• 19.08.2016, 12:21:35
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Auftakt für die Forschung bei MedAustron

Übergabe des Bestrahlungsraumes an die Wissenschaft

Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft,
Forschung und Wirtschaft Dr. Reinhold Mitterlehner, Landeshauptmann
Dr. Erwin Pröll und MedAustron-Aufsichtsratsvorsitzender Mag. Klaus
Schneeberger mit MedAustron Geschäftsführer DI Alfred Zens beim
Rundgang durch das Zentrum beim Synchrotron / Kreisbeschleuniger

Utl.: Übergabe des Bestrahlungsraumes an die Wissenschaft =

Wiener Neustadt (OTS) - Ein starker Forschungsimpuls ergänzt die
Spitzenmedizin bei MedAustron. Die für Österreich einzigartige
Beschleunigeranlage wird neben der klinischen Anwendung auch für die
nichtklinische und translationale Forschung genutzt. Ein
ausschließlich zu diesem Zweck vorgesehener Bestrahlungsraum mit
High-Tech Ausstattung wurde samt Protonenstrahl nun offiziell an die
Wissenschaft übergeben. Ein wichtiger Meilenstein für das Zentrum,
wie Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und
Wirtschaft Dr. Reinhold Mitterlehner, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll
und MedAustron-Aufsichtsratsvorsitzender Mag. Klaus Schneeberger bei
der heutigen Pressekonferenz betonten.

Ein Bestrahlungsraum, der uneingeschränkt der Wissenschaft zur
Verfügung steht – das ist eine Besonderheit, die MedAustron von
anderen Ionentherapiezentren klar abhebt. Ebendieser Raum erfüllt
bereits alle technischen Erfordernisse, das Team von MedAustron hat
alle Vorbereitungen am Equipment, den Softwaresystemen und dem
Protonenstrahl zeitgerecht abgeschlossen. Nun wird dieser Raum auch
gemeinsam mit jenen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die
darin den Strahl für ihre Experimente nutzen, in Betrieb genommen.

»Jährlich erkranken 39.000 Menschen in Österreich an Krebs. Heute
setzen wir im Kampf gegen diese Krankheit einen neuen medizinischen
Meilenstein. MedAustron wird eines von weltweit nur sechs
Hochtechnologie-Krebstherapiezentren sein, die mit der neuesten
Technologie therapieren«, sagte Vizekanzler Mitterlehner bei der
Übergabe des Bestrahlungsraums an die Wissenschaft. Dieser Schritt
sei »ein perfektes Beispiel für den funktionierenden Kreislauf von
der wissenschaftlichen Arbeit zur Umsetzung neuer Technologien in der
Praxis.« Dass Österreich damit auf dem richtigen Weg ist, zeige auch
das Interesse des CERN. Das international renommierte Institut
überlegt bereits, einen ähnlichen Forschungsbetrieb in Genf
einzurichten. »MedAustron ist ein Erfolgsprojekt, das durch gute
Kooperation zwischen Bund, Land und dem Institut selbst wachsen
konnte. Das nützt den Patienten und stärkt die internationale
Positionierung Österreichs als Wissenschafts- und
Forschungsstandort«, so Mitterlehner.

»MedAustron ist ein richtungsweisendes Projekt im
niederösterreichischen Wissenschafts- und Forschungsprogramm. Heute
zeigt sich, dass die langjährige Planung und die intensive
Vorbereitungsarbeit Früchte tragen: Mit der Übergabe des
Forschungsraumes an die Wissenschafterinnen und Wissenschafter ist
das einzigartige Zentrum nun endgültig dem Projektstatus entwachsen
und in Kürze wird es auch den medizinischen Betrieb als Ambulatorium
aufnehmen«, erklärte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in seinem
Statement. Er betonte weiter: »MedAustron wird Niederösterreich damit
auf die internationale Landkarte der Spitzenmedizin und
Spitzenforschung bringen. Große Anerkennung gebührt den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Partnern, die in den
letzten Jahren tatkräftig dazu beigetragen haben, das Projekt in die
Tat umzusetzen.«

Drei Forschungsgruppen werden die einzigartige Beschleunigeranlage
für die nichtklinische und translationale Forschung nutzen, bereits
in den Jahren 2014 und 2015 wurden entsprechende Professuren
eingerichtet: »Medizinische Strahlenphysik und Onkotechnologie« sowie
»Angewandte und translationale Strahlenbiologie« an der Medizinischen
Universität Wien und »Medizinische Strahlenphysik mit Schwerpunkt
Ionentherapie« am Atominstitut der Technischen Universität Wien.
Gemeinsam hat man ein Forschungsprogramm für die erste Periode bis
2018 erarbeitet, viele Arbeitspakete davon werden interdisziplinär
bearbeitet. Erkenntnisse aus der medizinischen Strahlenphysik können
beispielsweise die Bestrahlung von beweglichen Zielen, wie zum
Beispiel der Lunge, deutlich verbessern, während die Strahlenbiologie
danach trachtet, Patientinnen und Patienten noch individueller
entsprechend der Eigenschaften ihrer Tumoren und Risikogewebe zu
behandeln. Die Ergebnisse der Strahlenphysik sollen ferner auch zur
Verbesserung von Bestrahlungsplanungssystemen beitragen und die
Überwachung der Therapie mittels in-vivo Reichweitenmessung
ermöglichen. Über 2018 hinaus sollen die Schwerpunkte der Forschung
dann um Kohlenstoffionen oder neue Teilchensorten wie Helium oder
Sauerstoff erweitert werden.

Die medizinische Anwendung der Teilchenstrahlen lässt bei MedAustron
nicht mehr lange auf sich warten, wie der Aufsichtsratsvorsitzende
Mag. Klaus Schneeberger erklärte: »Der erste Patient ist in
Griffweite. Die Anlage bzw. der Therapiestrahl ist schon bereit, wir
müssen lediglich noch Nachweise zur Erfüllung gesetzlicher Auflagen
erbringen und die Patientensicherheit in einer Reihe von Tests
bestätigen. Damit liegen wir gut im Plan, sodass wir ab November mit
den ersten Patientenbehandlungen beginnen können.« Von Beginn an eine
treibende Kraft hinter MedAustron, zeigt sich Schneeberger stolz,
dass »MedAustron dank Forschung und Medizin auf höchstem Niveau ein
Symbol der Zukunft und der Hoffnung im Kampf gegen den Krebs
darstellt.«

Die angesprochenen Nachweise ergeben sich aus dem Verfahren zur
Zertifizierung nach der Europäischen Norm für Medizinprodukte ISO
13485, das MedAustron zurzeit durchläuft. Mit diesen Nachweisen wird
die letzte Auflage erfüllt, um den Betrieb als Ambulatorium aufnehmen
zu dürfen. Die grundsätzliche Betriebsbewilligung der UVP-Behörde
wurde MedAustron diese Woche erteilt. Ab November werden Patientinnen
und Patienten schließlich mit Protonen behandelt, in weiterer Folge
werden die Behandlungsmodalitäten um weitere Strahlführungen und die
zusätzliche Teilchenart Kohlenstoffionen erweitert. Im Vollbetrieb
werden schließlich rund 1.000 Patientinnen und Patienten jährlich von
der Ionentherapie bei MedAustron profitieren.

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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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