- 26.08.2016, 08:30:01
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Pensionskassen buhlen um KV-Verträge
Leider wie gewohnt nur mit der halben Wahrheit
Utl.: Leider wie gewohnt nur mit der halben Wahrheit =
Wien (OTS) - Wenn Herr Zakostelsky als Vertreter der heimischen
Pensionskassen für die Aufnahme der Pensionskassenregelung in die
Kollektivverträge wirbt, so ist ihm im Grundsatz Recht zu geben. Die
zweite Säule der Altersversorgung muss möglichst breit aufgestellt
sein. Nur spricht Zakostelsky nie über die Höhe der am Ende
ausbezahlten Pensionen und darum geht es in der Altersversorgung
ausschließlich.
Das österreichische Pensionskassensystem ist weitestgehend
beitrags- und nicht leistungsorientiert. Das heißt, dass das in der
Pensionskasse liegende Kapital des Berechtigten mit einem sogenannten
Rechnungszins (RZ) hochgerechnet wird, den die Pensionskassen Jahr
für Jahr erwirtschaften müssen, damit die zugesagte Pension
ausbezahlt werden kann. Wird dieser RZ unterschritten, so gibt es
entsprechende Pensionskürzungen. Inflationsabgeltung gibt es nur,
wenn ein durch längere Zeit höherer Ertrag als der vereinbarte RZ
erzielt wird.
Die sogenannte Performance der Pensionskassen darf nicht an einer
Sparbuchverzinsung oder der Rendite aus Anleihen gemessen werden,
sondern an den mit den Dienstgebern der Berechtigten vereinbarten RZ.
Diese wurden von gewinnorientierten Dienstgebern in Komplizenschaft
mit den Pensionskassen seinerzeit in utopischen Höhen angesetzt – und
die Politik hat das geduldet!.
Deshalb ist für eine inflationsgesicherte Pensionskassenpension der
Masse der heute bereits Pension beziehenden eine langfristige Rendite
von 7-8,5% erforderlich, während tatsächlich in den letzten 10 bis 15
Jahren nur 3% im Jahresdurchschnitt (Quelle Österreichische
Kontrollbank) erreicht wurden. Selbstlob des Fachverbandes der
Pensionskassen ist daher in keiner Weise gerechtfertigt.
Die rechnerischen Tatsachen haben bisher dazu geführt, dass die
Mehrheit der rund 90.000 Pensionskassenpensionisten bereits
Pensionseinbußen von bis zu 50% erlitten hat und weiterhin um ihre
Altersversorgung zittern muss. Nicht zu reden von jenen 800.000
Anwartschaftsberechtigten, deren große Mehrheit bei Pensionsantritt
vor unangenehmen Überraschungen stehen wird!
Es muss klar auf den Tisch gelegt werden, wie es um die Aussichten
auf eine „gesicherte“ Zusatzpension im Alter im gegebenen Zinsumfeld
und angesichts der rasch ansteigenden Längerlebigkeit aussieht.
Solange das österreichische Pensionskassensystem seine Hausaufgaben
nicht macht – und hier ist natürlich in erster Linie die Politik
gefordert – kann man einer Ausweitung der KV-Verträge mit
Pensionskassen“zuckerl“ nur kritisch gegenüberstehen.
PEKABE hat ein Konzept für Verbesserungsvorschläge als
Diskussionsbasis erarbeitet und vorgelegt. Wann wird die Politik
endlich gesprächsbereit sein?
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