Greenpeace: Monsanto-Bayer-Deal schlecht für Mensch und Umwelt

Wirtschaftsminister Mitterlehner und AmtskollegInnen müssen sich gegen Übernahme einsetzen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert den heute angekündigten Zusammenschluss der beiden Agro-Chemie-Giganten Bayer und Monsanto scharf. Gemeinsam ergeben Bayer und Monsanto einen Super-Agrar-Multi, der große Teile des globalen Saatgut- und Pestizidmarktes in den Händen hielte. Die Kontrolle über unsere Lebensmittel, vom Samen bis zum Teller, wäre damit noch stärker von einigen wenigen internationalen Konzernen bestimmt. Das würde sowohl LandwirtInnen und KonsumentInnen als auch der Umwelt schaden. Auch der Druck zur Neuzulassung von Glyphosat könnte steigen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner muss sich gemeinsam mit seinen europäischen AmtskollegInnen auf europäischer Ebene gegen diese Mega-Übernahme einsetzen, fordert Greenpeace.

„Dieser Mega-Deal wäre eine äußerst schlechte Nachricht für Landwirte, Konsumentinnen und Umwelt gleichermaßen“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Der neue Mega-Konzern würde alleine fast ein Drittel des globalen Saatgutmarktes und über ein Viertel des weltweiten Pestizidmarktes kontrollieren „Mit dieser Machtkonzentration würde sich die Forschung auf ein noch engeres Spektrum von Kulturpflanzen beschränken, und es ist davon auszugehen, dass Saatgutpreise weiter steigen würden.“ Außerdem besteht für einen Konzern, der sowohl den Saatgut- als auch den Pestizidmarkt kontrolliert, kein Anreiz ökologische Lösungen bereitzustellen, wie zum Beispiel robuste Züchtungen. „Aus wirtschaftlicher Perspektive ist es für den Agrar-Multi besser, wenn die Landwirtinnen und Landwirte weiterhin auch auf die Pestizide von Bayer angewiesen sind“, so Theissing-Matei.

Auch ist damit zu rechnen, dass der Druck, dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in der EU trotz der vielen Warnungen aus der Wissenschaft eine Neuzulassung zu erteilen, mit dem Deal steigen wird. Denn plötzlich würde nicht mehr ein US-Konzern und Konkurrent der europäischen Industrie am meisten von Glyphosat profitieren, sondern ein deutsches Unternehmen. „Das Ziel von Bayer ist klar: Der Konzern will mit dieser Übernahme seinen Gewinn maximieren und möglichst viel Kontrolle über die Produktion unserer Lebensmittel erlangen – vom Samen bis zum Teller. Die Interessen von Mensch und Umwelt bleiben dabei auf der Strecke“, sagt Theissing-Matei und fordert abschließend: „Wirtschaftsminister Mitterlehner muss diese Mega-Übernahme sowohl aus wettbewerbsrechtlichen als auch aus politischen Gründen ablehnen.“

Rückfragen & Kontakt:

Sebastian Theissing-Matei
Landwirtschaftssprecher
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 03 995
E-Mail: sebastian.theissing@greenpeace.org

Nora Holzmann
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 03 998
E-Mail: nora.holzmann@greenpeace.org

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