• 03.09.2016, 10:41:40
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Gahr zu 70 Jahren Gruber-Degasperi-Abkommen: Südtiroler Autonomie weltweit Vorzeigemodell

Abschluss des Pariser Vertrages jährt sich am 5. September – Garantierte erstmalig Schutz der Tiroler Minderheit – Erster Schritt hin zu friedlichem Umgang zwischen Bevölkerungsgruppen

Utl.: Abschluss des Pariser Vertrages jährt sich am 5. September –
Garantierte erstmalig Schutz der Tiroler Minderheit – Erster
Schritt hin zu friedlichem Umgang zwischen Bevölkerungsgruppen =

Wien (OTS) - Am kommenden Montag jährt sich zum 70. Mal der Abschluss
des international abgesicherten Gruber-Degasperi-Abkommens zwischen
der Republik Österreich und Italien, das den Schutz der
deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol von Seiten Italiens
erstmals völkerrechtlich bindend garantierte. „Die Südtiroler
Autonomie ist ein Vorzeigemodell, wie Minderheitenschutz
funktionieren kann. Dafür hat das Pariser Abkommen den Grundstein
gelegt. Auch heute noch gründet sich die Schutzfunktion Österreichs
für Südtirol auf diesem Abkommen“, so der ÖVP-Südtirolsprecher
Hermann Gahr.

Konkret wurde das Abkommen am 5. September 1946 zwischen dem
österreichischen Außenminister Karl Gruber und seinem italienischen
Amtskollegen Alcide de Gasperi in Paris unterzeichnet. Es garantiert
die volle Gleichbehandlung der deutschsprachigen neben der
italienischen Bevölkerung. Dazu sieht der Vertrag eine Reihe von
Schutzmaßnahmen zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der
deutschen Sprachgruppe vor, etwa die Einrichtung deutschsprachiger
Schulen, die Gleichstellung der deutschen und der italienischen
Sprache in den öffentlichen Ämtern und in der zweisprachigen
Ortsnamengebung, das Recht, die deutschen Familiennamen wieder
anzunehmen, die italianisiert wurden, sowie die Gleichberechtigung
bei der Zulassung zu öffentlichen Ämtern zum Zwecke eines
angemessenen Proporzes. Diese Schutzmaßnahmen umfassen auch die
ladinische Minderheit in Südtirol.

„Mit dem Abschluss dieses Abkommens bekräftigte Italien eine Abkehr
von der harten Italienisierungspolitik, die unter Mussolini gegolten
hatte. Damit war ein erster Schritt hin zu einer Normalisierung der
Beziehungen zu Südtirol und Österreich getan. Es wurde eine
Entwicklung in Gang gesetzt, die nach vielen Schritten vor und zurück
schließlich mit der Umsetzung des zweiten Autonomiestatuts und der
sogenannten Streitbeilegungserklärung 1992 ein friedliches Ende
gefunden hat. Heute ist das Südtiroler Beispiel weltweit ein
Vorzeigemodell für einen umfassenden Minderheitenschutz und einen
friedlichen Umgang zwischen mehreren Bevölkerungsgruppen in einem
Staat“, so Gahr abschließend.​
(Schluss)

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