• 14.09.2016, 13:25:53
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Greenpeace: Monsanto-Bayer-Deal schlecht für Mensch und Umwelt

Wirtschaftsminister Mitterlehner und AmtskollegInnen müssen sich gegen Übernahme einsetzen

Utl.: Wirtschaftsminister Mitterlehner und AmtskollegInnen müssen
sich gegen Übernahme einsetzen =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert den
heute angekündigten Zusammenschluss der beiden Agro-Chemie-Giganten
Bayer und Monsanto scharf. Gemeinsam ergeben Bayer und Monsanto einen
Super-Agrar-Multi, der große Teile des globalen Saatgut- und
Pestizidmarktes in den Händen hielte. Die Kontrolle über unsere
Lebensmittel, vom Samen bis zum Teller, wäre damit noch stärker von
einigen wenigen internationalen Konzernen bestimmt. Das würde sowohl
LandwirtInnen und KonsumentInnen als auch der Umwelt schaden. Auch
der Druck zur Neuzulassung von Glyphosat könnte steigen.
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner muss sich gemeinsam mit
seinen europäischen AmtskollegInnen auf europäischer Ebene gegen
diese Mega-Übernahme einsetzen, fordert Greenpeace.

„Dieser Mega-Deal wäre eine äußerst schlechte Nachricht für
Landwirte, Konsumentinnen und Umwelt gleichermaßen“, sagt Sebastian
Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in
Österreich. Der neue Mega-Konzern würde alleine fast ein Drittel des
globalen Saatgutmarktes und über ein Viertel des weltweiten
Pestizidmarktes kontrollieren „Mit dieser Machtkonzentration würde
sich die Forschung auf ein noch engeres Spektrum von Kulturpflanzen
beschränken, und es ist davon auszugehen, dass Saatgutpreise weiter
steigen würden.“ Außerdem besteht für einen Konzern, der sowohl den
Saatgut- als auch den Pestizidmarkt kontrolliert, kein Anreiz
ökologische Lösungen bereitzustellen, wie zum Beispiel robuste
Züchtungen. „Aus wirtschaftlicher Perspektive ist es für den
Agrar-Multi besser, wenn die Landwirtinnen und Landwirte weiterhin
auch auf die Pestizide von Bayer angewiesen sind“, so
Theissing-Matei.

Auch ist damit zu rechnen, dass der Druck, dem umstrittenen
Unkrautvernichter Glyphosat in der EU trotz der vielen Warnungen aus
der Wissenschaft eine Neuzulassung zu erteilen, mit dem Deal steigen
wird. Denn plötzlich würde nicht mehr ein US-Konzern und Konkurrent
der europäischen Industrie am meisten von Glyphosat profitieren,
sondern ein deutsches Unternehmen. „Das Ziel von Bayer ist klar: Der
Konzern will mit dieser Übernahme seinen Gewinn maximieren und
möglichst viel Kontrolle über die Produktion unserer Lebensmittel
erlangen – vom Samen bis zum Teller. Die Interessen von Mensch und
Umwelt bleiben dabei auf der Strecke“, sagt Theissing-Matei und
fordert abschließend: „Wirtschaftsminister Mitterlehner muss diese
Mega-Übernahme sowohl aus wettbewerbsrechtlichen als auch aus
politischen Gründen ablehnen.“

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