• 17.08.2016, 08:40:11
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Körperliches Training und soziale Unterstützung verringern Gebrechlichkeit und Mangelernährung

Wien (OTS) - Ein von der MedUni Wien realisiertes Trainingsprogramm
zur Reaktivierung älterer und gebrechlicher Menschen konnte
bemerkenswerte Erfolge erzielen. So zeigte sich, dass körperliches
Training und die Thematisierung ernährungsrelevanter Aspekte mit
Hilfe von ehrenamtlichen Laien daheim positive Effekte auf den
körperlichen Zustand haben. Von besonderer Bedeutung ist vor allem
der „soziale Aspekt“.

In Österreich sind laut Studien elf Prozent der über 65-Jährigen
gebrechlich („frail“) und 41 Prozent sind von einer Vorstufe
betroffen. „Frailty“ ist ein geriatrisches Syndrom, das aus einer
Kombination aus Sarkopenie (geringe Muskelmasse und/oder
Muskelkraft), Malnutrition (Unter, Über- oder Fehlernährung) und
chronischer Entzündung besteht und mit enormen Gesundheitsproblemen
für die betroffenen Personen verbunden ist. Präventionsprogramme, die
aus einer Kombination aus sozialer Unterstützung, Ernährungs- und
Bewegungsintervention bestehen, können Mangelernährung und Frailty
verhindern und Isolation und Einsamkeit lindern, vor allem bei
denjenigen, die alleine leben und die Wohnung kaum verlassen.

Ehrenamtliche Laien „aktivieren“ gebrechliche Menschen

Die MedUni Wien (Institut für Sozialmedizin) initiierte gemeinsam mit
dem Wiener Hilfswerk und der Sportunion Österreich das Projekt
„Gesund fürs Leben“. Das Projekt wurde vom Wiener Wissenschafts- und
Technologiefonds gefördert. Ehrenamtliche Freiwillige (so genannte
„Buddies“) besuchten über einen Zeitraum von zwölf Wochen
gebrechliche mangelernährte Personen (Durchschnittsalter 83 Jahre)
zweimal wöchentlich in ihren Wohnungen. Die geschulten Laien
trainierten gemeinsam mit den gebrechlichen Personen (Krafttraining
mit einem Theraband) und thematisierten Ernährungsaspekte. Eine
aktive Kontrollgruppe erhielt ebenfalls Besuche, es wurden aber keine
Ernährungs- und Bewegungsinterventionen durchgeführt.

Nach zwölf Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung im
Frailty-Status und beim Mangelernährungsrisiko. Die Prävalenz eines
mangelhaften Ernährungsstatus verringerte sich in der Trainings- und
Ernährungsgruppe um 25 Prozent, die der Frailty um 17 Prozent.
Bemerkenswert war, dass die Kontrollgruppe, die nur soziale
Unterstützung erhalten hatte, auch Verbesserungen aufwies (23 Prozent
weniger mangelhafter Ernährungsstatus bzw. 16 Prozent weniger
Frailty).

Reges Sozialleben wichtig für körperliches Wohlbefinden im
Alter

„Die Ergebnisse zeigen, dass gesunde Ernährung und körperliche
Aktivität vor allem im Alter eine besondere Bedeutung zur Förderung
der Gesundheit und des Wohlbefindens und der Aufrechterhaltung der
Selbständigkeit haben“, erklärt Erstautorin Eva Luger vom Institut
für Sozialmedizin der MedUni Wien, „wesentliche Voraussetzung für
gesunde Ernährung und körperliche Aktivität ist aber gerade bei
älteren Menschen die soziale Unterstützung“.

„Ein reges Sozialleben und soziale Kontakte sind wichtige Faktoren,
um so lange wie möglich selbständig zu bleiben“, unterstreicht
Studienleiter Thomas E. Dorner vom Institut für Sozialmedizin. „es
zeigte sich auch, dass geschulte Laien ähnlich gute Erfolge bei so
einem Programm erzielen wie jene, die von Gesundheitsfachkräften
durchgeführt werden.“

Da viele von Gebrechlichkeit betroffene Menschen alleine leben und
kaum ihre Wohnung verlassen, sind Ernährungs- und Bewegungsprogramme,
die auf soziale Unterstützung setzen, ein gutes Mittel zur Vorbeugung
und Reduktion von Gebrechlichkeit.

Service: JAMDA

Effects of a Home-Based and Volunteer-Administered Physical Training,
Nutritional, and Social Support Program on Malnutrition and Frailty
in Older Persons: A Randomized Controlled Trial.
Eva Luger, Thomas Ernst Dorner, Sandra Haider, Ali Kapan, Christian
Lackinger, Karin Schindler – JAMDA 17 (2016) 671.e9-671.e16
http://www.jamda.com/article/S1525-8610%2816%2930112-8/abstract

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