Prozent im EU-Schnitt) liegt Österreich sowohl im OECD- als auch im EU-Vergleich auf Platz 3 und signifikant vor Ländern wie etwa Deutschland (1 Prozent), Großbritannien (1,1 Prozent) und den Niederlanden (1,2 Prozent). Der private Anteil hingegen ist mit 0,089 Prozent kaum vorhanden und weit unter dem Durchschnitt der OECD- und EU-Staaten (0,5 Prozent bzw. 0,3 Prozent) ist. Mit dem Gemeinnützigkeitspaket hat die Bundesregierung einen stimmigen Anreiz für verstärkte private Finanzierung gesetzt. Ein weiterer wären sozial verträgliche Studienbeiträge, wie sie auch von sämtlichen Spitzenuniversitäten weltweit eingehoben und von einer Mehrheit der Bevölkerung befürwortet werden.

Bei ausländischen Studierenden bleibt Österreich ungebrochen beliebt:
Ihr Anteil liegt im gesamten Tertiärbereich bei 15,5 Prozent, damit ist Österreich hinter Luxemburg (43,9 Prozent) und Großbritannien (18,2 Prozent) auf Platz drei in der EU. „Mobilität ist seit jeher ein Kennzeichen von Wissenschaft und Forschung, und es ist erfreulich, dass die heimischen Hochschulen sehr attraktiv sind.“ Ein Teil dieser Attraktivität gehe allerdings sicher auf Rahmenbedingungen zurück, die zwar für die Studierenden attraktiv (zahlreiche Studien ohne Zugangsregeln und Aufnahmeverfahren, keine Studienbeiträge), jedoch nicht der Qualität zuträglich sind.

Abschließend betont Töchterle, dass der von Minister Dr. Reinhold Mitterlehner initiierte Strategieprozess „Zukunft Hochschule“ eine Plattform biete, drängende Fragen zu diskutieren und geeignete Maßnahmen umzusetzen, insbesondere auch was eine Erhöhung der Verbindlichkeit des Studierens, ein abgestimmtes Studienangebot und verbesserte Betreuungsrelationen betreffe.
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