- 07.09.2016, 12:00:01
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Bio ist beim eigenen Einkauf wichtiger als in der Gastronomie
Anteil in der Gastronomie 2% - Einkäufe im LEH steigen weiter
Utl.: Anteil in der Gastronomie 2% - Einkäufe im LEH steigen weiter =
Wien (OTS) - Bioprodukte haben sich im Lebensmittelhandel zu einem
wichtigen Marktsegment entwickelt. 8% der Ausgaben für
Frischeprodukte entfallen auf Bio. In der Gastronomie ist Bio aber
noch ein zartes Pflänzchen und der Anteil derzeit gering. Gründe
dafür sind der höhere Aufwand beim Einkauf der Zutaten - hinsichtlich
Verfügbarkeit und Preis - und Hürden der Zertifizierung. Das
Bewusstsein der Konsumenten für Bio in der Gastronomie steht erst am
Beginn eines möglichen Trends. Das zeigt die aktuelle Marktforschung
der AMA, die anlässlich der Bioaktionstage im September erstellt
wurde.
Bio wächst im Einzelhandel weiter
8% aller Frischeprodukte (exklusive Brot und Gebäck) werden in
Bioqualität gekauft. Den höchsten Anteil verzeichnen Eier und Milch,
gefolgt von Gemüse sowie Kartoffeln. Ebenfalls über dem Durchschnitt
liegt der Anteil bei Joghurt, Butter und Obst. Unterdurchschnittlich
fällt dieser bei Fleisch und Geflügel sowie bei Wurst und Schinken
aus.
Im Schnitt gab ein österreichischer Haushalt im Vorjahr 120 Euro
für Biofrischeprodukte aus. Die RollAMA*)-Zahlen für das erste
Halbjahr 2016 lassen auf eine weitere Steigerung schließen.
"Bio ist für den Lebensmittelhandel zum unverzichtbaren Segment
geworden", erklärt Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing
die aktuellen Marktzahlen. 2015 wanderten Bioprodukte im Wert von 425
Mio. Euro über die heimischen Ladentische. Sowohl Mengen als auch der
Umsatz steigen von Jahr zu Jahr kontinuierlich an und verzeichnen
auch im ersten Halbjahr 2016 ein Plus.
Während Biolebensmittel im Handel ihre Regalfläche fix behaupten,
steht ihr Einsatz in der Gastronomie erst am Beginn. "Rund 2% der im
Gastronomie-Großhandel gekauften Lebensmittel stammen aus
Biolandwirtschaft. Etwas höher sind die Anteile bei Milch und
Milchprodukten sowie Obst und Gemüse, gering hingegen jene bei
Fleisch und Wurstwaren", so Blass. Die Gründe dafür ließ die AMA von
Sensor Marktforschung im Zuge einer qualitativen Studie erheben.
Befragt wurden sowohl Biokonsumenten als auch -Gastronomen.
Bio beim eigenen Einkauf wichtiger als in der Gastronomie
Stärkstes Motiv für den Kauf von Bionahrungsmitteln ist eine
hochwertige und gesundheitsfördernde Ernährung. Vor allem Männer
verknüpfen eine sportliche Lebensweise mit Bionahrungsmitteln. "Junge
Menschen greifen verstärkt zu Bio, wenn sie selber kochen, dann
wollen sie die besten Zutaten - möglichst fern der Massenproduktion",
erklärt Beatrix Brauner, Studienleiterin von Sensor Marktforschung.
Stark bio-affine Konsumenten möchten Bioprodukte möglichst aus der
Region.
Nicht nur die Marktzahlen, auch die Studie untermauert: "Bio ist
stark auf den eigenen Einkauf konzentriert. Außer Haus denkt man noch
deutlich weniger an Bio", so Brauner. Der Einsatz biologischer
Zutaten spielt für die Wahl des Restaurants wenig Rolle, das gute
Essen oder das Ambiente stehen im Vordergrund der Entscheidung. Grund
dafür könnte auch das fehlende flächendeckende Angebot sein. Die
Konsumenten wünschen sich mehr Biolokale und, dass diese besser
erkennbar und gekennzeichnet werden. Großes Interesse an Bio herrscht
auch in Großküchen sowie bei der Versorgung von Kindergärten und
Schulen, jedoch äußern die befragten Konsumenten Zweifel an der
Machbarkeit der flächendenkenden Umsetzung.
Biowirt aus Überzeugung
Biogastronomen teilen mit Konsumenten die Begeisterung für
Biolebensmittel und ihren Geschmack. "Sie eröffnen ein Biolokal aus
tiefster Überzeugung, nicht weil sie sich damit mehr Kunden erhoffen
oder einem Trend folgen wollen", so die Studienleiterin. Den
typischen Biogast gibt es kaum. Die befragten Wirte beschreiben ihre
Kundschaft als bunt gemischt - teilweise sehr bio-affin, teilweise
müssen die Gäste erst vom Biokonzept überzeugt werden.
Das gesteigerte Bewusstsein der Gastronomen für die hohe
Produktqualität resultiert manchmal aus der eigenen
Biolandwirtschaft, dann werden die Produkte vom angeschlossenen
Biohof über die Gastronomie vermarktet. Bio ist für die Wirte mehr
als das Zubereiten biologischer Zutaten. "Für sie ist es ein
Gesamtkonzept aus Transparenz, Regionalität, kleinstrukturierter
Landwirtschaft und individueller Handfertigung", ergibt die Studie.
Biowirte kennen die Herausforderung, ein zertifiziertes Lokal zu
führen: Bürokratie und Kosten der Zertifizierung, aufwändiger Einkauf
sowie höhere Kosten für die Rohstoffe und die Preisgestaltung
gegenüber den Gästen. Dennoch, für die Biowirte überwiegen die
Vorteile. Die Gastronomen erklären die Kontrollen als "nicht
angenehm, aber notwendig", um den Ansprüchen der Kunden an
Transparenz gerecht zu werden. Sowohl die Ausrichtung auf biologische
Zutaten als auch die Zertifizierung an sich werden als Teil der
Positionierung gesehen.
Beim Einkauf bevorzugen Biowirte kleine Lieferanten, die sie
persönlich kennen und denen sie eine ähnliche Grundhaltung zutrauen.
Den Mehraufwand, der durch diese Art der individuellen
Warenbeschaffung entsteht, nehmen sie in Kauf.
AMA lädt zu Bioaktionstagen
Die österreichweiten Bioaktionstage im September sind bereits zur
Tradition geworden. Bioinfopoints in den Landeshauptstädten laden
ein, Bioprodukte zu verkosten und mit Biobäuerinnen zu plaudern.
Außerdem sind an stark frequentierten Plätzen Bioboten mit ihren
Lastenrädern unterwegs und verteilen Biomilch und Bioäpfeln.
Zahlreiche Biofeste und Biomärkte, Biohöfe und Biofachgeschäfte
nehmen an der Genuss- und Informationsoffensive mit eigenen
Aktivitäten teil. Biosofortgewinne und ein Gewinnspiel begleiten die
Aktionstage. Den gesamten Veranstaltungskalender gibt es unter
www.bioinfo.at. Die Bioaktionstage sind eine Initiative von
AMA-Bio-Marketing und der Europäischen Union.
Die AMA nutzt die Bioaktionstage auch, um auf das AMA-Biosiegel
aufmerksam zu machen. Es ist neben dem EU-Biologo das staatliche
Zeichen für Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft und
garantiert eine höhere Qualität als gesetzlich vorgeschrieben. Der
rote Kreis und der Herkunftshinweis AUSTRIA geben den Konsumenten
Gewissheit, dass das Bioprodukt in Österreich hergestellt und
verarbeitet wurde.
* Die RollAMA ist die rollierende Agrarmarktanalyse der
AMA-Marketing in Zusammenarbeit mit der GfK und KeyQUEST
Marktforschung. Basis ist das GFK-Haushaltspanel. Dabei führen 2.800
österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Einkäufe im
Lebensmitteleinzelhandel (inkl. Hofer und Lidl). Die RollAMA-Daten
umfassen die Warengruppen Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und
Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Erdäpfel, Eier, Tiefkühlprodukte,
Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck.
(Schluss)
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